Seinen 65. Geburtstag feiert HSV-Legende Manfred Kaltz heute im „kleinen, familiären Kreis“, während sich die aktuellen Profis in Spanien auf die Bundesliga-Rückrunde einstellen. Sein Ex-Klub lässt „Bananen-Manni“ nicht los. „Die letzten Jahre waren ja nur was für Hardcore-Fans – es war ja auch hardcore-traurig. Und es wird jetzt wieder ganz eng“, sagte er der „Bild“ und fügte hinzu: „Der HSV braucht wohl ein Wunder, um die Klasse zu halten. Zumal selbst Köln ja auch noch nicht komplett abgeflogen ist.“

Ein großer Tag für einen der größten HSVer: Manfred „Manni“ Kaltz feiert heute seinen 65. Geburtstag. Die MOPO gratuliert ganz herzlich! Der Europameister von 1980 und Vizeweltmeister von 1982 gilt als Erfinder der Bananenflanke. In seiner langen Karriere hat er mehr Titel als jeder andere Fußballer mit dem HSV geholt. Seine Bilanz: 581 Bundesliga-Spiele (76 Tore), Deutscher Meister 1979, 1982 und 1983, DFB-Pokalsieger 1976 und 1987, Europapokalsieger der Pokalsieger 1977, Europapokalsieger der Landesmeister 1983 sowie 69 Länderspiele (9 Tore) für Deutschland. Was für eine einzigartige Karriere!

Manni Kaltz präsentiert den Fans 1982 die Meisterschale. (Foto: Witters)

Manfred „Manni“ Kaltz ist der erfolgreichste HSVer aller Zeiten. Spaß an den Spielen seiner Nachfolger hat der 64-Jährige schon lange nicht mehr – mit einer Ausnahme. „Fiete Arp hat das, was andere nicht haben. Er ist in der Mannschaft der Einzige, der gute Laufwege hat und Chancen erkennt. Arp ist nicht zu halten, wenn ein guter Klub kommt“, sagte Kaltz der „Sport Bild“. Zum HSV hat der frühere Flankengott trotz seiner 581 Bundesliga-Spiele im Trikot mit der Raute keine emotionale Verbindung mehr: „Wenn ich den HSV emotional be­gleiten würde, hätte ich Magenge­schwüre. Das geht ja nicht. Ich ha­be mich emotional gelöst, betrach­te das nur noch von außen. Wenn du mit Emotionen dabei bist, wirst du krank.“

Er ist der erfolgreichste Spieler der HSV-Geschichte, wurde mit dem Liga-Dino zweimal Europacupsieger, dreimal Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Kein Wunder, dass Manfred Kaltz mit der Entwicklung in den vergangenen Jahren wenig anfangen kann. Er sei „emotional nicht mehr eng genug dabei“, um mit dem HSV mitzufiebern. „Das ist vielleicht auch besser so, denn wenn ich den HSV von heute sehe, kriege ich Magengeschwüre“, sagte Kaltz bei „welt.de“. Die Lage des Vereins sieht er kritisch: „Nun ist man in der Situation, dass man auf einen Gönner angewiesen ist. Aber ich sage auch ganz klar: Ohne Herrn Kühne wäre der Klub längst tot. Ohne ihn geht nichts. Für den Verein ist er überlebenswichtig.“ Hoffnung auf Besserung hat der 64-Jährige nur bedingt: „Die letzten Jahre ging es nur gegen den Abstieg. Ich bin gespannt, was sich in diesem Sommer noch an neuen Spielern ergibt.“

Im letzten Spiel unter Ernst Happel gewann der HSV am 20. Juni 1987, also heute vor genau 30 Jahren, seinen letzten großen Titel. Alles zum 3:1 im Pokalfinale gegen die Stuttgarter Kickers, die zwölf Finalhelden im Gespräch und was sonst noch so 1987 in Deutschland passiert ist – das gibt’s auf fünf Sonderseiten in der heutigen MOPO. Es lohnt sich!