Nach dem Rauswurf von Steffi Jones trainiert die Frauenfußball-Nationalmannschaft am Mittwoch erstmals mit Interims-Bundestrainer Horst Hrubesch. Die Mannschaft bereitet sich unter der HSV-Legende in Leipzig auf die WM-Qualifikationsspiele am Samstag (16.15 Uhr/ARD) gegen Tschechien in Halle an der Saale und am Dienstag kommender Woche in Slowenien (16.00 Uhr/ZDF) vor. Der 66 Jahre alte Hrubesch übernimmt die Leitung des Teams für die beiden Spiele gegen Tschechien und Slowenien. Bei der endgültigen Neubesetzung des Jones-Postens will sich der DFB nach eigenen Angaben Zeit nehmen.

Zuletzt gegen Hannover (1:1) wirkte das HSV-Team gehemmt, in Dortmund hofft Bernd Hollerbach nun auf einen befreiteren Auftritt. „Der Rucksack gegen Hannover war schon enorm, das hat man gespürt. Vielleicht tun wir uns jetzt ein bisschen leichter, wenn wir aus der Ordnung heraus schnell umschalten können“, sagte der Hamburger Trainer. Und weiter: „Man weiß, dass Dortmund eine sehr starke Offensive hat. Aber man hat immer eine Chance hat, in jedem Spiel. Wir müssen wie in Leipzig stabil stehen, trotzdem immer wieder den Weg nach vorne suchen und mutig sein, wenn wir in Ballbesitz sind. Es könnte ein ähnliches Spiel geben wie in Leipzig.“

Filip Kostic, der den HSV mit seinen beiden Treffern zuletzt zwei Punkte gerettet hat, ist für das Spiel in Dortmund optimistisch, wie er der MOPO im großen Exklusiv-Interview verraten hat. „Vieles entscheidet sich im Kopf, und ich habe den Eindruck, dass wir wieder an uns glauben, dass wir positiv sind und nach Dortmund fahren, um zu zeigen, was wir können“, sagte der Serbe. „Natürlich war das Selbstvertrauen eine ganze Weile im Keller, aber das hat sich geändert“, sagte Kostic. Die 1:1-Unentschieden in Leipzig und gegen Hannover 96 hätten gezeigt, „dass wir Moral haben und Leben in uns steckt“. Das komplette Interview gibt es heute in der gedruckten MOPO zu lesen!

HSV-Profi Filip Kostic (l.) im Gespräch mit MOPO-Reporter Matthias Linnenbrügger

Die Situation ist verzwickt! Die Konkurrenz hat den HSV weiter unter Druck gesetzt, ein Sieg heute gegen Hannover ist Pflicht, um im Abstiegskampf nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Alles oder nichts? Nein, Trainer Bernd Hollerbach hat einen anderen Plan: „Wir müssen auf der Hut sein. Wir wollen vor heimischen Publikum natürlich mutig nach vorn spielen, müssen gleichzeitig aber auch aufpassen. Das letzte Heimspiel gegen Köln muss uns eine Lehre sein. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen wie zuletzt in Leipzig eine gute Balance aus Defensive und Offensive finden.“