Seine sportliche Zukunft ist weiter ungewiss, nachdem der Aufsichtsrat des HSV die Einigung zwischen dem HSV und Nicolai Müller über eine Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrags (2,8 statt zwei Millionen Euro Gehalt) vorerst nicht absegnete. Geklärt ist dagegen, dass der 30-Jährige seine Reha-Phase nach dem Kreuzbandriss zum Liga-Auftakt gegen den FC Augsburg (1:0, Tor: Müller) in Köln fortsetzen wird. Der Angreifer zieht Ende Ok­to­ber mit Frau Jessica und den beiden Kindern in die Domstadt, wird von Knie-Spe­zia­list und Operateur Peter Schä­fer­hoff überwacht. Derzeit ist man auf Wohnungssuche. „Ich habe ein gutes Ge­fühl bei der Wahl. Die OP lief super, ich wurde top be­treut. Es gab wenig, was da­ge­gen sprach“, sagte Müller der „Bild“.

Im Alter von 29 Jahren hat Artjoms Rudnevs seine Karriere beendet. Auch für die HSV-Fans eine überraschende Nachricht. 2012 hatte der damalige Sportchef Frank Arnesen den Letten für eine Ablöse von 3,5 Millionen Euro von Lech Posen aus Polen verpflichtet. Bis zu seinem Wechsel 2016 nach Köln erzielte „Rudi“ in 74 Bundesliga-Spielen für den HSV 15 Tore. Gleich in seinem ersten Jahr in Hamburg absolvierte Rudnevs alle 34 Saisonspiele und war mit zwölf Treffern bester HSV-Schütze. 2013/14 lief es dann nicht mehr rund für ihn (sieben Einsätze, kein Tor) und so wurde er im Winter für ein halbes Jahr nach Hannover ausgeliehen (16 Spiele, vier Tore). In seinen letzten beiden Jahren im HSV-Trikot konnte sich der schnelle Angreifer kaum mehr durchsetzen: In insgesamt 33 Spielen traf er nur noch drei Mal. Darunter war aber auch der extrem wichtige Führungstreffer im Nordderby gegen Werder im November 2014 (2:0). Sein letztes Tor für den Dino erzielte „Rudi“ im Februar 2016 beim 3:2 gegen Gladbach. Im Mai wurde er dann verabschiedet und wechselte anschließend ablösefrei nach Köln.

Artjoms Rudnevs feietr sein Tor im Nordderby 2014. (Foto: Witters)

In diesem Nordderby wird Claudio Pizarro mal nicht die HSV-Abwehr vor Probleme stellen. Doch der Ex-Bremer wird in der Rückrunde dem Volkspark einen Besuch abstatten. Denn der 38-jährige Stürmer hat beim 1. FC Köln bis Saisonende unterschrieben. Trainer Peter Stöger sagt: „Claudio Pizarro ist ein Stürmer mit einem starken Torabschluss und eine Persönlichkeit, die unserer Mannschaft gut tut.“ Der Peruaner hat in 27 Liga-Spielen gegen den HSV 19 Tore erzielt.

In der Hinrunde der Vorsaison spielte Mergim Mavraj noch für Köln, ehe er im Winter zum HSV wechselte. Während der Verteidiger gegen den Abstieg kämpfte, qualifizierte sich sein Ex-Klub für die Europa League – und tritt Donnerstag beim FC Arsenal an. Kommt da Neid auf? „Ich gönne es ihnen, aber tauschen will ich nicht. Der HSV ist geil – und das sehe auch nicht nur ich so. Spieler von außerhalb kommen wieder gerne nach Hamburg“, sagte Mavraj der „Bild“ und versicherte: „Hier spüre ich einen anderen Stellenwert. Man hat mich als Führungsspieler geholt.“

Kyriakos Papadopoulos glaubt nach dem Traumstart mit zwei Siegen an eine gute Saison für den HSV. „Ich will keine großen Sprüche klopfen, wir sind nicht Barcelona, Dortmund oder Bayern und spielen den schönsten Fußball. Aber wir kämpfen, wir sind eine richtige Mannschaft, das sieht man auf dem Platz. Und wir sind zu Hause eine Macht geworden. Wir wollen in dieser Saison einfach keinen Stress und keine Kopfschmerzen mehr haben wie in den vergangenen Jahren, als wir gegen den Abstieg gespielt haben. Wir wollen den Fans viel Freude bereiten“, sagte der der Grieche der „Sport Bild“. Auch zu seiner mit der Gelben Karten bestraften und viel diskutierten Schwalbe in Köln äußerte sich die Abwehr-Kante: „Das hat mich schon berührt. Natürlich war die Aktion am Ende nicht richtig, dafür habe ich mich auch entschuldigt. Aber ich wurde kritisiert, als ob ich jemanden verletzt hätte. Ich dachte, dass meine Mannschaft Zeit braucht, dass ich mit der Aktion ein, zwei Minuten für sie gewinnen kann. Am Ende war es sicher der falsche Weg. Aber ich als Spieler versuche immer alles, damit der HSV Erfolg hat. Selbst wenn ich dann der letzte Depp bin und mich alle hassen.“

Dass Kyriakos Papadopoulos in Köln wegen einer Schauspiel-Einlage die Gelbe Karte sah, nahm Markus Gisdol zum Anlass, den Griechen zur Seite zu nehmen. „Wir haben darüber geredet“, berichtete der HSV-Coach und versicherte: „Papa wird das sicher nicht noch einmal machen. Er steht ja generell auch nicht für Schwalben.“