Die Verantwortlichen kämpfen darum, Fiete Arp langfristig an den Verein zu binden. HSV-Fan Klaus Körner will mithelfen und schickte der MOPO eine Botschaft an das Sturm-Juwel. Sein Angebot: Er ist zu einem Tauschgeschäft bereit, sollte der 18-Jährige in Hamburg bleiben. Hier der offene Brief:

Lieber Fiete!

Du kannst ein großes Zeichen setzen in diesen schwierigen Zeiten für unseren HSV. Unterschreibe doch einfach den Fünf-Jahres Vertrag und erkläre öffentlich, dass Du auch bei einem Abstieg bleiben würdest. Auch Lukas Podolski ist mit seinem Verein in die  Zweite Liga gegangen und sicherlich kein schlechtes Vorbild.

Ich bin aber überzeugt, dass nach einem positiven Signal wie Deiner Vertragsverlängerung der Klassenerhalt erreicht und unser Dino ewig leben wird. 2023 bist Du erst 23 Jahre alt und könntest dann immer noch den nächsten Schritt in Deiner Karriere gehen. Vielleicht bist Du aber bis dahin ein echtes HSV-Idol und kannst der norddeutsche Thomas Müller werden, wenn der HSV dann wieder erfolgreich ist.

Lieber Fiete, als kleinen Anreiz für Deine Unterschrift würde ich Dir meine Original-Eintrittskarte von Athen 1983 schenken. Ich habe als kleiner Junge 1966 Uwe Seeler als Kapitän der deutschen Nationalelf im WM-Endspiel gegen England gesehen und bin seit dieser Zeit HSV-Fan.

Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und denke mal drüber nach.

Liebe Grüße, Klaus Körner

Liebe HSV-Fans,

wir alle haben ein ereignisreiches und zu großen Teilen nervenaufreibendes Jahr 2017 hinter uns. Der tollen Bundesliga-Aufholjagd im ersten Halbjahr, die unsere Mannschaft mit dem Klassenerhalt am letzten Spieltag krönen konnte, folgte ein vielversprechender Start in die aktuelle Bundesliga-Saison. Leider gab es nach den zwei Auftaktsiegen einen Einbruch, der uns wieder in die untere Tabellenregion geführt hat, wo wir uns seither im zähen Existenzkampf befinden und meiner Meinung nach auch bis zum Saisonende aufreiben werden und behaupten müssen.

Zuletzt wurde ich häufiger gefragt, warum es von mir keine rosigere Prognose gibt. Der Grund dafür ist einfach zu benennen: Ich bin Realist, kann den Spielplan und die Tabelle lesen. Schon nach der Bekanntgabe des Hinrundenspielplans ahnte ich seinerzeit, dass wir eine holprige Hinrunde erleben würden. Trotzdem bin ich zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Ich habe Vertrauen in die Arbeit unseres Sportdirektors Jens Todt, in das Wirken unseres Cheftrainers Markus Gisdol und in unsere Mannschaft, die in Teil zwei dieser Saison mehr Effizienz in die Spieltage einbringen muss.

Vielen von euch fällt ein weiteres Jahr Existenzkampf in der Bundesliga schwer. Es zerrt an den Nerven, mitunter raubt es einem sogar die Freude an eigentlich vorfreudig erwarteten Wochenenden. Ihr könnt aber sicher sein, dass wir uns der gefährlichen Tabellenlage, unserer Ausgangssituation und auch den Herausforderungen der kommenden Wochen und Monate bewusst sind. Wir wissen, dass es hart wird. Wir wissen, dass es anstrengend wird. Und wir wissen, dass wir den Klassenerhalt nur als Einheit erreichen werden. Dafür wollen und werden wir alles tun. Und zwar ab Montag, wenn wir uns ins Trainingslager nach Spanien begeben.

Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des HSV für eure Unterstützung, für euren Einsatz und vor allem für eure ungebrochene Treue bedanken. Viele von euch sind sehr leidgeprüft und werden im Alltag mit Hohn und Spott bedacht, wenn es um den HSV geht. Doch genau da liegt auch die große Stärke unseres Clubs: Wir geben nicht auf, wir halten zusammen und setzen uns zur Wehr.

Der HSV – das kann ich aufgrund der Erfahrungen meines ersten Jahres als Vorstandsvorsitzender guten Gewissens schreiben – ist kein Chaos-Club. Das lassen wir uns auch nicht einreden. Wir arbeiten in einer wettbewerbsfähigen Struktur und professionellen Organisation, haben viele inhaltliche Fortschritte gemacht und werden dies auch 2018 tun.

Genug gesagt, genug geschrieben. Nun wünsche ich euch einen guten und gesunden Rutsch ins Neue Jahr und uns allen eine erfolgreiche Rückserie 2017/18.

Heribert Bruchhagen

Geliebte Chilenen,

in diesem schweren Moment möchte ich jedem von Euch danken für die entgegengebrachte Unterstützung. Das lässt mich speziell und wichtig erscheinen. Ich möchte ihnen eine Geschichte erzählen: Vor 14 Jahren musste ich mit dem Tod meines Bruders den schmerzhaftesten Schicksalsschlag meiner Familie durchleben. Heute, 14 Jahre später, durchlebe ich die schmerzhafteste Situation meiner Karriere als Fußballer, verursacht durch einen katastrophalen Fehler, der die Chance auf den Confed-Cup-Sieg genommen hat.

Ich habe immer gesagt, dass mich der Fußball nie so leiden lassen wird wie damals vor 14 Jahren. Aber da lag ich komplett falsch. Denn so wie ich es damals durchlebt habe, wird es auch heute sein. Ich werde weinen, werde mich sehr schlecht fühlen. Es ist eine Trauer, die ich für den Rest meines Lebens in mir tragen werde.

Was ich aber ganz klar weiß, ist, dass ich wieder aufstehen und Tag für Tag aufs Neue kämpfen muss. Weil das Leben einfach so ist. Das Leben ist für die Mutigen und ich glaube mich dazu zählen zu können. Das hier wird sicherlich der schlimmste Fehler meiner fußballerischen Laufbahn gewesen sein. Aber ich glaube, dass ich auch am meisten daraus lernen werde. Ich werde alles dafür tun, um diesen Moment zu überstehen und das Schlechte zu korrigieren.

Ich möchte an dieser Stelle unendlich für die Unterstützung der Mannschaft, der Trainer und allen, die mit der chilenischen Nationalmannschaft zusammenarbeiten, danken. Auch danke ich allen, die mir geschrieben haben, um mich aufzumuntern. Ganz besonders danke ich meiner Familie und meinen Freunden, die mich wie immer bedingungslos unterstützen.

Ich habe keinen Zweifel, dass mich dieses Erlebnis für die Zukunft noch stärker machen wird. Verzeihung für meinen Fehler. Ich verspreche, so etwas zukünftig mit allen Mitteln zu vermeiden. Hinfallen ist erlaubt, Aufzustehen ist Pflicht!

Verdammt, es lebe Chile!

Ihr Marcelo Diaz