Nach dem 3:2 des HSV gegen Schalke 04 wird plötzlich wieder eifrig gerechnet. Beim Blick auf das Restprogramm mit Spielen gegen 1899 Hoffenheim, Freiburg, Wolfsburg, Frankfurt und Gladbach traut Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus den Hamburgern trotz ihrer fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz die Rettung zu. „Der HSV glaubt an sich und lebt noch“, sagte der Sky-Experte und betonte. „Es wird sehr eng, aber grundsätzlich können sie zehn, elf Punkte holen.“

Nach zehn Jahren an der Spitze des Clubs der Nationalspieler (CdN) hat sich Uwe Seeler vom Posten des Vorsitzenden zurückgezogen. Das HSV-Idol wird künftig Ehrenvorsitzender, seine Nachfolge als Vorsitzender übernimmt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Der Weltmeister-Kapitän von 1990 wurde im Rahmen des Jahrestreffens am Rande des Länderspiels zwischen Deutschland und Brasilien im Berliner Olympiastadion vorgestellt. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte: „Uwe Seeler hat das Amt so bekleidet, wie er auch als Spieler war: Ihm ging es nur um das Team – in diesem Fall die Gemeinschaft der ehemaligen Nationalspieler. Seeler war ein herausragender Repräsentant, dem wir als DFB nicht genug danken können.“ Auch Seeler äußerte sich: „Mein Dank gilt vor allem dem DFB, der den Weg zu dieser tollen Gemeinschaft der Ehemaligen geebnet hat. Ob bei den großen Jahrestreffen oder bei den regionalen Zusammenkünften – es ist einfach eine wunderbare Sache, sich im Rahmen eines Länderspiels zu treffen, miteinander zu plaudern und gemeinsam der aktuellen Mannschaft die Daumen zu drücken. Mir war es eine Ehre, den Club zu führen, mit 81 Jahren ist es jetzt aber an der Zeit, sich zurückzuziehen. Lothar ist jung und dynamisch, er tritt das Amt mit Begeisterung an. Bei ihm weiß ich unseren Club in guten Händen.“ Dieses Versprechen gab ihm Matthäus: „In den vergangenen zehn Jahren hat sich Uwe Seeler mit großem Engagement für den Club eingesetzt, er hat viel Energie und Zeit investiert. Dass ich ihm nun an der Spitze folge, freut mich sehr und macht mich stolz. Ich will die Arbeit von Uwe Seeler fortführen und mit eigenen Ideen und Initiativen neue Akzente und Ausrufezeichen setzen.“

Rekord-Nationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus hat sich in seiner Kolumne „So sehe ich das“ mit dem HSV beschäftigt. Vor allem die Personalpolitik kritisiert er dabei deutlich: „Dass der Verein es immer noch nicht geschafft hat, Pierre-Michel Lasogga, Lewis Holtby und Aaron Hunt zu verkaufen, ist ein Versäumnis und für mich unverständlich. Jeder weiß, dass der HSV schon lange daran interessiert ist, die drei von der Gehaltsliste zu bekommen. Dass dieses Vorhaben noch immer nicht umgesetzt worden ist, ist ebenso ein großes Risiko“, so Matthäus und berichtet aus eigener Trainer-Erfahrung: „Diese Jungs sind verständlicher Weise demotiviert, lustlos und können ihre schlechte Laune auf ihre Mitspieler übertragen.“ Sein Rat: „Meines Erachtens hätte man auch alle drei Spieler schon mit einer entsprechenden Abfindung abgeben können. Aber da fehlt den Machern des HSV offensichtlich der Mut und die Entscheidungsfreudigkeit.“

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist zwar enttäuscht von der Leistung des HSV in der laufenden Saison, er traut dem Liga-Dino aber gegen Wolfsburg die Last-Minute-Rettung zu. „Insgesamt sehe ich die Hamburger in diesem Abstiegs-Duell im Vorteil. Sie haben nicht nur die Erfahrung aus zwei vorhergegangenen Relegationen, sondern vor allem ihr Publikum beim Heimspiel im Rücken. In diesen Momenten kann der HSV seine Heimstärke ausspielen, die er oft auch gut hinter mäßigen Leistungen zu verstecken weiß“, schrieb Matthäus in seiner „Sport Bild“-Kolumne und lobte die Führungscrew: „Die Verantwortlichen wie Heribert Bruchhagen, Jens Todt und Markus Gisdol haben trotz der inkonstanten Leistungen ihres Teams Ruhe in das Umfeld gebracht. Ich tippe auf einen 2:1-Sieg des HSV gegen Wolfsburg.“

Die ehemaligen Fußball-Nationalspieler Oliver Kahn und Lothar Matthäus sind sich sicher, dass der HSV auch diesmal den Klassenverbleib schaffen wird. „Es sieht so aus, dass die Hamburger ihrer Tradition treu bleiben, nicht abzusteigen. Ich denke, sie werden es wieder packen“, sagte Kahn. Rekord-Nationalspieler Matthäus sieht alle Nordteams auf dem Weg der Besserung. „Der HSV, Wolfsburg und Bremen können zwar noch nicht ruhig schlafen, aber sie werden es schaffen“, prophezeite er bei der Verleihung des Deutschen Sportjournalistenpreises in Hamburg. 

Rekord-Nationalspieler und Bayern-Legende Lothar Matthäus hat Markus Gisdol in der MOPO den Ratschlag gegeben, in München zu mauern. „Der HSV muss gegen den FC Bayern defensiv kompakt auftreten, um den Münchnern wenig Räume zu geben. Dafür bietet sich eine Fünferkette an, wie es andere Vereine schon unter Beweis gestellt haben. Oder eine Viererkette mit drei defensiven Mittelfeldspielern davor.“ Gisdol dazu: „Lothar gibt immer gute Analysen ab. Natürlich schauen wir, wie wir uns auf die Stärken des Gegners einstellen. Aber wichtig ist, was das Beste für unsere Mannschaft ist.“

Der deutsche Rekord-Nationalspieler und TV-Experte Lothar Matthäus hat Dietmar Beiersdorfer in seiner „Sport Bild“-Kolumne zum Rücktritt als Vorstands-Boss aufgefordert. „Mit der neuen Position als Vorstandsvorsitzender mutete sich Beiersdorfer zu viel zu. Er ist kein Karl-Heinz Rummenigge, der sich auf dem sportpolitischen Parkett zu bewegen weiß. Statt sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren und nah an der Mannschaft zu sein, verliert sich Beiersdorfer in den vielen Aufgaben. Er würde dem Klub einen Gefallen tun, wenn er ins zweite Glied zurücktreten und wieder den Sportchef beim HSV geben würde“, so Matthäus.