Präsidentschaftskandidat Bernd Hoffmann (55) hat sich für eine Neuordnung an der Spitze des HSV ausgesprochen. „Ich würde unglaublich gerne einen Vorstandschef aufbauen, der die AG gemeinsam mit dem Aufsichtsrat bestmöglich führt. Das stelle ich mir in der Tat als eine Art Doppelspitze vor“, sagte Hoffmann der „Sport Bild“: „Das ist ein Modell, das in vielen erfolgreichen Klubs im In- und Ausland funktioniert.“ Hoffmann, von 2003 bis 2011 Vorstandsvorsitzender, tritt bei der HSV-Mitgliederversammlung am Sonntag als Herausforderer gegen Amtsinhaber Jens Meier (51) um den Posten des Klubpräsidenten des Gesamtvereins an.

Auf der Zielgeraden entwickelt sich der Wahlkampf zwischen Jens Meier und Bernd Hoffmann zu einer Schlammschlacht. In der „Sport Bild“ schoss der Amtsinhaber nun scharf gegen seinen Herausforderer und reagierte auf den Vorwurf, das amtierende Präsidium habe bewusst eine zu kleine Halle für die Veranstaltung am Sonntag gemietet, nämlich die „Kuppel“ in Lurup. „Das ist Bestandteil einer Wahlkampfstrategie, das ist eine Kampagne von Team Hoffmann“, sagte Meier. „Genau wie der Vorwurf, dass wir Vereinsanteile in Höhe von 33 Prozent verkaufen wollen. Das ist alles eine Lüge, das muss ich so deutlich sagen. Ich verstehe nicht, warum man sich überhaupt mit solchen Themen beschäftigen kann. Anstatt sich mit inhaltlichen Dingen zu beschäftigen, um den HSV voranzubringen. Das ärgert uns maßlos.“ Übrigens: Sollte am Saisonende der Abstieg stehen, sieht Meier den Klub dennoch gut gerüstet: „Wir haben eine Struktur geschaffen, um gegebenenfalls einen Wiederaufstieg sofort anzugehen.“

Führt Jens Meier wieder zusammen, was zusammen gehört? Klub-Idol Horst Hrubesch hatte bereits Anfang des Jahres betont, dass er nach Ablauf seines Vertrags als DFB-Sportdirektor im Dezember für eine Berater-Funktion beim HSV offen sei und der Verein auch schon mehrmals Kontakt zu ihm aufgenommen habe. Vor der Präsidenten-Wahl am Sonntag hat Amtsinhaber Meier nun eine personelle Überraschung angekündigt: „Ich habe Gespräche geführt, wie man sich außerhalb des Aufsichtsrats mit kompetenten Leuten verstärkt, die beratend zur Verfügung stehen. Das werde ich auf der Mitgliederversammlung vorstellen“, sagte er der „Bild“ und stellte klar: „Da wird es keine Zweifel geben, dass das Menschen sind, die den nötigen Sachverstand mitbringen.“ Die MOPO meint: Klingt nach Hrubesch!