Vorstand Frank Wettstein und Direktor Sport Bernhard Peters haben sich bereits klar positioniert, beide würden auch im Abstiegsfall gern mit Christian Titz das Projekt Wiederaufstieg angehen. Doch wie denkt der starke Mann im Hintergrund, Klub-Präsident und Aufsichtsrats-Boss Bernd Hoffmann darüber. Vor der Niederlage bei 1899 Hoffengheim sagte er in einem NDR-Interview: „Es ist ein offensichtlich gut funktionierendes Team, das sich dieser Mission Klassenerhalt verschrieben hat. Man muss sagen, dass die ersten drei Spiele einen Fußball gezeigt haben, den wir hier schon lang nicht mehr gesehen haben. Insoweit die Einschätzen sehr positiv, was den Trainer angeht.“ Ob auch er mit Titz weiterarbeiten wolle? Hoffmann: „Das ist nicht meine Zuständigkeit, denn die Entscheidung über das Trainerteam für die nächste Saison liegt beim Vorstand des HSV. Meine Meinung dazu kann ich haben und die werde ich, falls sie abgefragt wird, auch kundtun.“

Für den Direktor Sport des HSV, Bernhard Peters, war die Reise nach Hoffenheim eine in die Vergangenheit. Nach dem 0:2 gegen seinen Ex-Klub analysierte er: „Hoffenheim ist verdient als Sieger aus dem Spiel gegangen. Sie haben sehr selbstbewusst gespielt und waren uns sowohl in den Zweikämpfen als auch im Durchsetzungsvermögen überlegen. Auch ihre Torchancen waren deutlich gefährlicher als unsere. Unsere Jungs haben insgesamt schon dazugelernt, setzen dies aber noch nicht mit der hunderprozentigen Überzeugung um. Vielleicht lag das heute auch daran, dass wir zu schnell mit 0:2 hintenlagen. Wir waren in den meisten Situationen einfach drei bis vier Schritte zu spät. Aber es geht weiter, die nächsten Spiele müssen wir unbedingt gewinnen. Und das können wir auch schaffen.“

Geldstrafe oder Suspendierung? So lautete die Frage vor der Rückkehr von Kyriakos Papadopoulos von seiner Länderspiel-Reise mit Griechenland. Die Antwort: Weder noch! Der 26-jährige Verteidiger zeigte sich im Gespräch mit Direktor Sport Brernhard Peters, Trainer Christian Titz und Vorstandsberater Thomas von Heesen derart einsichtig, dass die HSV-Bosse den Entschluss fassten, „Papa“ mit einer ernsten Verwarnung davonkommen zu lassen. Zur Erinnerung: Nach dem Spiel gegen Hertha BSC (1:2), das er von der Ersatzbank aus verfolgen musste, hatte Papadopoulos Coach Titz für dessen Personalentscheidungen öffentlich kritisiert: „Ich finde nicht, dass ich so schlecht war, um nicht zu spielen. Er hat auch nicht mit mir über die Gründe gesprochen. Ich finde es total schade, dass ich nicht spiele und manche erfahrene Spieler nicht in der Mannschaft sind. Die Spieler, durch die wir in der vergangenen Rückrunde den Klassenerhalt geschafft haben, sind gar nicht mehr auf dem Platz. Diekmeier oder Mavraj sind erfahrene Spieler, die Mannschaft braucht diese Spieler, sie sind wichtig. In unserer Situation immer etwas Neues zu probieren, ist nicht die beste Lösung.“ Aussagen, für die sich „Papa“ nun bei Trainer und Kollegen entschuldigte.

Nach seiner Rückkehr von der griechischen Nationalmannschaft am Mittwoch hat sich Kyriakos Papadopoulos für sein Fehlverhalten gegenüber Trainer Christian Titz und den Teamkollegen entschuldigt. Vorausgegangen war ein Gespräch mit Direktor Sport Bernhard Peters, Titz und Vorstandsberater Thomas von Heesen. „Wir haben klargestellt, dass wir kritische Spieler wie ihn mögen – aber in der internen Kommunikation“, sagte Peters und betonte: „Der Trainer hat Papa die Erwartungen an seine sportliche Entwicklung aufgezeigt. Papa hat das voll akzeptiert und sieht sich, so wie wir ihn auch, als wichtiges Mitglied des Kaders.“

Wird Kyriakos Papadopoulos nach seiner öffentlichen Kritik an Christian Titz nach dem Spiel gegen Hertha BSC (1:2) mit einer Geldstrafe belegt oder sogar suspendiert? Gestern baten der Trainer und Direktor Sport Bernhard Peters den Griechen zum Rapport. Es sei ein gutes und deutliches Gespräch gewesen, hieß es von HSV-Seite. Heute wird das Strafmaß bekanntgegeben.

Das Gespräch zwischen Kyriakos Papadopoulos auf der einen und Direktor Sport Bernhard Peters und Trainer Christian Titz auf der anderen Seite hat stattgefunden. Es sei gut und deutlich gewesen, hieß es von HSV-Seite. Welche Konsequenzen die öffentliche Kritik des Griechen an Titz nach dem Spiel gegen Hertha BSC (1:2) hat, hielt sich die Klub-Führung aber offen. Die „Papa“-Entscheidung wird morgen getroffen und verkündet, wahrscheinlich ist eine Geldstrafe.

Eine ganze Reihe von HSV-Profis sorgte in den vergangenen Wochen für mächtig Ärger. Vasilije Janjicic verursachte unter Alkoholeinfluss und ohne Führerschein einen Autounfall, Kyriakos Papadopoulos kritisierte Trainer Christian Titz öffentlich und der ohnehin schon suspendierte Walace schwänzte das Training. Mergim Mavraj ließ sich zwar nichts zuschulden kommen, fliegt aber trotzdem raus. Direktor Sport Bernhard Peters erklärt die Maßnahme, den Albaner zur U21 zu degradieren: „Das Trainerteam hat sich aus sportlichen Erwägungen dazu entschieden, ab heute auf Mergim Mavraj zu verzichten. Wir haben ihn daher angewiesen, bis auf Weiteres in der U21 am Training teilzunehmen.“

Zu schlecht für die Profis! Der HSV hat Mergim Mavraj im Bundesliga-Kader aussortiert, mit sofortiger Wirkung darf der 31-Jährige nur noch in der U21 mittrainieren. Diese Entscheidung wurde dem Verteidiger nach dessen Rückkehr vom albanischen Nationalteam von Trainer Christian Titz, Direktor Sport Bernhard Peters und Vorstandsberater Thomas von Heesen mitgeteilt.