Im Interview mit „Sport 1“ hat HSV-Boss Heribert Kühne auch erneut zur Rolle von Investor Klaus-Michael Kühne Stellung genommen. Kühne war in dieser Woche von DFL-Präsident Reinhard Rauball kritisiert worden. „Im Unterschied zu Herrn Rauball habe ich gesagt, dass Herr Kühne noch nie ins operative Geschäft eingegriffen hat. Und dass mir die Diktion der Aussagen von Herrn Kühne (Luschen, Jahrhundert-Flop, Anm.d.Red.) nicht gefallen hat. Ich bin davon überzeugt, dass Herr Kühne inzwischen weiß, dass das keine glücklichen Aussagen waren. Irgendwann muss die Geschichte auch beendet sein“, sagte Bruchhagen. „Wir sind Herrn Kühne dankbar, dass er immer da war, wenn der Verein in einer schwierigen Situation war.“ Auf die Frage, ob Kühne Fluch oder Segen für den HSV sei, antwortete Bruchhagen: „Herr Kühne kann niemals Fluch sein. Er war für den HSV in schwieriger Situation immer ganz, ganz wichtig und hat dem Verein nach bestem Wissen geholfen. Es gibt nicht den Ansatz eines Fluches. Nur wegen eines unglücklichen Interviews? Das ist eine Fehleinschätzung.“

HSV-Investor Klaus Michael Kühne hat die nächste Runde des verbalen Rundumschlags eingeläutet und Sportchef Jens Todt sowie Stürmer Pierre-Michel Lasogga angegriffen. Nun hat sich Todt zu den Attacken des Milliardärs geäußert: „Wir stehen uneingeschränkt hinter jedem einzelnen Spieler unseres Kaders. Wir befinden uns mit Herrn Kühne wie bisher in einem offenen und konstruktiven Austausch. Wir freuen uns jetzt auf den Bundesligastart und konzentrieren uns voll darauf.”

Nachdem Investor Klaus-Michael Kühne Kritik wegen der geplatzten Vertragsverlängerung von Nicolai Müller äußerte, hat sich nun HSV-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen zu Wort gemeldet. „Herr Kühne ist oft von der Sorge getragen, dass wir nicht schnell genug handeln würden“, so Bruchhagen. „Aber man muss auch die Folgen von Entscheidungen beachten. Das tun wir.“

Beim HSV mischt Reiner Calmund im Hintergrund mit – als Freund des mächtigen Mäzens Klaus-Michael Kühne. Am Sonnabend wird sich Leverkusens früherer Macher live vor Ort ein Bild vom neuen HSV machen. Nach wochenlanger Krankheit sitzt „Calli“ nicht mehr im Rollstuhl, kann in der BayArena dabei sein. „Allerdings schaue ich mir das Spiel aus dem Büro meines Freundes Rudi Völler an“, so Calmund, der nicht zu viel Aufsehen erregen will.

Ein kräftiges Minus hat die HSV AG allem Anschein nach im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftet – es soll sogar im zweistelligen Millionenbereich liegen! Karl Gernandt, Chef des AG-Aufsichtsrates, macht sich dennoch keine Sorgen um den HSV, sagte der MOPO: „Grund zur Sorge besteht nicht, es war vorhersehbar. Der Verein konnte über Jahre hinweg keine finanzielle Solidität vorweisen. Da kann man jetzt nicht mit einem Fingerschnipsen alles ändern.“ Ein, zwei Jahre lang werde der HSV laut Gernandt wohl noch ein Minus einfahren, ehe sich alles zum Guten dreht. Fest stehe indes, dass trotz der Forderung von Gönner Klaus-Michael Kühne auch im Sommer keine Topstars zum HSV kommen könnten: „Auch Herr Kühne weiß, dass wir uns derzeit keine teuren Stars leisten können.“