Beim neuen Hamburger Fußball-Amateurtalk „Kalles Halbzeit im VERLIES“ mit Gastgeber Kalle Schwensen hat Vereinslegende Manfred Kaltz (65) knallhart über den HSV geurteilt: „Es gibt einen guten Spruch, den hat mal ein großer Trainer vom HSV gesagt: Mittelmaß holt immer Mittelmaß. Und das ist natürlich tödlich, wenn du nach oben willst.“ Und weiter: „Wir haben damals auch auf die Jugend gesetzt und es hat sich bewährt. Aber wir hatten damals auch gute Leute, die Ahnung hatten und Führungsspieler auf dem Platz, die uns geholfen und geleitet haben, sodass wir uns entwickeln konnten. Das ist heute nicht der Fall. Es gibt keine Führungsspieler beim HSV! Kyriakos Papadopoulos zum Beispiel ist offiziell Führungsspieler, aber der kann gar nicht helfen, weil er selbst zu viele Probleme auf dem Platz hat.“

Für transfermarkt.de hat Bernd Hollerbach 2011 in einem Video seine persönliche Traumelf zusammengestellt. Darin finden sich neun ehemalige HSV-Spieler, ein St. Paulianer und eine spanische Sturm-Legende. Im Tor setzt „Holler“ auf Martin Pieckenhagen. In der Abwehr dürfen Manni Kaltz, Stéphane Henchoz, Thomas Gravesen und St. Paulis gefürchteter Eisenfuß Dieter Schlindwein ran. Auf der Sechser-Position setzt Hollerbach auf Collin Benjamin, die Kreativ-Abteilung davor wird gebildet von Sergej Barbarez, Rodolfo Cardoso und Felix Magath. Im Sturm lauten seine Lieblingsspieler Anthony Yeboah und Superstar Raúl, mit dem Hollerbach als Co-Trainer auf Schalke zusammenarbeiten durfte.

Ex-Teamkollegen: Rodolfo Cardoso besuchte Bernd Hollerbach beim Training. (Foto: Witters)

Seinen 65. Geburtstag feiert HSV-Legende Manfred Kaltz heute im „kleinen, familiären Kreis“, während sich die aktuellen Profis in Spanien auf die Bundesliga-Rückrunde einstellen. Sein Ex-Klub lässt „Bananen-Manni“ nicht los. „Die letzten Jahre waren ja nur was für Hardcore-Fans – es war ja auch hardcore-traurig. Und es wird jetzt wieder ganz eng“, sagte er der „Bild“ und fügte hinzu: „Der HSV braucht wohl ein Wunder, um die Klasse zu halten. Zumal selbst Köln ja auch noch nicht komplett abgeflogen ist.“

Ein großer Tag für einen der größten HSVer: Manfred „Manni“ Kaltz feiert heute seinen 65. Geburtstag. Die MOPO gratuliert ganz herzlich! Der Europameister von 1980 und Vizeweltmeister von 1982 gilt als Erfinder der Bananenflanke. In seiner langen Karriere hat er mehr Titel als jeder andere Fußballer mit dem HSV geholt. Seine Bilanz: 581 Bundesliga-Spiele (76 Tore), Deutscher Meister 1979, 1982 und 1983, DFB-Pokalsieger 1976 und 1987, Europapokalsieger der Pokalsieger 1977, Europapokalsieger der Landesmeister 1983 sowie 69 Länderspiele (9 Tore) für Deutschland. Was für eine einzigartige Karriere!

Manni Kaltz präsentiert den Fans 1982 die Meisterschale. (Foto: Witters)

Manfred „Manni“ Kaltz ist der erfolgreichste HSVer aller Zeiten. Spaß an den Spielen seiner Nachfolger hat der 64-Jährige schon lange nicht mehr – mit einer Ausnahme. „Fiete Arp hat das, was andere nicht haben. Er ist in der Mannschaft der Einzige, der gute Laufwege hat und Chancen erkennt. Arp ist nicht zu halten, wenn ein guter Klub kommt“, sagte Kaltz der „Sport Bild“. Zum HSV hat der frühere Flankengott trotz seiner 581 Bundesliga-Spiele im Trikot mit der Raute keine emotionale Verbindung mehr: „Wenn ich den HSV emotional be­gleiten würde, hätte ich Magenge­schwüre. Das geht ja nicht. Ich ha­be mich emotional gelöst, betrach­te das nur noch von außen. Wenn du mit Emotionen dabei bist, wirst du krank.“