16 Vereine starteten 1963 in die erste Bundesliga-Saison. So lange wie der HSV hat sich keiner im Oberhaus gehalten, nach 55 Jahren oder 19.985 Tagen oder 1866 Spielen endete diese Ära gestern mit dem 2:1 gegen Gladbach. Erstmals sind die Hamburger zweitklassig. Doch was wurde aus den anderen 15 Klubs der ersten Stunde?
1. FC Köln: Der erste Bundesliga-Meister hielt sich bis 1998 ohne Unterbrechung in Liga eins. Dann reihten sich Ab- und Aufstiege aneinander. In dieser Saison geht es wieder runter – als Schlusslicht noch hinter dem HSV.
Meidericher SV: So gut wie in der Premieren-Saison war der erste Vizemeister nie wieder. 1982 ereilte den Revierklub, der seit 1967 MSV Duisburg heißt, der erste Abstieg. Als Aufsteiger wurde dieses Jahr der Klassenverbleib in Liga zwei geschafft.
Eintracht Frankfurt: Die launische Diva feierte ihre größten Erfolge in den 1970er und 1980er Jahren. Tragisch war der verspielte Titel 1992. Der erste Abstieg folgte 1996. In dieser Saison war sogar mehr drin als Platz acht. Noch gibt es die Chance auf den Pokalsieg gegen die Bayern.
Borussia Dortmund: Der BVB spielte nach dem Abstieg 1972 vier Jahre unterklassig. Dramatisch war die Rettung in der Relegation 1986 gegen Fortuna Köln. Nach der Beinahe-Pleite 2005 folgten wieder Titel-Zeiten. Dieses Jahr reichte es nur zu Platz vier.
VfB Stuttgart: Die Schwaben stiegen 1975 ab und 1977 wieder auf. Drei Meisterschaften folgten 1984, 1992 und 2007. Doch 2016 erwischte es den VfB nach 39 Jahren in der ersten Liga wieder. Diesmal als Aufsteiger noch auf Platz sieben gestürmt.
TSV 1860 München: Die „Löwen“ feierten 1966 die Meisterschaft in der jungen Eliteliga. Ansonsten ist ihre Historie von Abstürzen bis in die Bayernliga, finanziellem Chaos und Führungsschwäche geprägt. Im Playoff geht’s nun um den Aufstieg in die Dritte Liga.
FC Schalke 04: Die Vier-Minuten-Meisterschaft der Schalker im Mai 2001 gehört zum Tragischsten, was die Liga-Historie zu bieten hat. Tränen flossen auch beim ersten Bundesliga-Abstieg 1981. In diesem Jahr der Beste des Rests hinter dem FC Bayern.
1. FC Nürnberg: Von den neun Meisterschaften fiel nur eine in die Bundesligazeit: 1968. Ein Jahr später stiegen die Franken ab – bis heute einmalig in der Bundesliga-Geschichte. Rekordhalter ist der FCN mit acht Erstliga-Abstiegen und nun auch acht Aufstiegen.
Werder Bremen: Die Hanseaten sind bis auf den Abstiegs-Ausrutscher 1980 ein Muster an Beständigkeit. Trainer Otto Rehhagel etablierte den Meister von 1965 nach der schnellen Rückkehr in der Liga-Spitze. Die Zeiten als Dauergast in der Champions League sind allerdings vorbei.
Eintracht Braunschweig: Der Meister von 1967 verschwand 1985 für 28 Jahre aus der Bundesliga. Dem Aufstieg 2013 folgte ein nur einjähriges Intermezzo in der ersten Liga. Diesmal wird in Liga zwei bis zum Schluss gezittert.
1. FC Kaiserslautern: Die Pfälzer gewannen als Aufsteiger 1998 sensationell den Titel. Zwei Jahre zuvor war der FCK nach 33 Jahren abgestiegen. Nun stürzt der finanziell angeschlagene Klub in die Dritte Liga ab.
Karlsruher SC: Die Badener hielten sich zunächst nur fünf Jahre in der Bundesliga. Eine Phase als Fahrstuhlmannschaft folgten. Eine erfolgreiche Ära erlebte der KSC von 1986 bis 1998 mit Trainer Winfried Schäfer. Im Playoff soll die Rückkehr in Liga zwei gelingen.
Hertha BSC: Nur zwei Jahre nach der Bundesliga-Gründung mussten die Berliner wegen unerlaubt hoher Gehälter und Handgelder zwangsabsteigen. Insgesamt musste der Hauptstadtklub sechsmal hinunter und fehlte somit 20 Jahre im deutschen Oberhaus. In diesem Jahr Liga-Mittelmaß.
Preußen Münster: Schon nach einem Jahr stieg der erste HSV-Gegner in der Bundesliga ab und kam nie wieder zurück. Selbst in die Viertklassigkeit ging es hinunter. Derzeit sind die Westfalen Mittelmaß in der Dritten Liga.
1. FC Saarbrücken: Die Saarländer stiegen in der Premieren-Saison als Letzter ab. Der Verein hielt sich fünf Spielzeiten in der ersten Liga auf – letztmalig 1992/1993. Als Südwest-Champion in der Regionalliga geht es im Playoff um den Aufstieg in die Dritte Liga.