Gestern kickte Walace mit dem HSV gegen Leverkusen, dadurch verpasste er die Geburt seines zweiten Sohnes. Morgen fliegt der 22-Jährige mit Erlaubnis der Hamburger Verantwortlichen zu Freundin Kamila nach Brasilien, am Freitag soll er laut Trainer Bernd Hollerbach wieder zum Team stoßen und auch im Nordderby am Sonnabend bei Werder Bremen auflaufen.

Die Niederlage gegen Leverkusen (1:2) steckt Verantwortlichen und Profis des HSV in den Knochen, doch morgen beginnt schon die Aufarbeitung der Partie sowie die Vorbereitung auf das Nordderby am kommenden Sonnabend in Bremen. Um 10 Uhr bittet Bernd Hollerbach seine Kicker zum Training in den Volkspark.

Nach dem 1:2 gegen Leverkusen hat sich HSV-Coach Bernd Hollerbach zu den Reaktionen der Fans und dem Auftritt seines Teams geäußert: „Es bringt nicht, sich zu zerfleischen. Wir müssen zusammenstehen. Alles andere ist unnötig. Die Fans haben einiges mitgemacht, ich verstehe das. Aber wenn wir jetzt aufeinander losgehen, dann haben wir keine Chance. Der Druck ist groß, das hat man gemerkt, aber am Ende haben wir alles in die Waagschale geworfen. Wir werden uns weiter wehren.“

Zwölf Spiele bleiben dem HSV, um die nötigen Punkte für die Rettung zu sammeln. Sechs Punkte beträgt vor dem Anpfiff der Rückstand auf Mainz, das auf dem Relegationsplatz liegt. Trainer Bernd Hollerbach gibt noch lange nicht auf. „Ich bin mir sicher, dass wir den Bock umstoßen, wenn wir so weiterarbeiten. Wir müssen positiv bleiben und uns wehren. Es macht keinen Sinn, Trübsal zu blasen. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen und das versuche ich auch der Mannschaft zu vermitteln. Es ist aber auch klar, dass wir jetzt Punkte brauchen.“

Bernd Hollerbach wollte sich öffentlich noch nicht festlegen, ob Kyriakos Papadopoulos nach seiner Sperre in die Startelf zurückkehren wird. Alles andere wäre aber eine faustdicke Überraschung. Zumal es für „Papa“ gegen seinen Ex-Klub Leverkusen geht. Beim letzten Heimspiel gegen Bayer vor einem Jahr erzielte der Grieche den 1:0-Siegtreffer für den HSV. Wiederholung sehr gerne erwünscht!

Foto: Witters

Zu seinem Gegenüber Bernd Hollerbach pflegt Heiko Herrlich ein „freundschaftliches Verhältnis“, beide absolvierten einst gemeinsam ihre Prüfung zum Fußball-Lehrer. Doch Leverkusens Trainer weiß, dass der Hamburger Coach von seinem Team heute einen beherzten Auftritt einfordert. „Abstiegskampf erfordert eben besondere Mittel. Die Hamburger werden an der Grenze des Erlaubten spielen, da bin ich mir sicher“, erwartet Herrlich einen aggressiv auftretenden Gegner. „Wir wollen mit gesunden Spielern wieder nach Hause fahren“, appellierte er an die Fairness, „aber es gibt ja auch noch ein Schiedsrichter-Team, was dafür mit Sorge trägt.“

Lewis Holtby, Tatsuya Ito, Luca Waldschmidt, Bakery Jatta, Sven Schipplock und Nachwuchs-Mann Josha Vagnoman wurden von Bernd Hollerbach nicht nominiert. Dafür ist erneut Abwehr-Talent Stephan Ambrosius (19) dabei. Außerdem stehen noch neben der erwarteten Startelf im Kader Julian Pollersbeck, Fiete Arp, Dennis Diekmeier, André Hahn, Vasilije Janjicic und Mergim Marvaj.