„Wenn Klubs es schaffen, über Spielertransfers hohe Werte zu generieren, ist gutes Scouting die Grundlage“, sagt HSV-Kaderplaner Johannes Spors im Interview mit der „Bild“. „Da gibt es in vielen Ländern total positive Beispiele, egal ob Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon, AS Monaco oder auch Salzburg und Basel.“ Als „Fußball-Nerd“ würde sich der 35-Jährige übrigens nicht bezeichnen. „Richtig ist aber, dass sich mein Leben um den Fußball dreht. Wenn ich zu Hause auf der Couch sitze, checke ich schon irgendwelche Ergebnisse oder schaue einen Clip an. Richtig ist, dass ich Hobby und Beruf miteinander verbunden habe. Wenn ich nicht an den Fußball denke, bin ich voll und ganz für meine Familie da. Für andere Hobbys bleibt da keine Zeit.“

Kaderplaner und Chefscout Johannes Spors hat umrissen, nach welchen Spielern der HSV Ausschau hält. „Wir sollten Spieler für uns gewinnen, die bei uns einen Schritt nach vorne machen, ihre Karriere aktiv verbessern wollen“, sagte der 35-Jährige im Interview mit der „Bild“. Man müsse dafür beim Scouting „eine Balance finden zwischen klassischem Live-Scouting vor Ort sowie der Daten-Analyse und der Video-Schulung bei uns im Büro“. Zu 99 Prozent gehe es darum, Spieler auszusortieren. „Dafür muss man nicht 36 Stunden unterwegs sein und dreimal umsteigen. Aber wenn ich von einer Spieler-Idee angefixt bin, dann nehme ich jeden Aufwand auf mich, um sie noch mal persönlich abzuklopfen“.

Es gebe beim HSV „die Riesen-Chance, etwas gestalten zu können“. Das sagt der neue Chefscout und Kaderplaner Johannes Spors, der seinen Job in Hamburg am 1. Februar begonnen hat. „Der Ansatz ist nicht, die ganze Welt zu kennen, sondern die Kernmärkte“, sagt der 35-Jährige im Interview mit der „Bild“. Diese seien „natürlich Deutschland und die Nachbarstaaten, damit wären wir schon gut aufgestellt“. Zur Erinnerung: Ex-Sportchef Jens Todt war im vergangenen Jahr nach Argentinien gejettet, um neue Märkte zu erschließen.

In der Scouting-Abteilung des HSV soll seit der Verpflichtung von Kaderplaner und Chefscout Johannes Spors (35) ein Machtkampf toben. Das berichtet die „Bild“. Demnach habe Ex-Profi Michael Schröder, der ebenfalls als Chefscout angestellt ist, „keinen Bock auf seinen neuen Boss“. Die Feindseligkeiten zwischen dem Schwiegersohn des verstorbenen Seeler-Bruders Dieter und Spors, den Ex-Sportchef Jens Todt von RB Leipzig losgeeist hatte, sollen so ausgeprägt sein, dass Vorstand Frank Wettstein in der Länderspielpause ein Gespräch mit Schröder führen wolle. Der 58-Jährige soll  bereits zu Spors Vorgänger Benjamin Schmedes (33) ein angespanntes Verhältnis gehabt haben. Der zog die Konsequenzen und wechselte am 1. Dezember 2017 zum VfL Osnabrück.

Beim HSV kann sich kaum einer der führenden Figuren sicher sein, seinen Job noch über mehrere Wochen oder gar Monate in Hamburg ausüben zu können. Chefscout und Kaderplaner Johannes Spors steht nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ aber nicht zur Disposition. Der 35-Jährige, der von RB Leipzig zum HSV kam und seine Arbeit erst am 1. Februar begonnen hatte, traf sich bereits mit Vereins-Präsident Bernd Hoffmann. „Das war ein sehr guter Austausch“, sagte Spors. Hoffmann soll eine hohe Meinung von dem studierten Sport- und Politiklehrer haben, der in Leipzig an der Entdeckung und Verpflichtung von Rohdiamanten wie Timo Werner, Jean-Kévin Augustin und Ibrahima Konaté beteiligt gewesen ist. Spors ist daher bereits damit beauftragt, einen adäquaten für die 2. Liga zusammenzustellen. „Grundsätzlich müssen wir nach Spielern suchen, für die der HSV in ihrer persönlichen Entwicklung ein logischer nächster Karriereschritt ist“, sagte er dem „Abendblatt“ und machte Hoffnung. „Trotz aller Untergangsszenarien: Der HSV ist weiterhin ein spannender Klub für viele Spieler.“ Beim Scouting sei „vor allem Tempo entscheidend“: „Wir werden nicht erst am 13. Mai entscheiden, welchen Spieler wir wollen.“

Johannes Spors ist der erste und vielleicht einzige Neuzugang des HSV in diesem Winter. Der 35-Jährige ist dreifacher Familienvater und ab 1. Februar beim HSV nicht nur Chefscout, sondern auch Kaderplaner. Abgeworben hat Sportchef Jens Todt Spors bei RB Leipuig, wo er an den Transfers von Timo Werner, Jean-Kévin Augustin und Ibrahima Konaté beteiligt war. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt gab Spors nun einen kleinen Einblick, wie hartnäckig er vorgeht: „Es geht auch darum, Spieler und ihre Berater von Hamburg und vom HSV zu überzeugen. Bei einem Spieler wie Leipzigs Jean-Kévin Augustin kann so ein Prozess auch mal anderthalb Jahre dauern.“

Sportchef Jens Todt hat den neuen Mann an seiner Seite kurz vor dem Abflug nach Jerez in hohen Tönen gelobt. Der neue Chefscout Johannes Spors „gehört für mich zu den Top-Leuten der Branche“, sagte Todt über den Sportwissenschaftler, der ursprünglich aus dem Bereich der Spielanalyse kommt. In Hoffenheim war er in die Scouting-Abteilung gewechselt und hatte diese geleitet, bis RB Leipzig den heute 35-Jährigen abgeworben hatte. „Er hat dort zwei Jahre eine der sicherlich besten Abteilungen der Liga geleitet. Wir sind total froh, dass er zu uns kommt“, sagte Todt. Spors soll beim HSV nicht nur Chefscout, sondern auch Kaderplaner sein. „Wir wollten seinen Posten und seine Position bewusst aufwerten. Er wird sehr nah an meiner Seite arbeiten.“

Johannes Spors wird ab dem 1. Februar 2018 neuer Chefscout des HSV. Das sagt der 35-Jährige, der bisher für RB Leipzig gearbeitet hatte: „Es ist eine reizvolle Aufgabe, das HSV-Scouting nachhaltig auszubauen und eine langfristige Kaderplanung zu implementieren. Davon haben mich nicht zuletzt intensive Gespräche mit Jens Todt überzeugt. Der HSV ist ein großer Klub. Ich freue mich darauf, ab Februar ein Teil davon zu sein und mit meinen neuen Kollegen anzupacken.“

Nun ist alles in trockenen Tüchern. Johannes Spors, der seit Dezember 2015 Leiter Scouting bei RB Leipzig war, wechselt zum HSV. Der 35-Jährige wird seinen Dienst im Volkspark am 1. Februar antreten. Sportchef Jens Todt sagte der MOPO: „Mit Johannes Spors bekommen wir in diesem Bereich einen der Top-Leute der Liga. Er war in Leipzig an mehreren Top-Transfers beteiligt und zuvor sehr erfolgreich in Hoffenheim tätig.“