Viele Profis sind in der Vergangenheit vom HSV zu den Bayern gewechselt. Aber genau wie jetzt Nachwuchs-Torjäger Manuel Wintzheimer haben auch schon einige Spieler den Weg von der Isar an die Elbe gefunden. Positive Beispiele sind Marcell Jansen (2008), Paolo Guerrero (2006), Piotr Trochowski (2005), Markus Babbel (1992, Leihe) oder Armin Eck (1989). Das lässt zumindest auf eine positive Entwicklung bei Wintzheimer hoffen.

Warum ging es für den Liga-Dino zuletzt im Sinkflug nach unten? Aufsichtsrat Marcell Jansen sieht den Auslöser im Sommer 2009, nachdem der Verein im Halbfinale des UEFA-Cups und ebenso im Halbfinale de DFB-Pokals an Werder Bremen gescheitert war. „Der Knackpunkt ist, dass der HSV im Erfolg den größten Fehler gemacht hat. Es wurden Entscheidungen getroffen, die dafür gesorgt haben, dass der eingeschlagene Weg nicht fortgeführt werden konnte. Da hätte man sich zusammenraufen müssen“, sagte Jansen bei NDR 90,3 und spielte damit auf die Trennung zwischen dem damaligen Vorstand Bernd Hoffmann und dem damaligen Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer an.

Darf er bleiben? Muss er gehen? Auf der Zielgeraden der Saison geht es nicht nur um das Schicksal des HSV in der Bundesliga, sondern auch um die berufliche Zukunft von Coach Christian Titz, der retten soll, was Markus Gisdol und Bernd Hollerbach dem Klub mit dem Team eingebrockt haben. Aufsichtsrat Marcell Jansen mag sich nicht festlegen, sagte bei NDR 90,3: „Wir haben noch drei ganz, ganz wichtige Spiele. Und ich denke, das ist auch eine gute Bühne für den Trainer.“

Beim HSV hat man nach zuletzt sechs Punkten aus drei Spielen wieder Hoffnung auf die Rettung geschöpft. Auch Marcell Jansen glaubt daran, dass die Mannschaft von Trainer Christian Titz in den verbleibenden drei Partien fünf Punkte Rückstand aufholen kann: „Auf jeden Fall ist es möglich“, sagte der Ex-Profi und Aufsichtsrat bei NDR 90,3. Dem Gastspiel in Wolfsburg blickt er gespannt entgegen: „Klar ist, dass wir im Vergleich zum Freiburg-Spiel eine deutliche Leistungssteigerung brauchen, um die Mini-Chance am Leben zu halten.“

Marcell Jansen und Mladen Petric schossen den HSV zu einem 2:0-Sieg, der Tabellenplatz vier festigte. Das war am 16. Januar 2010 der letzte Hamburger Heimerfolg gegen die Freiburger, die in der Folge drei Mal an der Elbe gewannen und drei Einzelpunkte entführten. Die Schwarzwälder verloren auch keins der letzten sechs Duelle, von denen fünf unentschieden endeten. Für den einzigen Sieg in diesem Zeitraum sorgte Nils Petersen mit dem bislang einzigen Freiburger Jokertor gegen den HSV. Keine ermutigenden Zahlen…

Nicht nur die Profis aus der Fußball AG, auch die erste Mannschaft des HSV e.V. kämpft gegen den Abstieg und wird es schwer haben, diesen zu verhindern. In der Oberliga Hamburg verlor das Team von Marcus Rabenhorst und Christian Rahn gestern Abend bei der SV Curslack-Neuengamme mit 1:3. Ex-Nationalspieler Marcell Jansen, im Winter unter Vertrag genommen, kam wegen einer Verletzung am Oberschenkel nicht zum Einsatz. Der HSV ist weiter Vorletzter mit 14 Punkten aus 24 Spielen.

Mit einem Sieg heute (19 Uhr) bei der SV Curslack-Neuengamme könnte die „Dritte“ des HSV in der Oberliga Hamburg heute die Abstiegsplätze verlassen. Allerdings muss das Trainer-Duo Marcus Rabenhorst und Christian Rahn dabei auf Ex-Nationalspieler Marcell Jansen verzichten, der sich eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat.