Liverpools Superstar Mohamed Salah schießt derzeit alles in Grund und Boden. In 43 Pflichtspielen gelangen dem Ägypter in der laufenden Saison bereits 38 Treffer, weitere 13 Tore bereitete er vor. Beinahe hätte der 25-Jährige für den HSV gestürmt, gleich dreimal boten die Hamburger ihm einen Vertrag an: Im Januar 2014 wollte der damalige Sportchef Oliver Kreuzer ihn vom FC Basel holen, Salah entschied sich für den FC Chelsea. Im Januar 2015 verhandelte Peter Knäbel über ein Leihgeschäft, doch der Angreifer wechselte zum AC Florenz. Im Sommer 2015 wagte Knäbel einen erneuten Versucht, aber Salah schloss sich dem AS Rom an. Dort erzielte er 29 Tore in 65 Spielen – und zog schließlich für 42 Millionen Euro nach Liverpool zu Teammanager Jürgen Klopp weiter.

Christian Heidel, Sportvorstand des FC Schalke 04, hat die Verpflichtung des früheren HSV-Sportchefs Peter Knäbel erklärt. Im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Gastspiel am Sonnabend in Hamburg sagte er: „Wir haben lange überlegt, welche Funktion, welchen Titel er bei Schalke 04 bekommt. Er wird als Technischer Direktor für Entwicklung für den Verein und das Nachwuchszentrum arbeiten. Peter ist ein absoluter Experte, er erfüllt den Anspruch, dass wir den Besten finden wollten. Ich kenne ihn, er ist bestens vernetzt, er wird uns helfen, eigene Spieler und auch Trainer auszubilden und zu entwickeln. Er war auch daran beteiligt, den HSV-Campus zu bauen, das ist in diesem Bereich allerhöchstes Niveau. Darüber hinaus versprechen wir uns viel Input für den Profibereich.“ Schon im Oktober vergangenen Jahres, so Heidel, hätte man Einigung erzielt: „Das passt zu 100 Prozent. Was er plant, ist das, was wir brauchen.“

Der FC Schalke 04, der am Sonnabend im Volkspark zu Gast sein wird, tätigt einen interessanten Transfer: Der ehemalige HSV-Sportchef (2014 bis 2016) und Interimstrainer Peter Knäbel, der durch seine „Rucksack-Affäre“ 2015 in die Schlagzeilen geraten war, wird neuer Chef der Nachwuchsabteilung „Knappenschmiede“. Das berichtet die „Bild“. Knäbel soll noch in dieser Woche auf Schalke anfangen. Der 51-Jährige war zuletzt als externer Berater für den VfB Stuttgart tätig. Er gilt als Experte für Nachwuchsarbeit.

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Markus Gisdol war der 21. Trainer beim HSV in den vergangenen 21 Jahren. 15 reguläre Fußball-Lehrer und sechs Interimstrainer haben sich seit 1997 am Dino versucht. Einige von ihnen mehrfach. Hier die komplette Liste:

Frank Pagelsdorf 01.07.1997 – 17.09.2001
Holger Hieronymus 18.09.2001 – 03.10.2001
Kurt Jara 04.10.2001 – 22.10.2003
Klaus Toppmöller 23.10.2003 – 17.10.2004
Thomas Doll 19.10.2004 – 31.01.2007
Huub Stevens 02.02.2007 – 30.06.2008
Martin Jol 01.07.2008 – 26.05.2009
Bruno Labbadia 01.07.2009 – 26.04.2010
Ricardo Moniz 26.04.2010 – 30.06.2010
Armin Veh 01.07.2010 – 13.03.2011
Michael Oenning 13.03.2011 – 19.09.2011
Rodolfo Cardoso 20.09.2011 – 10.10.2011
Frank Arnesen 10.10.2011 – 16.10.2011
Thorsten Fink 17.10.2011 – 16.09.2013
Rodolfo Cardoso 17.09.2013 – 24.09.2013
Bert van Marwijk 25.09.2013 – 15.02.2014
Mirko Slomka 16.02.2014 – 15.09.2014
Josef Zinnbauer 16.09.2014 – 22.03.2015
Peter Knäbel 23.03.2015 – 15.04.2015
Bruno Labbadia 15.04.2015 – 25.09.2016
Markus Gisdol 26.09.2016 – 20.01.2018

Da die Position des Sportchefs beim FC St. Pauli nach wie vor nicht neu besetzt wurde, machen zahllose Gerüchte die Runde. Eines davon besagt, dass Peter Knäbel (50), vor gut einem Jahr nach einer eher unerfreulichen und erfolglosen Zeit beim HSV entlassen, interessierter Kandidat sei. St. Paulis Ex-Profi, der inzwischen als Berater für den FC Zürich in der Schweiz arbeitet, gab sich auf MOPO-Nachfrage allerdings glaubhaft bass erstaunt und verwies das Gerücht in das Reich der Fabeln.

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Rückblick: Im August 2015 wurde Knäbel, dem „Direktor Profifußball“,  ein Rucksack mit vertraulichen Unterlagen wie HSV-Gehaltslisten und Scouting-Reports gestohlen. Diese wurden am 9. August im Jenischpark gefunden und an den HSV zurückgegeben. Knäbel stellte Strafanzeige gegen Unbekannt und hatte nach dem Vorfall weiterhin das Vertrauen der HSV Fußball AG. Am 9. Mai 2016 wurde sein Vertrag aufgelöst. Zwei Niederlagen lang hatte er als zudem als HSV-Interimstrainer fungiert. Für St. Pauli hat Knäbel zwischen 1988 und 1993 insgesamt 131 Spiele bestritten.

Seit dem Rauswurf von Peter Knäbel hat der HSV keinen Sportchef mehr. Zu seinem möglichen Nachfolger Christian Hochstätter sagte dieser gegenüber „Reviersport“: „Für den HSV ist jetzt entscheidend, dass er die Baustelle schließt. Der Sportchef ist dafür verantwortlich, den Trainer in Topform zu bringen und zu halten. Er muss dem Trainer den Rücken stärken und mit ihm gemeinsam Entscheidungen treffen. Wirksam in die Teambildung einwirken zu können, wird aber erst in der Transferperiode möglich sein.“

Er ist Dauergast bei der EM. Peter Knäbel reist von einer Stadt in die nächste und saugt in Frankreich den Fußball auf. Zeit für ein paar Gedanken an den HSV bleiben für den im Mai entlassenen Ex-Sportdirektor dennoch. Die MOPO traf den 49-Jährigen in Paris zum Gespräch. Knäbel sagt: „Der HSV hat mich stärker gemacht.“ HIER gibt’s das große Interview (LaterPay-Artikel).