Auswärts will es in dieser Saison überhaupt nicht laufen. Der HSV kassierte auf Schalke die fünfte Niederlage auf einem fremden Platz in Folge – die längste Negativserie seit zweieinhalb Jahren. Deshalb will Coach Markus Gisdol nun die Punkte im heimischen Volksparkstadion holen. Er sagt: „Wir laufen den Punkten aktuell etwas hinterher. Da müssen wir vor allem in den Heimspielen punkten.“

Bobby Wood hatte die Länderspielpause zum Auftanken in Hamburg genutzt. Dem US-Team hatte der Stürmer, der zuletzt sehr unglücklich agiert und seinen Stammplatz an Fiete Arp verloren hatte, eine Absage erteilt. Auf die Frage des MOPO-Reporters, wie er Woods Leistungsstand zurzeit einschätze, sagte Trainer Markus Gisdol: „Bei Bobby ist es wie bei jedem anderen Spieler auch. Der Konkurrenzkampf, den wir jetzt wieder im Training haben, weil einfach mehr Leute fit sind, tut ihm gut. Außerdem musste sich sein Knie regenerieren. Da hat ihm die Zeit hier geholfen.  Bobby hat in dieser Woche gut trainiert. Er ist wieder dran.“

Fünf Tore und vier Vorlagen in zehn Ligaspielen. Pierre-Michel Lasogga hat sich in Englands zweiter Liga zuletzt den Frust, den er in seiner Hamburger Zeit aufgebaut hatte, von der Seele geschossen. Trainer Markus Gisdol aber musste zugeben, dass er den Stürmer nach dessen Leihe zu Leeds United ein wenig aus den Augen verloren habe. „Im Tagesgeschäft ist es so, dass der Kontakt ein Stück weit verloren geht, wenn der Spieler weg ist“, sagte Gisdol. „Aber ich freue mich total, dass er seinen Teil dazu beiträgt, dass Leeds ein Aufstiegskandidat ist. Das ist sehr schön für ihn.“

Erstmals hat sich Trainer Markus Gisdol auch zur Ausbootung von Lewis Holtby, der gegen Stuttgart völlig überraschend nicht zum HSV-Kader gehört hatte, geäußert. Auf die Frage des MOPO-Reporters sagte der Coach: „Das sind natürlich rein sportliche Dinge, die ich in erster Linie mit meinen Spielern bespreche.“ Etwas konkreter wurde er dann aber doch. „Nicht alle Spieler, die auf dem Trainingsplatz stehen, können im Kader dabei sein. Wir haben zuletzt auf andere Zehner gesetzt, aber Lewis verhält sich tadellos“, sagte Gisdol. Holtbys Nichtberücksichtigung sei „keine Entscheidung für die Ewigkeit. Es war im letzten Spiel so und es wird vielleicht auch im nächsten Spiel so sein, aber es ist schön zu sehen, dass Lewis Gas gibt“, erklärte Gisdol. „Er ist vielleicht in einem kleinen Tal, aber er tut alles, um sich daraus zu befreien. Lewis ist ein guter Bursche.“

Die Diskussionen um die Neubesetzung des Aufsichtsrates hat auch Markus Gisdol verfolgt. „Als Trainer muss man schon schauen, was im Verein los ist, aber es bewegt mich nicht sehr“, sagte er auf der Pressekonferenz. „Ich hoffe, dass wir gute Lösungen hinbekommen. Aber diese Diskussionen haben keinerlei Auswirkungen auf das Team. Ich befasse mich damit, aber es belastet uns überhaupt nicht.“

Der Hype um Fiete Arp war nach seinen zwei Bundesliga-Toren in Berlin und gegen Stuttgart enorm. Auf die Frage des MOPO-Reporters wie er mit dem 17-Jährigen umgehe, antwortete Trainer Markus Gisdol: „Ich halte mich da sehr zurück. Ich gebe ihm den Tipp, er soll sich nicht von jedem bequatschen lassen, denn es ist unglaublich viel Wirbel um ihn herum. Ich will ihn in dem Lauf belassen.“

Ob Fiete Arp und Tatsuya Ito auch auf Schalke in der Startelf stehen werden, ließ Trainer Markus Gisdol in der Pressekonferenz offen. „Wir wollen uns noch nicht in die Karten schauen lassen, aber wir sind froh, dass Fiete und Ito so einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Sie können die Mannschaft mit ihrer jugendlichen Leichtigkeit beleben“, sagte er, bremste aber zugleich die Ewartungen an das Überflieger-Duo. „Sie sind eine gute Ergänzung, aber getragen werden wir von der gesamten Mannschaftsleistung.“

Markus Gisdol kann am Sonntag gegen Schalke fast auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. „Es war relativ schnell absehbar, dass Albin Ekdal verletzt ist. Er ist aber der einzige Angeschlagene, alle anderen sind wiederhergestellt und fit fürs Wochenende“, sagte der HSV-Trainer auf der Pressekonferenz. „Am Dienstag waren alle zurück, wir konnten noch mal in Ruhe über das Stuttgart-Spiel sprechen und die wichtigsten Szenen anschauen.“