Im Interview mit „Sport 1“ hat HSV-Boss Heribert Kühne auch erneut zur Rolle von Investor Klaus-Michael Kühne Stellung genommen. Kühne war in dieser Woche von DFL-Präsident Reinhard Rauball kritisiert worden. „Im Unterschied zu Herrn Rauball habe ich gesagt, dass Herr Kühne noch nie ins operative Geschäft eingegriffen hat. Und dass mir die Diktion der Aussagen von Herrn Kühne (Luschen, Jahrhundert-Flop, Anm.d.Red.) nicht gefallen hat. Ich bin davon überzeugt, dass Herr Kühne inzwischen weiß, dass das keine glücklichen Aussagen waren. Irgendwann muss die Geschichte auch beendet sein“, sagte Bruchhagen. „Wir sind Herrn Kühne dankbar, dass er immer da war, wenn der Verein in einer schwierigen Situation war.“ Auf die Frage, ob Kühne Fluch oder Segen für den HSV sei, antwortete Bruchhagen: „Herr Kühne kann niemals Fluch sein. Er war für den HSV in schwieriger Situation immer ganz, ganz wichtig und hat dem Verein nach bestem Wissen geholfen. Es gibt nicht den Ansatz eines Fluches. Nur wegen eines unglücklichen Interviews? Das ist eine Fehleinschätzung.“

Der langjährige HSV-Keeper René Adler stellt zeitgleich mit seinem Wechsel zum FSV Mainz 05 auch die Weichen für seine berufliche Zukunft nach der Karriere. Der 32-Jährige steigt als Gesellschafter beim Torwarthandschuh-Startup T1TAN aus Freiburg ein. In der kommenden Saison wird Adler sein erstes eigenes Modell „Rebel Pro“ (59,99 Euro), an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt war, in den Spielen tragen. „Das Engagement bei T1TAN ist für mich eine großartige Möglichkeit, mein Wissen direkt in die Entwicklung und Produktion der Torwarthandschuhe einfließen zu lassen. Ich möchte helfen, T1TAN als Marke weiterzuentwickeln und bekannter zu machen“, so Adler.

HSV-Investor Helmut Bohnhorst schaute heute in Rotenburg an der Wümme vorbei und traf sich im Hotel „Wachtelhof“ mit Sportchef Jens Todt und Trainer Markus Gisdol sowie dessen Assistenten zu einem Gespräch über den bisherigen Verlauf der Vorbereitung und den Stand auf dem Transfermarkt. Im April 2015 hatte der Landwird für vier Millionen Euro 1,5 Prozent der Anteile an der HSV Fußball AG erworben.

Investor Helmut Bohnhorst (3.v.l.) hat den HSV-Tross heute in Rotenburg besucht. (Foto: Twitter/HSV)

Rolle rückwärts? Nachdem er kürzlich in der MOPO über seinen Vertrauensmann und HSV-Aufsichrstat Karl Gernandt weitere finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt hatte, droht Klaus-Michael Kühne („Ich bin auch frustriert“) nun mit Geld- und Liebesentzug. Der Milliardär und Edel-Fan lässt nun offen, ob er den HSV weiter unterstützt. Die Frage, ob er im Sommer frisches Geld in den Verein pumpen werde, beantwortete Kühne bei „Sport Bild“ so: „Ich will das nicht ausschließen. Und ich weiß, dass man es von mir erwartet. Aber ich will abwarten, wie die Saison verläuft. Und leider ist alles möglich. Wie gesagt, leider auch der Abstieg in die Zweite Liga. Sollte es passieren, was ich nicht hoffe, muss ein Jahr später unbedingt der Wiederaufstieg klappen. Sonst steht der Verein vor einer Zerreißprobe.“ Eine Rückzahlung, die an sportlichen Erfolg gekoppelt ist, erwarte er nicht: „Ich habe im Geiste bereits alles abgeschrieben.“

Der chinesische Finanzinvestor Fosun interessiert sich für einen Einstieg in die Fußball-Bundesliga. Wie „Capital“ berichtet, führt die Beteiligungsfirma seit 2015 Gespräche über ein mögliches Engagement als Investor. Bei den Klubs handelt es sich laut dem Bericht um den HSV, Werder Bremen, Borussia Dortmund, Hertha BSC, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Zu einem Abschluss ist es bislang allerdings nicht gekommen. Fosun wäre der erste chinesische Investor in der Bundesliga. Seit Mitte 2016 kooperiert der Liga-Dino mit dem chinesischen Erstligisten SIPG aus der Hamburger Partnerstadt Schanghai. Dabei liegt der Fokus auf dem Know-how-Austausch im Nachwuchsbereich.

Diese Tat schockt auch den HSV. Unternehmer Ernst Burmeister ist am Freitag in seinem Haus im Stader Stadtteil Bützfleth nach einem Raubüberfall verstorben. Der 79-Jährige, der im Januar für rund vier Millionen Euro 1,5 Prozent der HSV-AG-Anteile erwarb, erlag den schweren Verletzungen die die Täter ihm und seiner Frau Elke (73) zugefügt hatten.  Der Überfall ereignete sich am Freitagabend.

Weder der HSV noch Klaus-Michael Kühne selbst möchten Auskunft darüber geben, wie hoch die neuerliche Investition des Unternehmers ausfallen wird. Es wurde berichtet, dass Kühne 50 oder gar 100 Millionen Euro in die Verstärkung der Mannschaft stecken würde. Er sagte dazu: „Ich war auch sehr überrascht über diese Spekulation. Der Betrag ist völlig aus der Luft gegriffen, er wurde von meiner Seite weder genannt noch bestätigt und entspricht bei weitem nicht dem, was ich bereit bin zum Wohle des HSV einzubringen.“