Sportchef Jens Todt hat im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, auf der Besetzung der Torwartposition keinen Fehler gemacht zu haben. Man habe den Verlust von René Adler nicht unterschätzt, sagte Todt: „Christian Mathenia hat in der Endrunde der Vorsaison hervorragende Spiele gemacht. Die Hinrunde war sicherlich nicht seine beste, aber wir glauben an ihn und haben ja auch noch einen jungen Herausforderer, der sich zuletzt gut entwickelt hat.“ Vom neu ausgerufenen Konkurrenzkampf mit Julian Pollersbeck erhofft sich Todt eine Leistungssteigerung. „Es kann sein, dass beide sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.“

Torwart-Duell in Spanien: Christian Mathenia (l.) und Julian Pollersbeck (Foto: Witters)

Christian Mathenia zeigte sich nach seinen zwei Fehlern, die beim 0:2 in Hannover zu Gegentoren führten, sehr selbstkritisch. Trainer Markus Gidsol rechnet das seinem Torhüter hoch an. „Das zeichnet ihn aus, dass er dazu steht. Aber jetzt geht es auch weiter“, sagte Gisdol. „Er muss das jetzt abhaken. Er hat in dieser Saison schon sehr gute Leistungen für uns gebracht. In den ersten beiden Saisonspielen war er herausragend gut. Gestern hat er in zwei Szenen mal nicht so gut ausgesehen, aber das gehört auch dazu.“ Klingt nicht so, als würde ein Torwartwechsel am Mittwoch gegen Dortmund geplant sein. Julian Pollersbeck scheint sich weiter gedulden zu müssen.

 

Das dürfte vor allem Julian Pollersbeck nochmal richtig weh tun. Trainer Markus Gisdol bittet seine Profis gerade im „Aqua Dome“ zur Videoanalyse des 1:1 gegen Sparta Rotterdam. Pollersbeck hatte vor dem 0:1 schwer gepatzt, ehe Bakery Jatta nach 77 Minuten ausglich. Ab 16 Uhr geht es für die Profis heute dann wieder auf den Trainingsplatz in Längenfeld.

Nicolai Müller hat sich in einem Interview mit ELBKICK.TV zu Wort gemeldet. Er sprach zwar nicht über seine Zukunft, über die sich in der kommenden Woche HSV-Sportchef Jens Todt und Müller-Berater Björn Bezemer erneut austauschen wollen, zollte aber dem neu zum Team stoßenden Torhüter Julian Pollersbeck, der bei der U21-EM den Titel holte, seinen Respekt: „Das waren starke Leistungen von ihm. Wenn man in so einem Turnier solche Erfahrungen sammeln kann, hilft einem das in allen Bereichen weiter.“ Müller wagte zudem einen Ausblick auf die sportlichen Herausforderungen in der kommenden Spielzeit. „Es wird eine harte und ganz, ganz enge Saison. Es sind zwei gute Aufsteiger hochgekommen. Das Mittelfeld der Liga ist jetzt richtig stark“, warnt der Flügelstürmer. „Es wird nicht einfach.“

3,5 Millionen Euro hatte der 1. FC Kaiserslautern für Julian Pollersbeck vom HSV bekommen. Den Nachfolger angelte sich der FCK nun, ohne einen Teil dieser Summe investieren zu müssen. Von RB Leipzig leihen die „Roten Teufel“ Torhüter Marius Müller für die kommende Saison aus. Der 23-Jährige stammt aus der Lauterer Jugend, spielte von 2003 bis 2016 für die Lauterer, war damit auch Pollersbecks Vorgänger im Tor der Pfälzer.

Spielt Julian Pollersbeck (22), der zur kommenden Saison von Kaiserslautern zum HSV wechselt, bald in der Nationalmannschaft? Gerry Ehrmann, legendärer Torwarttrainer des FCK, traut das seinem bisherigen Schützling zumindest zu. „Ja, warum nicht? Wenn einer die Nummer eins in der U21 ist, heißt das, dass er außergewöhnliche Fähigkeiten hat“, sagt Ehrmann in einem Interview mit T-Online. „Es kommt dann immer darauf an, dass er mit der Aufgabe wächst und seine Persönlichkeit weiterentwickelt. Wenn er die Spielpraxis hat, sind da viele Dinge möglich. Wichtig ist, dass er nicht die Bodenhaftung verliert und abhebt.“ Eine Gefahr, dass dem so sein könnte, sieht der 58-Jährige nicht. „Julian wird mit der Aufgabe wachsen, so wie er es immer tut. Ich glaube nicht, dass der Wechsel zu früh kommt.“

Am Mittwochabend trafen sich HSV-Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt mit den Aufsichtsräten. Diese drängten die sportlich Verantwortlichen dazu, den Gehalts-Etat drastisch zu senken – von 56 auf 48 Millionen Euro. Erst wenn dieses Ziel erreicht oder annähernd erreicht ist, sollen neue Spieler verpflichtet werden. Nicht davon betroffen ist allerdings der geplante Transfer von Torwart Julian Pollersbeck. Der HSV hat dem 1. FC Kaiserslautern bereits ein erstes Angebot unterbreitet, ist damit aber nach Informationen der Fachzeitschrift „Kicker“ bei den Pfälzern abgeblitzt. 3,5 Millionen Euro plus erfolgsabhängige Bonuszahlungen wollen die Lauterer für den U21-Nationaltorhüter mindestens einstreichen, heißt es. Neben dem HSV zeigen auch Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg Interesse an einer Verpflichtung. Auch der Aufsichtsrat der Hamburger ist sich daher bewusst, dass ein Zurückziehen aus den Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt die Chancen auf eine Verpflichtung des 22-Jährigen dramatisch verschlechtern würde.