Nach seiner Rückkehr zu Werder Bremen als Technischer Direktor wird Thomas Schaaf in der kommenden Bundesliga-Saison die Duelle mit dem HSV vermissen. Das Nordderby habe immer einen besonderen Reiz für ihn bedeutet, „wenn man das nicht hat, dann fehlt etwas“, sagte der frühere Erfolgstrainer dem „Weser Kurier“. Daher drückt Schaaf den Hamburger in der Zweiten Liga die Daumen für den Aufstieg: „Ich hoffe, dass es bald wieder stattfinden kann.“

Der HSV muss wegen der Ausschreitungen seiner Fans während des Nordderbys bei Werder Bremen eine empfindliche Geldstrafe zahlen. Das DFB-Sportgericht verdonnerte den Klub zu einer Buße in Höhe von 80.000 Euro. Der HSV hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Am 24. Februar hatten Teile der HSV-Anhänger beim Derby in Bremen (0:1) große Mengen an Pyrotechnik abgebrannt und diese teilweise auch auf das Spielfeld geworfen und geschossen. Deshalb musste die Begegnung in der 3. und in der 45. Minute kurzzeitig unterbrochen werden und verzögerte sich auch in der 86. Minute noch mal, als eine Leuchtkugel auf dem Rasen landete. Ein Zuschauer erlitt aufgrund der Vorfälle ein Knalltrauma. Außerdem warfen Hamburger Zuschauer nach dem Siegtreffer für Werder in der 86. Minute zahlreiche Getränkebecher und Fahnenstöcke aus dem Oberrang in den Unterrang, in dem Werder-Fans saßen.

Am Sonnabend schalteten 1,19 Millionen TV-Zuschauer das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem HSV ein. Nie zuvor erreichte Sky mit dem Duell der Erzrivalen mehr Fans. Ein Werder-Spiel sahen noch nie so viele Menschen beim Bezahlsender, der HSV erreichte in den fast acht Jahren Sky-Quoten nur zweimal mit Partien gegen den FC Bayern ein größeres Publikum.

Am Morgen nach der Niederlage in Bremen stellt sich Bernd Hollerbach den Fragen der Reporter. Mit dem Auftritt beim 0:1 ist der Trainer des HSV auch mit einer Nacht Abstand vollauf zufrieden: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat Moral und auch in Bremen wieder alles rausgehauen. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und müssen weiter arbeiten. Ich habe mit den Jungs gesprochen, sie wieder aufgerichtet und jetzt schauen wir nach vorn. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis – und dafür müssen wir hartnäckig bleiben. Die Mannschaft und ich, wir haben uns noch lange nicht aufgegeben.“

Er war ein Vorbild an Einsatz, konnte aber in der Offensive keine Impulse setzen. Kein Wunder, dass André Hahn voller Frust auf das Nordderby zurückblickte: „Wir haben 86 Minuten gekämpft, uns reingeworfen und als Team gut gearbeitet. In der ersten Halbzeit hatten wir leichte Vorteile, in der zweiten war Bremen einen Tick besser“, analysierte der HSV-Angreifer den Auftritt. Und weiter: „Es ist bitter, zu welchem Zeitpunkt und vor allem wie das Tor gefallen ist. In meinen Augen ist es Abseits und hätte nicht zählen dürfen. Auf diese Weise das Derby zu verlieren, ist ganz bitter. Ein 0:0 auswärts im Derby hätten uns natürlich gut getan, auch wenn wir unbedingt einen Sieg wollten. Aber es hätte ein kleines Erfolgserlebnis sein können und jeder Punkt ist enorm wichtig für uns.“