Die deutschen Nationalspielerinnen sind von ihrem Zwei-Spiele-Bundestrainer Horst Hrubesch äußerst angetan. „Er kann uns mit seiner Erfahrung und seinem Trainerstab sehr viel mitgeben und uns auf jeden Fall noch mal weiterentwickeln“, sagte Sara Däbritz vom FC Bayern nach den ersten „knackigen und intensiven“ Einheiten unter der Leitung des 66-jährigen HSV-Idols in Leipzig. Dort bereitet sich die DFB-Auswahl drei Wochen nach der Entlassung von Steffi Jones auf die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien am Sonnabend(16.15 Uhr, ARD live) in Halle/Saale und am Dienstag in Slowenien vor.

Das kommt überraschend: HSV-Legende und DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch (66) ist neuer Frauen-Bundestrainer! Wie kam es dazu? Der DFB hat sich von Steffi Jones (45) getrennt. Sechs Tage nach dem schlechten Abschneiden beim Vier-Nationen-Turnier SheBelieves Cup in den USA gab der Verband das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Hrubesch, der die U21 der Männer sowie 2016 die Olympia-Mannschaft erfolgreich trainiert hat, übernimmt den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister interimsweise. Die nächsten WM-Qualifikationsspiele bestreitet Deutschland am 7. und 10. April gegen Tschechien und in Slowenien. Hrubesch sagt: „Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der Europameisterschaft im Sommer vor Ort. Ich helfe in dieser Phase gerne.“

Führt Jens Meier wieder zusammen, was zusammen gehört? Klub-Idol Horst Hrubesch hatte bereits Anfang des Jahres betont, dass er nach Ablauf seines Vertrags als DFB-Sportdirektor im Dezember für eine Berater-Funktion beim HSV offen sei und der Verein auch schon mehrmals Kontakt zu ihm aufgenommen habe. Vor der Präsidenten-Wahl am Sonntag hat Amtsinhaber Meier nun eine personelle Überraschung angekündigt: „Ich habe Gespräche geführt, wie man sich außerhalb des Aufsichtsrats mit kompetenten Leuten verstärkt, die beratend zur Verfügung stehen. Das werde ich auf der Mitgliederversammlung vorstellen“, sagte er der „Bild“ und stellte klar: „Da wird es keine Zweifel geben, dass das Menschen sind, die den nötigen Sachverstand mitbringen.“ Die MOPO meint: Klingt nach Hrubesch!

DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch kann sich nach Ablauf seines Vertrags 2018 eine beratende Funktion beim HSV vorstellen. „Nachdenken muss man darüber immer“, sagte der 66-Jährige und verriet, dass der HSV auch schon mehrmals Kontakt aufgenommen, die Konstellation aber nie gepasst habe. Zunächst plant Hrubesch jedoch, sich nach Ablauf seines Vertrags beim DFB zurückzuziehen. „Ich habe mir vorgenommen, dass dann Schluss ist. Irgendwann muss ich meiner Frau zurückzahlen, was ich ihr an Zeit über die Jahre genommen habe“, sagte Hrubesch der „Sport Bild“ und erklärte: „Ich sehe, wie die Einschläge näher kommen. Einige Freunde, mit denen ich Handball und Fußball gespielt hatte, sind schon gestorben.“ Ein Engagement beim HSV ist aber ein Thema für Hrubesch: „Wenn ich irgendwo ein bisschen helfen kann, ist es eher vorstellbar, als wenn es ein hauptamtlicher Posten ist.“

Mit dem HSV wurde DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch 1979, 1982 und 1983 Meister und gewann 1983 den Europapokal. Insgesamt erzielte der Stürmer in 224 Bundesliga-Spielen 136 Tore. Der 66-Jährige traut Fiete Arp (17) zu, eines Tages in seine Fußstapfen zu treten: „Fiete bringt alles mit, er muss nur gesund bleiben. Dann wird er ganz oben ankommen“, sagte Hrubesch der „Sport Bild“. „Generell ist es wichtig, dass er möglichst viel spielt.“ Das ist beim HSV der Fall. Arps Marktwert ist nach neun Einsätzen und zwei Toren laut transfermarkt.de auf 7,5 Mio. Euro explodiert. Der Verein will seinen 2019 auslaufenen Vertrag unbedingt verlängern.

Trotz der Derby-Schmach gegen Schalke (4:4 nach 4:0) und einem monatelangen Abwärtstrend hält Borussia Dortmund vorerst an Trainer Peter Bosz fest. Laut „Bild“ allerdings in erster Linie, um Zeit zu gewinnen. Wunschkandidat zu Beginn der kommenden Saison sei Hoffenheims Julian Nagelsmann, für den Rest der laufenden Saison solle ein Übergangscoach her. Auf der Kandidatenliste: HSV-Legende Horst Hrubesch, aktuell DFB-Sportdirektor, und Ex-HSV-Trainer Armin Veh.

Horst Hrubesch ist zwar DFB-Sportdirektor, vor allem aber eine HSV-Ikone. Nun träumen die Fans davon, dass Fiete Arp (17) seine und vielleicht sogar noch größere Fußstapfen treten könnte. Jeder aufstrebende Stürner werde „an Uwe Seeler gemessen“, so Hrubesch in der „Welt“. Und: „Fiete bringt alles mit, er muss aber seinen eigenen Weg gehen. Du brauchst auch eine gute, funktionierende Mannschaft, um erfolgreich zu sein. Auch für Arp wird das entscheidend auf dem Weg werden, einmal ein richtig Guter zu werden.“ Der 66-Jährige ist vollauf überzeugt von Arps Qualität, sagt aber auch: „Die Gegenspieler werden sich jetzt, nach seinen ersten Torerfolgen, anders auf ihn einstellen. Die Kunst ist, die guten Leistungen immer wieder zu bestätigen. Das ist ein langer Weg.“