Vorwürfe gegen Hoffmann tauchen auf

Kurz vor der HSV-Präsidenten-Wahl sind gegen Bernd Hoffmann sind Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten aufgetaucht. Wie der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ berichtet, soll es während Hoffmanns Amtszeit als HSV-Vorstandschef in den Jahren 2010 und 2011 zu fragwürdigen Zahlungen gekommen sein. Laut einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wurden Honorare von insgesamt 482.000 Euro ohne ausreichende Gegenleistung und ohne vorherige Genehmigung des Aufsichtsrats an Urs Siegenthaler gezahlt. Der Schweizer sollte Sportchef beim HSV werden. Er sagte aber ab, laut KMPG ohne vorab erhaltene Beträge erstatten zu müssen. In anderen Fällen wurden den Wirtschaftsprüfern zufolge „Jahresprämien gezahlt, die nicht vertretbar waren“. Insgesamt monierten sie sechs Zahlungsvorgänge als „zumindest anstößig“.

KPMG hatte dem Aufsichtsrat seinerzeit empfohlen, gegen Hoffmann und seine Stellvertreterin Katja Kraus in mehreren Fällen Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Es bestünden „überwiegende Erfolgsaussichten“. Das HSV-Gremium sah davon ab, trennte sich aber gleichwohl von Hoffmann und Kraus.

Hoffmann stellt sich Doppelspitze vor

Präsidentschaftskandidat Bernd Hoffmann (55) hat sich für eine Neuordnung an der Spitze des HSV ausgesprochen. „Ich würde unglaublich gerne einen Vorstandschef aufbauen, der die AG gemeinsam mit dem Aufsichtsrat bestmöglich führt. Das stelle ich mir in der Tat als eine Art Doppelspitze vor“, sagte Hoffmann der „Sport Bild“: „Das ist ein Modell, das in vielen erfolgreichen Klubs im In- und Ausland funktioniert.“ Hoffmann, von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender, tritt bei der HSV-Mitgliederversammlung am Sonntag als Herausforderer gegen Amtsinhaber Jens Meier (51) um den Posten des Klubpräsidenten des Gesamtvereins an.

Gewählt! Das ist der neue HSV-Aufsichtsrat

Der neue HSV-Aufsichtsrat steht! Mit dabei sind nach der heutigen Hauptversammlung der HSV Fußball AG: Michael Krall (Vorsitzender), Felix Goedhart, Ex-Profi Marcell Jansen, Max-Arnold Köttgen und Dr. Andreas C. Peters sowie Jens Meier als Präsident des HSV e. V. . „Die Aktionäre haben uns heute ihr Vertrauen ausgesprochen. Wir sind uns der Bedeutung der Aufgabe bewusst und beginnen morgen mit der Arbeit“, sagte Rats-Boss Krall. Meier wird als sein Stellvertreter fungieren. Die Kontrolleure sind für fünf jahre gewählt worden. Meier dankte den ausgeschiedenen Aufsichtsräten Karl Gernandt, Dieter Becken und Bernd Bönte für ihr geleistetes Engagement.

Der neue Aufsichtsrat der HSV Fußball AG: Marcell Jansen, Dr. Andreas C. Peters, Jens Meier, Max-Arnold Köttgen, Michael Krall und Felix Goedhart (v.l.) (Foto: HSV Fußball AG)

Hier erscheint Bruchhagen zur AG-Sitzung

Auch Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen (kam schon um 8.25 Uhr am Stadion an) ist natürlich bei der Hauptversammlung der HSV Fußball AG im Volkspark dabei. Er wird über die brisante sportliche Situation Auskunft geben müssen. Besonders pikant ist dabei, dass bekanntlich einige Räte Zweifel an seiner Arbeit und der von Sportchef Jens Todt hegen.

Foto: Peter Boehmer

Kann der HSV doch noch mehr Anteile verkaufen?

Die HSV Fußball AG könnte in Zukunft offenbar doch erwägen, mehr Anteile als die bisher als Obergrenze gehandelten 24,9 Prozent zu verkaufen. Dann wäre es Investoren wie Klaus-Michael Kühne theoretisch möglich, über 25 Prozent der Aktien zu halten und sich damit eine Sperrminorität sichern. Damit könnten wichtige Beschlüsse, die nicht im Interesse des Investors sind, blockiert werden. „Ich kann nachvollziehen, dass sich diese Gedanken gemacht werden. In dem Zusammenhang gilt es dann, die mit einer solchen Sperrminorität verbundenen Rechte zu diskutieren“, sagte HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein dem „Hamburger Abendblatt“. Weitere Verkäufe seien derzeit aber nicht geplant. Knapp 24 Prozent der Aktien an der HSV-Fußball AG wurden bereits veräußert, Kühne soll rund 20,5 Prozent halten.

Nur noch ein Prozent der Anteile an HSV Fußball AG stehen zum Verkauf

Innerhalb von nicht einmal drei Jahren hat der HSV die Möglichkeit des Verkaufs von Anteilen an seiner Fußball AG fast komplett ausgeschöpft. Seit Januar 2015 stiegen Klaus-Michael Kühne (20,57 Prozent), Helmut Bohnhorst (1,22 Prozent ), der im vergangenen Jahr verstorbene Alexander Margaritoff (0,67 Prozent) sowie die Familie Burmeister (1,35 Prozent) als Investoren ein, wie „Bild“ berichtet. Es sind mittlerweile also 23,81 Prozent veräußert worden, etwa 70 Millionen Euro sammelte der Klub ein. Im Umkehrschluss heißt das: Satzungsgemäß sind nur noch 1,09 Prozent im Wert von rund drei Millionen Euro stehen zum Verkauf.

HSV Fußball AG schließt Geschäftsjahr mit Minus von 13,4 Millionen Euro ab

Die HSV Fußball AG hat das Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Jahresfehlbetrag von 13,4 Millionen Euro abgeschlossen. Zum 30. Juni 2017 weist die HSV Fußball AG ein bilanzielles Eigenkapital von Euro 42,4 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote beträgt zum Abschlussstichtag 23,4 Prozent. Im Geschäftsjahr 2016/17 hat die HSV Fußball AG Umsatzerlöse in Höhe von 122,1 Millionen Euro erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen beträgt 17,8 Millionen Euro. Zum Stichtag am 30. Juni 2017 betragen die Finanzschulden 81,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind Finanzschulden in Höhe von 14,4 Millionen Euro, deren Rückzahlung von künftigen sportlichen Ereignissen abhängig ist. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 plant die HSV Fußball AG mit Umsatzerlösen von Euro 129,0 Mio. und einem ausgeglichenen Ergebnis nach Steuern.

Kühne bezeichnet Entwicklung des HSV als „höchst unbefriedigend“

Nach der im Mai 2014 durch Mitgliederentscheid umgesetzten Ausgliederung der Profis hat Investor Klaus-Michaerl Kühne die sportliche und finanzielle Entwicklung der HSV Fußball AG als höchst unbefriedigend“ bezeichnet. Zudem kritisierte der 80-Jährige im „Abendblatt“ die in diesem Zeitraum handelnden Personen: „Vorstand und Aufsichtsrat haben die Finanzen bedauerlicherweise nicht zu ordnen und zu stabilisieren vermocht. Trotz meines Aktienerwerbs und dem anderer Investoren blieb die finanzielle Basis der Gesellschaft schwach, und nur mit Mühe konnte die Profifußball-Lizenz erhalten und die Mannschaft durch Spielerkäufe verstärkt werden. Bei den Transfers hatte das Management des HSV nicht immer eine glückliche Hand, es wurde zumeist sehr teuer eingekauft.“ In der bevorstehenden Saison hofft Kühne auf einen Schritt nach vorn: „Mit der Einstellung von Markus Gisdol im Herbst 2016 wurde die sportliche Qualität allmählich verbessert, ohne dass ein absoluter Durchbruch gelang. Trainer und Mannschaft scheinen jedoch gut zusammengefunden zu haben. Unter Berücksichtigung der wenigen Einkäufe, die mit meiner Unterstützung getätigt wurden, ist die Hoffnung auf eine allmähliche sportliche Verbesserung verbunden, damit der ewige Abstiegskampf ein Ende hat.“