Abstiegskampf kurios: Freiburg kommt nächste Woche als Gegner in den Volkspark. Am Montag muss der HSV dem SC aber noch kräftig die Daumen drücken. Denn gewinnt Mainz das letzte Spiel des 30. Spieltages, hätte Hamburg acht Punkte Rückstand auf Relegations-Platz 16. Mainz, Freiburg und Wolfsburg stünden dann bei 30 Zählern, der HSV hat nur 22. Acht Punkte bei nur noch vier Spielen wären wohl kaum mehr aufzuholen. Leistet Freiburg allerdings Schützenhilfe und siegt in Mainz, bleibt es bei „nur“ fünf Zählern Rückstand – und die Hoffnung wäre weiter komplett da. Anpfiff der Partie ist am Montag um 20.30 Uhr.

Auswärts bleibt der HSV viel zu harmlos. Bei der TSG Hoffenheim gab es eine verdiente 0:2-Niederlage für das Team von Trainer Christian Titz. Serge Gnabry (18.) und Adam Szalai (27.) erzielten die Tore. Da Köln 1:2 in Berlin verloren hat, bleibt der Dino immerhin auf Platz 17. Mit weiterhin 22 Punkten hat der HSV fünf Punkte Rückstand auf den 16. Mainz, der allerdings noch am Montag gegen Freiburg spielt. Es folgen noch vier Spieltage.

So hat der HSV gespielt: Pollersbeck – Sakai, Gideon Jung, van Drongelen (76. Salihovic), Santos – Steinmann (33. Ekdal) – Holtby, Waldschmidt (63. Arp) – Kostic, Hunt, Ito

Mit dem HSV ging René Adler in den vergangenen Jahren immer als Sieger aus dem Kampf gegen den Abstieg hervor. Jetzt soll der 33-jährige Torwart bei Mainz 05 das Team zum Klassenerhalt führen. Sandro Schwarz sieht ihn als entscheidenden Mann an: „René kennt die Situation aus Hamburg. Er lenkt und führt die Gruppe“, sagte der FSV-Trainer, der Adler als seinen verlängerten Arm auf dem Platz ansieht: „Es ist extrem wichtig, dass er die Jungs coacht.“

Interessante Ergebnisse der Nachmittagsspiele, die dem HSV nicht wirklich helfen: Wolfsburg befreit sich durch einen 2:0-Sieg in Freiburg, Köln und Mainz trennen sich 1:1. Der HSV steht damit vor seinem Abendspiel gegen Schalke mit zwei Zählern hinter dem 17., Köln, und acht hinter Mainz, das den Relegationsplatz belegt. Wolfsburg hat bereits zehn Punkte mehr auf dem Konto als die Hamburger. Im Optimalfall kann der HSV heute auf Rang 17 klettern und den Spieltag mit fünf Punkten Rückstand auf Platz 16 beenden.

Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck erwartet für das Keller-Duell mit dem FSV Mainz 05 am Sonnabend einen anderen Auftritt seines Teams als beim 0:6 bei 1899 Hoffenheim. „Ich habe das Gefühl, dass es nach der Klatsche eine Reaktion der Mannschaft geben wird. Die hat es immer gegeben, darauf verlasse ich mich“, sagte er. Durch einen Sieg gegen Mainz könnte der FC trotz des katastrophalen Saisonstarts den Rückstand auf den Relegationsrang auf drei Punkte verkürzen. „Dass wir noch dabei sind, ist ja schon fast eine Sensation“, meinte Ruthenbeck.

Mit einem psychologischen Trick will Mainz-Coach Sandro Schwarz die Köpfe seiner Profis für das Saisonfinale freibekommen. Nach dem Motto: Vergesst, was war! Es geht neu los. So rief er für die letzten sieben Spiele eine „Endrunde“ aus, mit dem Ziel, die anderen Kellerkinder HSV, Köln und Wolfsburg in dieser Phase hinter sich zu lassen. Für die 05er begann es mit einem Punkt gegen Gladbach (0:0). Schwarz: „Jetzt haben wir unser erstes Auswärtsspiel in Köln, wo wir antreten, um zu gewinnen.“ Dass dies in der Fremde bei 14 Versuchen nur einmal gelang, interessiert ihn nicht. Deshalb, so Schwarz, „haben wir einen Neustart ausgerufen.“

Sieben Punkte muss der HSV in den verbleibenden sieben Spielen auf Mainz oder Wolfsburg aufholen, um zumindest noch die Relegation erreichen zu können. Zudem liegt der Liga-Dino zwei Zähler hinter dem Vorletzten Köln. Eine Herkulesaufgabe, denn Hamburg hat auf dem Papier das schwerere Restprogramm. Die Durchschnittsplatzierung der verbleibenden Gegner ist nach dem 27. Spieltag 8,43. Die Mainzer Gegner kommen auf 10,14, die Wolfsburger auf 12,14, die des 1. FC Köln auf 9,43. Der tabellarisch schwerste Saisonendspurt erwartet Hannover 96 (7,14).

Nicht nur in Hamburg hängt der Haussegen nach 14 Spielen in Folge ohne Sieg, der Kritik von Kyriakos Papadopoulos an Trainer Christian Titz und der Suspendierung von Walace schief. Bei Mainz 05, derzeit sieben Punkte voraus auf dem Relegationsplatz, geht Coach Sandro Schwarz nach dem 0:3 in Frankfurt auf seine Profis los. „Man kann Spiele verlierenaber die Art und Weise war fürchterlich und frustrierend.“ Er nimmt seine Kicker in die Pflicht: „Wenn ich mich hinterfrage, müssen die Spieler das auch tun, ich vermisse Selbstreflexion, Ehrgeiz, Engagement und Widerstandsgeist.“ Die Kritik am Auftreten der Mannschaft sei nachvollziehbar: „Ich kann die Leute verstehen, die fragen: Was spielen die eigentlich? Was trainieren die eigentlich?“ Auf der Zielgeraden der Saison werde er knallhart durchgreifen: „Wir brauchen Mentalitätsspieler, Zuverlässigkeit, eine viel höhere Aktivität in der Arbeit gegen den Ball. Wenn wir eine Emotionalität hätten, würden unsere Spiele nicht so aussehen wie in Frankfurt.“

Als wäre dieses Wochenende aus HSV-Sicht nicht schon mies genug gelaufen: Nein, jetzt ist der (Noch-)Dino auch noch erstmals in dieser Saison Tabellenletzter! Denn das bisherige Schlusslicht Köln hat das Derby gegen Leverkusen 2:0 gewonnen und klettert mit nun 20 Punkten auf Rang 17. Die Hamburger (18 Zähler) haben weiterhin sieben Punkte Rückstand auf Mainz und Wolfsburg (je 25). Und es sind nur noch sieben Spieltage.

Natürlich schauen Verantwortliche und Fans auch darauf, was die Konkurrenz macht. „Wir haben es nicht selbst in der Hand, sind auf Schützenhilfe angewiesen. Klar, dass man auch nach links und nach rechts schaut“, betonte Interims-Sportchef Thomas von Heesen. Zeitgleich mit dem HSV (18 Punkte) um 15.30 Uhr tritt Mainz 05 (25 Punkte) bei Eintracht Frankfurt an. Um 18.30 Uhr empfängt dann der VfL Wolfsburg (25 Punkte) den FC Schalke 04.