Die Fans glauben nach dem 3:2 über Schalke wieder an den HSV. Und sie könnten es mit einem blau-weiß-schwarzen Wunder in der eigenen Kasse klingeln lassen. Anbieter „mybet.com“ hat eine Wette aufgelegt, dass die Hamburger es auf Platz 16 und noch in die Relegation schaffen. Wer zehn Euro setzt, erhält im Erfolgsfall 90 Euro zurück.

Der Glaube an den Klassenerhalt ist bei Trainer Christian Titz scheinbar unerschütterlich. „Die Hoffnung ist nach wie vor vorhanden und sie ist nicht gering. Als ich die Aufgabe angenommen habe, war klar, dass es nicht unbedingt mit den ersten beiden Spielen funktionieren kann“, warb er um weiteres Vertrauen. „Wenn du etwas Neues reinbringst, braucht das auch ein wenig Zeit. Wir haben mit Schalke einen richtig schweren Gegner, aber wenn wir es schaffen, drei Punkte zu holen, dann wächst das Selbstvertrauen. Dann kann der Glaube an das Wunder wieder ganz schnell leben.“

Christian Titz gibt die Hoffnung auf den Klassenerhalt des HSV noch nicht auf. „Der Glaube, dass, wenn wir einmal gewinnen, etwas zu bewegen, der ist groß“, sagte er bei der MOPO Players Night dem TV-Sender Sky Sport News HD. Titz setzt vor allem auf die Mentalität: „Fußball ist ein Spiel, das sehr stark im Kopf entschieden wird.“ Persönlichen Druck verspüre er nicht, sagte der 46 Jahre alte Fußballlehrer. Als Trainer der U21, die an der Tabellenspitze der Regionalliga Nord steht, habe er auch Spiele gewinnen müssen. „Das ist aber leichter, wenn man oben steht.“

Carsten Schmidt (54), Deutschland-Chef des Pay-TV-Senders Sky, hat in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe bekannt, dass er sehr hoffe, dass der HSV den Klassenerhalt noch schaffe. „In meinem Bekanntenkreis gibt es viele HSV-Fans“, sagte er. „Eine solche Entwicklung eines Publikumsmagneten ist weder für den Verein noch für Sky gut. Im Falle eines Abstiegs bekommen die Zuschauer aber weiter alle Spiele des HSV in der 2. Bundesliga live und exklusiv auf Sky zu sehen.“ Zu leiden hätte und hat der HSV schon unter der ungleichmäßigen Verteilung der TV-Gelder durch die Deutsche Fußball Liga (DFL), die dazu führt, dass sich der FC Bayern München immer weiter von der Konkurrenz entfernt. Schmidt setzt sich für eine partätischere Verteilung ein, erklärt er: „Das Leistungsprinzip ist schön und gut. Aber die, die ganz oben stehen, bekommen ohnehin schon sehr viel Geld durch die UEFA Champions League, so dass man in der Bundesliga das Fernsehgeld gleichmäßiger verteilen könnte.“ Sky habe allerdings keine Möglichkeit, auf die Verteilung Einfluss zu nehmen. Pro Saison kann die DFL derzeit 1,16 Milliarden Euro an die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga ausschütten.

Hamburgs größter Fußballer aller Zeiten hat zuletzt einige Male im Volksparkstadion gefehlt. Uwe Seeler schaute die HSV-Spiele im Fernsehen. Die Hoffnung auf das Wunder Klassenerhalt hat der 81-Jährige noch nicht ganz aufgegeben. „Man kann nur die Daumen drücken, aber die sind inzwischen ziemlich platt“, sagte Seeler der „BILD“. Trainer Bernd Hollerbach trägt seiner Meinung nach keine Schuld am Absturz. „Er kann nichts dafür. Im Gegenteil. Holler hat ein bisschen Zug reinebracht“, sagte das HSV-Idol.

Markus Gisdol verabschiedet sich mit Wehmut vom HSV. „Ich habe sehr gern für den HSV, mit dieser Mannschaft und mit den Menschen in diesem Verein gearbeitet. Es war eine sehr intensive Zeit“, ließ der Ex-Trainer nach seiner Entlassung mitteilen. Mit Blick auf den Abstiegskampf meinte der Coach, dessen Vertrag 2019 laufen sollte: „Der Klub steht vor großen Herausforderungen. Hierfür wünsche ich den Verantwortlichen das nötige Glück. Die Mannschaft kann es auch diese Saison wieder schaffen. Davon bin ich total überzeugt.“ Gisdol hatte den Dino in der vergangenen Saison aus fast aussichtsloser Position vor dem Abstieg gerettet.

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Am Sonnabend wird er endlich erwachsen. Fiete Arp feiert im Trainingslager in Jerez de la Frontera seinen 18. Geburtstag. Mit Blick auf die Rückrunde läuft der Stürmer schon heiß. Er weiß allerdings: „Den HSV allein zu retten, ist utopisch. Wie müssen alle gemeinsam das Ziel verfolgen. Mein persönliches Ziel ist es, einen größtmöglichen Teil zum Klassenerhalt beizutragen.“