Thomas Schaaf steht wie kaum ein anderer für Werder. Als Spieler stand er von 1978 bis 1995 in Bremen unter Vertrag, von 1999 bis 2013 war er Trainer – und ein Derby-Experte. In seiner Kolumne für die „Deichstube“ schreibt der 56-Jährige: „Ich habe die Nordderbys geliebt – ob als Spieler oder auch als Trainer. Es hat einfach unglaublichen Spaß gemacht, weil beide Mannschaften wirklich versucht haben, das Optimale aus sich herauszuholen. Jeder wusste, wie groß die Erwartungshaltung ist – gerade bei den Fans. Dem kann sich niemand entziehen, auch nicht, wenn er erst kurz bei einem der beiden Klubs  ist. Die Einflüsse von außen sind viel zu groß. Als Trainer versuchst du natürlich, ganz ruhig zu bleiben. Ich habe meinen Spielern in der Kabine immer gesagt: „Jungs, ihr wisst, was da draußen gleich los ist, aber wir haben unseren Plan, an dem wollen wir festhalten.“ Nun hofft Schaaf erneut auf ein packendes Duell: „Beide Klubs stehen leider nicht mehr so weit oben. Von der Tabelle her ist es kein großes Ding. Aber der Moment zählt. Derbysiege können dich richtig pushen, dir zusätzliche Kraft geben. Das ist eine große Chance für Werder, aber auch für den HSV. Dem ist es nach dem tollen Start zuletzt nicht so gut ergangen. Beiden Teams fehlt die Sicherheit. Wer die am Samstag zuerst findet, der wird sich durchsetzen.“

Thomas Strunz, Ex-Bayern-Profi und 1996 Europameister mit der DFB-Auswahl, lässt in seiner Experten-Kolumne für Sport1 kein gutes Haar am HSV. „Wenn man die ganze Saison anschaut, muss man festhalten, dass der HSV zu Recht dort steht, wo er steht – nämlich im tiefsten Tabellenkeller“, schrieb er und fügte hinzu: „Es ist eigentlich Wahnsinn, dass sie den Klassenerhalt schon wieder schaffen können. Das beste Beispiel war der Ausgleichstreffer gegen Schalke: Wenn Pierre-Michel Lasogga den Ball normal nimmt, trifft er wahrscheinlich Sead Kolasinac auf der Torlinie. So schießt er sich irgendwie selbst an und deswegen über den Verteidiger drüber. Damit haben sie wieder zumindest die Relegation sicher. Das ist Wahnsinn – aber an das HSV-Glück hat man sich mittlerweile schon gewöhnt.“

Christoph Metzelder spielte einst für Schalke 04, verfolgt das Geschehen in der Bundesliga nun als Experte. In seiner „Kicker“-Kolumne fällt der 36-Jährige ein hartes Urteil über seinen Ex-Klub und den HSV, die Sonnabend aufeinandertreffen. „Beide Klubs hinken seit Jahren ihren Ansprüchen hinterher. Die Schalker müssten sogar, bei ihrem Personaletat, alljährlich um die Champions League konkurrieren. Und für Hamburg hätte die erste Relegation 2014 zum Erweckungserlebnis werden müssen. Da der HSV zudem seinen Kader für diese Runde für über 40 Millionen Euro aufzubessern versuchte, ist es umso weniger verständlich, dass es nicht gelingt, aus dieser Negativspirale herauszukommen. Doch hoffnungsvolle Spieler werden dort regelmäßig schlechter, offensichtlich ist der Wechsel in die Hansestadt nach wie vor der Einzug ins Fußball-Establishment. So fehlt es in Hamburg an hungrigen Spielern, die diesen Verein als Sprungbrett nutzen wollen.“

In seiner MOPO-Kolumne „Hart aber Felix“ hat sich HSV-Legende Magath nach dem 0:5 beim FC Bayern natürlich auch mit seinem Herzensklub beschäftigt: „Vermutlich lagen zahlreiche Tipper mit der Anzahl der Münchner Tore eher zu hoch als zu niedrig. Für den HSV beginnt die Saison erst am zweiten Spieltag im Volksparkstadion gegen Stuttgart.“ Die komplette Magath-Kolumne zum Liga-Start: Heute in der MOPO!