Seit 18 Jahren singt Stadionsprecher Lotto King Karl vor dem Anpfiff seine Hymne „Hamburg, meine Perle“, stimmt damit die Fans im Volkspark auf das bevorstehende Spiel ein. Doch wie geht es nach dem Abstieg in die Zweite Liga weiter? „Ich hatte mir tatsächlich mal eine Pro- und Contra-Liste aufgeschrieben, kam dann aber recht schnell zu der Überzeugung, dass der Song so bleiben muss wie er ist. Es sind insgesamt 15 Vereins- und Ländermannschaften, die in dem Lied erwähnt werden und Eckpunkte des Hamburger Fußballs bilden – unter anderem Spiele gegen Juventus Turin und ein Endspiel in Athen. Das hat ja mit Bundesliga nichts zu tun. Das wurde damals dann aufgefüllt mit einigen der Mannschaften, die zu der Zeit in der 1. Liga spielten. Da hätte man dann ja theoretisch auch jedes Jahr eine neue Version aufnehmen müssen. Deshalb war ich froh, als auch der HSV darum bat, „Hamburg, meine Perle“ so zu lassen wie es ist. Mit der Begründung, das Lied stehe schließlich für sich. Ich finde auch, dass das nach nunmehr 18 Jahren so ist. Und so lange der Song dazu beiträgt, dass die Leute im Stadion Spaß haben, singe ich ihn gern weiter. Auch in der 2. Liga“, stellte Lotto King Karl auf der Internetseite des Klubs klar.

Auf seiner Facebook-Seite hat sich Stadionsprecher und Kult-Sänger Lotto King Karl zum Abstieg des HSV zu Wort gemeldet, von einer rührenden Begegnung nach dem Abpfiff mit Klub-Legende Uwe Seeler berichtet und einen Appell an die Fans gerichtet. Hier Lottos Eintrag: „Nun ist es tatsächlich passiert. Es hat sich lange abgezeichnet, doch nun ist es Realität. Trotz des dritten Heimsieges in Folge. Und wißt Ihr was? Da werden wieder einige Leute hämisch sein, einige werden es uns gönnen und auch über Schadenfreude muß man sich keine Gedanken machen: die kommt sicher! Und vielleicht hat der Eine oder Andere sogar Grund dazu, denn das ist auch klar: diese Wochen und Monate der langen Reden über umgestoßene Böcke und sich beim nächsten Spiel endlich mal belohnen oder beim übernächsten, dann aber bestimmt, haben nicht nur den Abstieg verursacht, sie haben uns auch Sympathien gekostet. Ich bin ein Junge aus der Westkurve, ich war auch mal jung und bin mitgerissen worden von der Dynamik der Kurve – und manchmal nimmt man den Mund auch zu voll. Aber ich weiß heute: manchmal ist eben leider auch Zahltag. Heute war unser Zahltag. Heute gab es die Quittung für viele Situationen in den letzten Jahren, in denen man das Gefühl hatte, es ging nicht darum, daß das richtige gesagt und getan wurde, sondern nur darum, wer das letzte Wort hatte. Irgendwann geht sowas mal schief. Aber ich habe heute und auch des Öfteren in den letzten Wochen einen Club erlebt, der angefangen hat, sich zu bewegen. Zu spät, wie wir jetzt wissen und längst geahnt haben, aber er hat sich bewegt! Und ich habe eine Mannschaft gesehen, die wieder Spiele gewinnen kann und einen Trainer, der weiß, warum! Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können aus ihr lernen. Dies ist die Zeit für Trauer, wir werden darum nicht herumkommen. Ich habe nach dem Spiel Uwe Seeler getroffen, wir haben uns umarmt und er hatte Tränen in den Augen. So ist das an einem solchen traurigen Tag. Aber ein einschneidender Moment ist auch ein wichtiger Moment, je eher wir uns aufraffen, desto besser! Dies ist unsere „Stunde Null“, die Zukunft beginnt genau jetzt! Laßt es uns gemeinsam besser machen! Nur darum kann es von diesem Moment an gehen!“

Vor dem Härtetest gegen Espanyol Barcelona (1:1)  schmetterte Lotto King Karl zum x-ten Mal seinen Kult-Hit „Hamburg, meine Perle“. Eine Veränderung gibt es im Liedtext. Nach dem Abgang von René Adler zum FSV Mainz 05 heißt es jetzt nicht mehr „Wenn du aus Leverkusen kommst, ist dein Torwart hier bei uns zu Hause“, sondern „… ist dein Papa hier bei uns zu Hause“.

Am 6. August lädt der HSV ab 10 Uhr zum „Volksparkfest“, in dessen Rahmen auch das Testspiel gegen Espanyol Barcelona (15 Uhr, Tickets ab zehn Euro) stattfindet. Anschließend wird die Saison-Eröffnung auf dem Vorplatz des Stadions gefeiert, auf der Showbühne treten Elvis und Pape, Abschlach! sowie Lotto King Karl auf. Der Eintritt zum „Volksparkfest“ ist frei.