In den Herzen der Fans wird Felix Magath immer seinen Platz haben, schließlich schoss er den HSV im Finale gegen Juventus Turin 1983 zum Europoapokalsieg. Doch was in der vergangenen Jahren bei seinem Klub passierte, macht den 64-Jährigen wütend. Im NDR-Interview rechnete Magath mit Bossen und Profis ab. „Was mittlerweile unter der Bezeichnung ‚HSVer‘ für den Verein tätig ist, da würde ich diese Bezeichnung nicht verwenden“, sagte er. Die Bosse würden sich nur schmücken wollen statt etwas zu bewegen: „Der HSV ist ein großer Traditionsverein, der früher große Erfolge gefeiert hat. Jeder, der sich hier zur Verfügung gestellt hat, wollte damit glänzen. Der HSV hat immer auf die Personen abgestrahlt, die ihn vertreten haben. Aber ich habe lange keinen mehr gesehen, der etwas für den HSV gemacht hat.“ Auch das Auftreten von Trainer Christian Titz bewertet Magath kritisch: „Ich kann die Qualität seiner Arbeit nicht wirklich beurteilen. Aber was ich bisher gehört habe, ist es auch wieder so, dass Herr Titz vom HSV lebt und nicht der HSV vom Herrn Titz.“

Ab 23.35 Uhr zeigt das NDR-Fernsehen heute Abend seine Dokumentation über den HSV. Kein Blatt vor den Mund nimmt im Rahmen der Sendung Felix Magath. „Als ich 1976 zum HSV kam, spielten dort etwa 20 Spieler, die darauf stolz waren. Dieser bedingungslose Einsatz für den HSV ist schon lange nicht mehr zu sehen“, so der frühere Spieler, Manager und Trainer des „Dinos“, der die Probleme vor allem im Bereich der Führungsebene ausgemacht hat. Die Verantwortung für Fehler „übernimmt niemand. Seit 20 Jahren sind es nur die Trainer, die jedes Jahr drei, viermal gewechselt werden, wenn es geht. Darüber wird überhaupt nicht gesprochen, dass ständig Geld verschleudert wird für eigenes Unvermögen.“

Vor einigen Tagen überraschte Felix Magath mit der Aussage, dass er „drauf und dran“ gewesen wäre, Anteile an der HSV Fußball AG zu erwerben und „erst mal“ davon Abstand genommen habe, weil er mit einem Kontaktversuch bei Investor Klaus-Michael Kühne abgeblitzt sei. In der MOPO hat sich nun Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann zum Plan des HSV-Idols geäußert: „Felix Magath ist ja durchaus bekannt für unkonventionelle Methoden. Das ist offensichtlich nicht nur auf dem Trainingsplatz der Fall, sondern auch beim Versuch, Anteile am HSV zu erwerben.  Er hat ja meine Telefonnummer, dann soll er bei mir mal anrufen.“

Die Führung des HSV setzt weiter auf die Zusammenarbeit mit Klaus-Michael Kühne, konkret mochte sich Bernd Hoffmann im Rahmen seines Auftritts bei NDR 90,3 aber nicht äußern. „Er ist ein Riesenfan und begleitet den HSV weiterhin positiv. Inwieweit das wirtschaftlich belastbar ist, wird man sehen“, sagte der Aufsichtsrats-Boss. Dass Felix Magath erwägt, sich als Investor einzubringen, kommentierte Hoffmann süffisant: „Wenn er sie erwerben will, wäre es schön, wenn er sich beim HSV meldet. Die Nummer hat er.“ Aktuell sind etwa 1,2 Prozent der AG-Anteile verfügbar.

Der frühere Hamburger Profi, Trainer und Manager Felix Magath erwägt einen Einstieg beim HSV als Investor. Wie er gestern im „Sportschau Club“ in der ARD berichtete, sei er bereits kurz davor gewesen, den Schritt zu wagen. „Ich würde gern helfen, war Ende Januar auch drauf und dran, Anteile am HSV zu erwerben. Ich habe das Gespräch gesucht mit Herrn Kühne, allerdings wollte Herr Kühne nicht mit mir reden. Da der HSV der größte Anteilseigner ist und Herr Kühne der zweitgrößte, habe ich so keine Möglichkeit gesehen, mit meinem kleinen Anteil Einfluss zu nehmen und erst mal davon Abstand genommen.“ Erst mal! Das Thema ist also nicht vom Tisch. Übrigens: Für Magath wäre es kein Neuland, denn Ende 2014 stieg er bereits als Investor beim schottischen Spitzenklub Glasgow Rangers ein, erwarb damals laut BBC ein Prozent der Anteile.

Felix Magath hat im „Sportschau Club“ in der ARD verraten, dass er sich trotz der prekären Lage für seinen früheren Klub wirtschaftlich engagieren wollte. „Selbstverständlich schmerzt es mich, was in Hamburg passiert. Ich würde gern helfen, war Ende Januar auch drauf und dran, Anteile am HSV zu erwerben. Ich habe das Gespräch gesucht mit Herrn Kühne, allerdings wollte Herr Kühne nicht mit mir reden. Da der HSV der größte Anteilseigner ist und Herr Kühne der zweitgrößte, habe ich so keine Möglichkeit gesehen, mit meinem kleinen Anteil Einfluss zu nehmen und erst mal davon Abstand genommen“, sagte Magath, der mit dem Ex-Verein leidet: „Es ist ein Jammer, was in Hamburg passiert. Und es ist unvorstellbar, wie man einen so guten, starken Verein in einer so wundervollen Stadt so zerstören kann. Ich habe versucht, mitzuhelfen, wurde zweimal von den Aufsichtsrats-Vorsitzenden angesprochen, die es aber jeweils nicht hinbekommen haben, eine Mehrheit hinter sich zu bringen, um mich zu holen.“ Warum? Magath dazu: „Ich war immer umstritten, weil ich klar gesagt habe, dass ich die sportlichen Entscheidungen treffen und verantworten will, ohne ständig mit den Gremien darüber zu diskutieren.“

Vereins-Idol Felix Magath bietet dem HSV ein weiteres Mal seine Hilfe an. „Ich wäre immer bereit, für den HSV auch schwierigere Jobs zu übernehmen“, sagte der 64-Jährige den „Oberpfalz-Medien“. Aber: „Man hat mich nicht gefragt.“ Die Entlassung seines früheren Assistenten Bernd Hollerbach nach nur sieben Spielen als HSV-Chefcoach sei „natürlich ein Witz“, Hollerbach habe „gute Arbeit“ geleistet, jedoch leider keine guten Ergebnisse erzielt.