Die Suche nach einem Sportvorstand beim HSV läuft auf Hochtouren. Top-Kandidaten sind Kiels Ralf Becker und Paderborns Markus Krösche. Wie die MOPO erfuhr, soll eine Verpflichtung von Becker allerdings eng mit der Personalie Bernhard Peters verknüpft sein. Der HSV-Nachwuchs-Chef hatte sich mit einem Interview öffentlich zu seinen Ambitionen bekannt, den Job als Sportvorstand selbst ausführen zu wollen. Sollte nun aber Becker inthronisiert werden, müsste Peters wieder zurück ins zweite Glied rücken und sich hinter Becker einreihen. Schwer vorstellbar, das dies ohne Reibungen funktionieren könnte. Deshalb soll Kiels Sportchef Zweifel daran haben, ob eine vertrauensvolle und loyale Zusammenarbeit in dieser Konstellation beim HSV überhaupt möglich ist.

 

Ralf Becker gilt als Favorit auf den Posten des gesuchten HSV-Sportvorstandes. Nach der Relegation mit Holstein Kiel gegen Wolfsburg könnte der Deal über die Bühne gehen. Vor dem gestrigen Hinspiel bei den „Wölfen“ (1:3) sprach der Holstein-Manager bei „Eurosport“ über die HSV-Gerüchte. „Wir haben alle noch zwei große Aufgaben vor uns und alles andere spielt momentan keine Rolle“, so Becker. „Wir halten das, wie beim Trainer oder auch anderen Spieler, bei mir genauso: Es wird keine Personaldiskussion geben.“ Ein Dementi klingt anders.

Nach den Absagen von Leverkusens Jonas Boldt und Rouven Schröder von Mainz 05 ist Ralf Becker auf der Wunschliste von Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann für den Posten des Sportvorstands beim HSV nach oben gerückt. Der frühere Chefscout des VfB Stuttgart ist seit 2016 als Geschäftsführer bei Holstein Kiel angestellt. Wechselt er nun nach Hamburg? „Wir haben vereinbart, dass wir zu allen Personalien bis nach dem Spiel am Montag warten“, sagte Becker der „Bild“. Damit meint der 47-Jährige das Relegations-Duell (17./21. Mai) mit dem VfL Wolfsburg.

Holstein Kiels Geschäftsführer Ralf Becker steht auf der HSV-Liste. (Foto: Imago)

Holstein Kiel muss im Falle des Aufstiegs in die Bundesliga in ein anderes Stadion umziehen. Die Lizenzierungsabteilung der Deutschen Fußball Liga (DFL) lehnte heute den Antrag auf Ausnahmegenehmigung ab. Der Zweitliga-Dritte gibt aber nicht auf. Das Holstein-Stadion sei mit einem Fassungsvermögen von rund 10.000 Zuschauern zu klein für die Bundesliga, so die DFL. Als Minimum fordert die DFL 15.000 Plätze, 8000 davon müssen Sitzplätze sein. Kiel hatte eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Der Zweitliga-Dritte, der die Teilnahme an der Relegation zum Aufstieg bereits sicher hat, wiill die Entscheidung der DFL durch den zuständigen Lizenzierungsausschuss überprüfen lassen. „Wir hoffen weiter, dass wir im Falle eines Aufstiegs unsere Heimspiele in Kiel austragen dürfen“, erklärt Holsteins Geschäftsführer Wolfgang Schwenke in einer Mitteilung des Klubs: „34 Auswärtsspiele wären nach einem sensationellen Aufstieg ungerecht.“ Der HSV hatte einer Anfrage des Nordrivalen auf Nutzung des Volksparkstadions bereits eine Absage erteilt.

Sollte sich der HSV am Sonnabend in die Relegation retten, müsste der Liga-Dino am 17. und 21. Mai (jeweils 20.30 Uhr) gegen Holstein Kiel antreten. Dauerkarteninhaber hätten beim Heimspiel freien Eintritt.
Sollte der Relegationsfall eintreten, so würde bereits am Sonnabend ab 17:45 Uhr der Mitgliedervorverkauf für das Heimspiel beginnen. Der freie Vorverkauf würde ab Sonntag, 13.Mai, um 14 Uhr starten.

Zudem wäre das Servicecenter am Sonnabend zwischen 17.45 Uhr und 22 Uhr sowie am Sonntag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr geöffnet.

Am Sonnabend endet mit dem Heimspiel gegen Gladbach die Saison. Dann steht fest, ob der HSV in der kommenden Serie weiter erst- oder nur noch zweitklassig ist. Und auch eine Entscheidung über die sportliche Zukunft von Christian Titz soll zeitnah getroffen werden. Der Trainer selbst bemüht sich darum, den Ball flach zu halten, erklärte bei NDR 90,3: „Ich fühle mich im Verein sehr wohl, das habe ich ja schon gesagt. Das Größte für jeden Trainer ist es, in der Bundesliga zu arbeiten. Wenn man da angekommen bist, dann möchte man da natürlich auch bleiben. Es ist eine Situation, die im Moment im Verein noch besprochen wird. Und wenn alle Gespräche beendet sind, wird es bekanntgegeben.“ Bei Aufstiegskandidat Holstein Kiel wird er als Nachfolger von Markus Anfang gehandelt, den es zum 1. FC Köln zieht. Titz dazu: „Mich freut es für die Region, wenn möglichst viele Vereine oben mitspielen. Denn das ist wichtig für den Norden. Aber mein Fokus liegt nicht auf anderen Vereinen, sondern auf meinem Verein und auf meiner Mannschaft.“

 

Was für eine grandiose Saison der Störche! Aufsteiger Holstein Kiel hat sich am vorletzten Spieltag der 2. Liga den Relegationsplatz 3 gesichert und wartet nun auf seinen Gegner: Freiburg? Wolfsburg? Oder doch der HSV? „Jetzt nehmen wir es, wie es kommt und äußern keine Wünsche“, sagte Erfolgstrainer Markus Anfang, der nach Köln wechseln wird. „Dann schauen wir mal, was am Ende dabei rauskommt.“ Das Hinspiel steigt am 17. Mai beim Erstligisten, die Entscheidung fällt am 21. Mai im Holstein-Stadion. Kiel hat noch nie in der Bundesliga gespielt.

Absage! Holstein Kiel darf seine Heimspiele bei einem möglichen Erstliga-Aufstieg nicht im Volksparkstadion austragen. „Aufgrund der Besonderheit, dass wir den identischen Trakt für Training und Spielbetrieb nutzen, wäre kein adäquater Trainingsbetrieb bei Kieler Heimspielen für unsere Profis sichergestellt“, erklärte HSV-Vorstand Frank Wettstein die Entscheidung.