Durch ein Last-Minute-Tor von Zlatko Junuzovic gewinnt Bremen auf Schalke nach Rückstand noch mit 2:1 und verlässt mit nun 20 Punkten den Relegationsplatz, da Mainz (0:2 gegen Bayern) das schlechtere Torverhältnis hat. Der Tabellenvorletzte HSV (16 Punkte) hat vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Hannover vier Zähler Rückstand auf beide Teams vor ihm und steht nun noch mehr unter Druck als ohnehin schon. In einem weiteren Kellerduell trennten sich Wolfsburg und Stuttgart 1:1. VfB-Stürmer Mario Gomez traf gegen sein Ex-Klub.

Bremens Zlatko Junuzovic könnte pünktlich zum Nordderby zurückkehren. Alexander Nouri zeigte sich optimistisch, dass es für den Kapitän für den Kader reicht. „Er ist definitiv eine Option“, so der Trainer des HSV-Gegners. „Er hat gut trainiert. Ob es für die Startelf reicht, lassen wir offen.“ Seit Ende Juli hatte Junuzovic aufgrund von Achillessehnenproblemen pausieren müssen. Am Dienstag feierte der Österreicher nicht nur seinen 30. Geburtstag, sondern auch die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Noch offen ist dagegen ein Einsatz von Lamine Sané und Ludwig Augustinsson. 

Werder Bremen muss weiter auf Kapitän Zlatko Junuzovic verzichten. Im Duell mit dem HSV werde es noch nicht dabei sein können, doch am Ende der Länderspielpause Anfang Oktober dürfte der Österreicher wieder ins Teamtraining einsteigen, erklärte Frank Baumann: „Das sind noch drei Wochen – ein Zeitraum, nach dem es nicht ausgeschlossen ist, dass er wieder dabei ist“, sagte der Bremer Sportchef.

Auf dem Platz gehört Zlatko Junuzovic zu dem Säulen im Spiel von Werder Bremen, doch vor dem Nordderby am Sonntag gegen den HSV gibt er auch verbal den Ton an – und appelliert an die Fairness der Fans. „Die Derbys gegen Hamburg waren immer etwas Spezielles. Beide Mannschaften sind im Moment gut drauf. Es wird ein richtiger Fight werden, natürlich innerhalb eines gewissen Rahmens und mit Respekt“, sagte Junuzovic und betonte: „Ich hoffe, dass wir bei aller Rivalität eine tolle Stimmung haben werden – aber ohne Gewalt. Das ist das Wichtigste. Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen. Das darf uns aber nicht hemmen, sondern muss uns motivieren.“

Werder Bremens Spielmacher Zlatko Junuzovic sagt seinem Kumpel Aaron Hunt einen ungemütlichen Ostersonntag voraus. Zugleich wünscht er sich für das Nordderby, dass es „human“ ausgehe: „Die Fans sollten nicht vergessen, was Aaron Großes für den Verein geleistet hat. Aber natürlich tut es weh, dass er jetzt im HSV-Dress aufläuft“, sagte Junuzovic und betonte: „Er hat von der Jugend an so lange für diesen Verein gespielt, da wird Werder noch in seinem Herzen sein. Aaron wird ein mulmiges Gefühl haben, zum ersten Mal als Gegner und dann noch als Hamburger ins Weserstadion zu kommen.“

Natürlich ist der Anschlag auf den BVB-Bus auch in Bremen ein Thema. Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic betont: „Wir lassen uns unser Derby nicht nehmen! Wir wissen, dass die Sicherheitsmaßnahmen ohnehin sehr hoch sein werden, weil es ein Hochrisikospiel ist. Ich habe keine Angst vor dem Wochenende. Ich will auch keine Angst haben. Wir dürfen uns den Spaß am Leben nicht durch so eine feige Aktion nehmen lassen.“

„Wenn wir Angst haben, können wir hier bleiben. Wir wollen nicht nur Sprüche bringen, sondern die gute Leistung bestätigen“, sagt Werder-Trainer Viktor Skripnik vor dem Nordderby. Respekt hat der Coach vor dem Ex-Bremer Aaron Hunt: „Ist sehr guter Spieler, ich beobachte ihn noch heute.“ Regisseur Zlatko Junuzovic habe muskuläre Probleme im Oberschenkel, soll aber spielen. 6500 Fans werden den Tabellen-16. nach Hamburg begleiten.

Das sagen die Bremer Profis nach dem Pokal-Aus zum Nordderby am Freitag:

Florian Grillitsch: „Wir gehen mit Rückenwind ins Nordderby und sind gewappnet für die letzten Aufgaben in der Liga. Wir wollen unbedingt gewinnen und die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen.“

Claudio Pizarro: „Wenn wir so weiterspielen, holen wir im Nordderby ein gutes Ergebnis und bleiben in der Liga. Die Mannschaft ist gut drauf. Wir haben unser Spiel gefunden.“

Zlatko Junuzovic: „Das Freitagsspiel ist super wichtig für uns. Es wird eine sehr harte Partie, bei der wir hoffen, dass der HSV mehr Fehler macht als die Bayern und wir sie nutzen. Wir müssen situativ gut agieren und die richtigen Momente abpassen. Das Momentum liegt bei uns. Es ist gut, dass wir gerade alle drei Tage ein Spiel haben. So können wir den Flow mitnehmen. Es wird ein Wahnsinnsspiel!“