Er arbeitete als Individualtrainer von Lewis Holtby. Beide haben denselben Spielerberater. Christian Titz und der 27-jährige Mittelfeldspieler, der unter dessen Vorgängern Markus Gisdol und Bernd Hollerbach so gut wie abgeschrieben war, haben eine gemeinsame Vergangenheit und einen sehr engen Draht zueinander. Nach dem 3:0-Sieg im Testspiel gegen Odense BK äußerte sich Titz hierzu. „Es ist mit Sicherheit kein Nachteil, wenn man einen Spieler über mehrere Jahre kennt und ihn schon trainiert hat“, sagte der HSV-Trainer. „Bei anderen Spielern muss man eher ein bisschen Fantasie entwickeln. Bei Lewis weiß ich schon, wo der Weg hingehen kann. Aber es gilt ganz klar, dass Lewis einer von vielen Spielern ist, der sich über Leistung hier zeigen muss, und ich finde, das macht er bis dato sehr ordentlich. Er hat auch gegen Odense wieder ein sehr engagiertes Spiel gezeigt, ein Tor gemacht, viele Räume zugelaufen, gute Pässe gespielt. Und wie das dann manchmal auch so ist: Sie haben einen Trainerwechsel, da werden die Karten neu gemischt, und dann gibt es Spieler wie ihn, die die Chance haben, dann auch durch die Tür zu gehen.“

Zufrieden sei er als Trainer nie, sagte Christian Titz, als er nach dem 3:0-Sieg im Testspiel gegen Odense BK auf die vergangenen Tage mit der Mannschaft zurückblickte, „aber die Woche insgesamt hat uns gutgetan, weil wir ohne den Spieltagsstress Dinge ausprobieren konnten. Gegen Odense haben wir es mal mit etwas mehr Risikofreude versucht und das haben die Jungs gut umgesetzt“. In der kurzen Zeit bis zum Saisonende sei es allerdings unmöglich, dass sie Spieler seinen Stil komplett umsetzen. „Wenn es um die ganze hohe Prozentzahl geht, haben wir da gar keine Chance“, sagte Titz. „Wir wissen, dass wir ein Zwischenmaß finden müssen bei allem, was wir machen. Gegen Odense war zum Beispiel die Marschroute, dass wir über die gesamte Spieldauer vorne draufgehen wollten, Angriffspressing spielen. In der Bundesliga werden wir uns aber auch situationsbedingt wieder fallenlassen.“

Maximilian Geißen, Sohn des prominenten RTL-Moderators Oliver Geissen, kam beim 3:0 im Testspiel gegen Odense BK nicht zum Einsatz. Trainer Christian Titz erklärt, warum sich der 19-jährige zentrale Mittelfeldspieler, der in der A-Jugend-Bundesliga eine sehr gute Rolle spielt, noch gedulden muss. „Wir hatten auf seiner Position Spieler, die wir über einen Großteil der Spielzeit laufen lassen wollten. Ich wollte Luca Waldschmidt auf Außen beginnen lassen, nach der Halbzeit ihn dann auf der Acht sehen und Lewis (Holtby) da spielen lassen. Auf der Sechser-Position hatten wir mit Sejad (Salihovic) und Matti (Steinmann) zwei Spieler, die sich da abgewechselt haben. Da wollte ich nicht noch einen weiteren Spieler dazu nehmen.“

Trainer Christian Zeitz zeigte beim 3:0 im Testspiel gegen Odense BK, dass die Jugend bei ihm weiter eine Chance erhält. Die U19-Spieler Ogechika Heil (17) und Jonas David (18) kamen beide in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. „Beide Spieler kenne ich aus meiner Vergangenheit bei der U17 noch sehr gut“, erklärte Titz, der zufrieden mit dem war, was ihm die Talente angeboten hatten. „Ogi hat eine gute Trainingswoche hinter sich gebracht, Jonas hat das hinten sehr ruhig gemacht.“

 

Er ist der große Pechvogel dieser Saison. Bjarne Thoelke hatte sich zunächst das Innenband, anschließend die Syndesmose gerissen. Der 25-Jährige, der vor dieser Saison vom Karlsruher SC zum HSV gekommen war, hat noch kein einziges Mal im Kader stehen können. Beim 3:0 im Testspiel gegen Odense BK aber gab der Innenverteidiger sein Comeback. Trainer Christian Titz zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt von „Phantom-Profi“ Thoelke. „Wir führen Bjarne langsam heran, aber er hat schon in der Trainingswoche einen sehr, sehr guten Eindruck hinterlassen und gezeigt, dass er belastbar ist“, sagte Titz. „Das war ein guter erster Test für ihn. Es ist nicht einfach, wenn du nach so langer Zeit zum ersten Mal wieder auf dem Platz stehst. Dafür hat er das gut gemacht.“

Nach dem 3:0-Sieg des HSV im Testspiel gegen Odense BK hat Trainer Christian Titz angedeutet, dass die gegen Hertha BSC nicht berücksichtigten André Hahn und Dennis Diekmeier unter ihm noch wichtig werden könnten. Im Mittelpunkt habe zwar gestanden, „wie wir als Mannschaft unsere Taktik gegen den Gegner durchsetzten“. Er schaue sich aber „logischerweise“ jeden Spieler auch einzeln an. Der Einschätzung, dass es Kämpfertypen wie Hahn und Diekmeier bei dem Freund des technisch feinen Spiels schwer haben dürften, trat Titz engegen. „Natürlich ist es so, dass wir gerne Fußballspielen möchten, aber jeder Fußballspieler benötigt auch sein kämpferisches Element, und wir brauchen Typen, die auch mal ein Zeichen setzen. Wir beginnen ja nicht mit elf Spielern und sagen, dass sind die Spieler, die jetzt alles entscheiden werden. Es werden noch sehr viele Spieler wichtig werden, die du einwechselst“, sagte der 46-Jährige. „Es wird auch Spielphasen geben, in denen wir tiefer stehen, in denen wir noch stärker ein Zweikampfelement und Spieler brauchen, die den Gegner aufreiben und mal ein Zeichen setzen. Deswegen würde ich gar keinen Spieler abschreiben.“ Man benötige „einen gesunden Mix. Ein linearer, robuster Typ, der die Linie entlanggeht und mit viel Körperlichkeit kommt, kann auch ein sehr gutes Element im Spiel sein“.

Albin Ekdal, der gestern erstmals nach sechswöchiger Verletzungspause wieder am Teamtraining teilnahm, fehlte heute im Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Odense BK (3:0). Allerdings ist der Schwede nicht verletzt, HSV-Coach Christian Titz wollte ihn lediglich nicht frühzeitig verheizen. Ekdal arbeitete individuell im Kraftraum, soll morgen wieder normal einsteigen.

Der HSV hat das Testspiel im Volkspark gegen den dänischen Erstligisten Odense BK souverän mit 3:0 (2:0) gewonnen. Hier die Aufstellungen und Tore auf einen Blick:

HSV (1. Halbzeit): Pollersbeck – Diekmeier, Ambrosius, Jung, Santos – Steinmann – Hahn, Hunt, Holtby, Waldschmidt – Schipplock

HSV (2. Halbzeit): Mathenia – Santos, Thoelke, Jung (61. David), Seo – Salihovic – Jatta, Hahn (61. Heil), Holtby, Waldschmidt – Arp

Tore: 1:0 Hahn (9., nach Flanke Holtby), 2:0 Holtby (19., nach Zuspiel Hunt), 3:0 Salihovic (75., Elfmeter nach Foul an Waldschmidt)

Nach dem Abpfiff hat sich Christian Titz in einer Presserunde den Fragen der Reporter gestellt. „Mir hat gefallen, dass wir drei Tore geschossen und keines kassiert haben“, stellte der Trainer des HSV nach dem 3:0 (2:0) gegen Odense BK fest. „Es war zwar nur ein Testspiel, aber jeder Sieg ist für die Moral und das Selbstvertrauen der Spieler sehr wichtig.“ Zudem lobte Titz, dass „wir im Spielaufbau sehr variabel waren und eine Reihe von Chancen kreiert haben.“ Vollauf zufrieden war der Coach allerdings nicht: „Wir haben zu viele Chancen des Gegners zugelassen.“