Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Das kommt dann doch überraschend. Nachdem Ex-HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer lange als Topfavorit auf den Geschäftsführer-Posten beim 1. FC Köln galt, hat sich das Liga-Schlusslicht nun für Armin Veh entschieden. Der ehemalige HSV-Trainer hat in Köln einen Vertrag bis 2020 unterschrieben. Er tritt seinen Dienst am 11. Dezember an. Armin Veh sagt: „Auf die Möglichkeit, beim 1. FC Köln ein nachhaltiges Projekt anzugehen, freue ich mich sehr. Die Verantwortlichen des FC haben mich davon sofort begeistert und ich sehe es als riesige Herausforderung und zugleich eine tolle Möglichkeiten, in diesem faszinierenden Traditionsclub etwas zu bewegen. Ich drücke der Mannschaft und dem Trainerteam die Daumen, dass sie schon am Donnerstag in Belgrad und dann im Spiel gegen den SC Freiburg mit Siegen ein echtes Zeichen setzen können.“

Werner Spinner hatte keine Lust, die Personalie Dietmar Beiersdorfer zu kommentieren. Auf die Frage, ob man mit dem früheren HSV-Boss verhandelt habe, ließ sich der FC-Präsident zu einer schnippischen Antwort hinreißen: „Vielleicht war er hier auf dem Weihnachtsmarkt.“ Geschäftsführer Alexander Wehrle wollte sich am Sonntag ebenfalls nicht zum Interesse an Beiersdorfer äußern: „Wir haben seit sechs Wochen mit mehreren Kandidaten gesprochen. Wir haben ihnen zugesichert, ihre Namen nicht zu kommentieren.“ Allerdings ergänzte Wehrle mit Erregung in der Stimme: „Die Position des Geschäftsführer Sports muss besetzt sein. Wir werden bald eine Lösung präsentieren.“ Heißt sie Dietmar Beiersdorfer?

Nicolai Müller hat gestern seine Zelte in Köln wieder abgebrochen und ist nach Hamburg zurückgekehrt. Der Angreifer hatte den entscheidenden Teil der Reha-Phase nach seinem Kreuzbandriss in der Domstadt absolviert, wo er auch operiert worden war. Nun arbeitet er im UKE sowie im Volkspark für sein Comeback, das er im Verlauf der Rückrunde geben will.

Er wird schmerzlich vermisst, doch nachdem sich Nicolai Müller im ersten Spiel der Saison gegen Augsburg (1:0) bei seinem Torjubel das Kreuzband gerissen hatte, befindet sich der Angreifer in der Reha in Köln. „Es wurde genug über diese Aktion gelacht – und das ist verständlich. Es war dumm und unglücklich. Aber ich glaube, mehr Pech kann man in solch einer Situation nicht haben. Es ist einfach beschissen gelaufen und frustrierend“, sagte Müller der „Bild“ und versicherte: „Der Hubschrauber-Jubel in dieser Form ist Geschichte.“ Wann er dem HSV wieder helfen wird? „Im Endeffekt geht es mir nicht um einen neuen Kreuzbandriss-Reha-Weltrekord, sondern um etwas Nachhaltigeres. Was bringt es mir denn, wenn ich nach vier Monaten wieder auf dem Platz stehe und nach fünf Monaten wieder kaputt bin? Gar nichts! Dein Kreuzband heilt nicht schneller, nur weil du es permanent erzwingst.“ Sicher ist Müller, dass er gestärkt aus der Zwangspause hervorgehen wird: „Bei all den negativen Beispielen, von denen man immer spricht, gibt es so viele Spieler, die besser zurückgekommen sind, als sie vorher waren, und noch Jahre auf Top-Niveau gespielt haben. Ich mache mir da überhaupt keinen Kopf. Ich bin mir sicher, dass auch ich stärker zurückkomme. Ihr werdet mich in dieser Saison noch jubeln sehen!“