Freiburgs Stürmer Nils Petersen hat seinen „emotionalen Ausbruch“ nach dem 0:1 beim HSV mit persönlichem Frust begründet. Er habe nach der Niederlage am vergangenen Sonnabend im Kabinentrakt „vor mich hingesagt, hoffentlich steigen die ab und nicht wir“, sagte der 29-Jährige dem „Kicker“. „Das hat nichts mit dem HSV zu tun. In dem Moment war ich einfach so frustriert, auch über die eigene Leistung, dass es zu einem kleinen emotionalen Ausbruch kam.“ Die Niederlage in Hamburg war für den abstiegsbedrohten Sport-Club bereits die fünfte in Serie.

„Hoffentlich steigen die ab“, hatte Freiburgs Nils Petersen nach der 0:1-Niederlage in Hamburg Richtung HSV beim Gang in die Kabine gesagt. Via Instagram entschuldigte er sich nun für seine Aussage. Der SC-Stürmer: „Fünf Spiele haben wir zuletzt hintereinander verloren. Das ist frustrierend, das tut weh. Da kann es passieren, dass die Emotionen mit einem durchgehen leider auch mal über ein angemessenes Level hinaus. Über die Berichte nach dem Spiel in Hamburg möchte ich sagen: Ich wünsche wirklich keinem Club den Abstieg, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie bitter der Gang in die zweite Liga ist.“

Marcell Jansen und Mladen Petric schossen den HSV zu einem 2:0-Sieg, der Tabellenplatz vier festigte. Das war am 16. Januar 2010 der letzte Hamburger Heimerfolg gegen die Freiburger, die in der Folge drei Mal an der Elbe gewannen und drei Einzelpunkte entführten. Die Schwarzwälder verloren auch keins der letzten sechs Duelle, von denen fünf unentschieden endeten. Für den einzigen Sieg in diesem Zeitraum sorgte Nils Petersen mit dem bislang einzigen Freiburger Jokertor gegen den HSV. Keine ermutigenden Zahlen…

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl und seine Spieler ärgerten sich, auch die Konkurrenz im Abstiegskampf – allen voran Werders Max Kruse – schäumte vor Wut. Aber warum zählte das Tor von Filip Kostic, obwohl die TV-Bilder belegten, dass der HSV-Angreifer beim 1:1 mit der Fußspitze im Abseits stand? Ganz einfach: Den Video-Assistenten in Köln steht die Linie auf dem Bildschirm gar nicht als Hilfsmittel zur Verfügung, sie können bei so knappen Entscheidungen wie im Fall Kostic also nicht eingreifen. Gestern davon betroffen: Robert Kampka (Mainz) und Martin Petersen (Stuttgart).

Auf dem Platz leitet Manuel Gräfe die Partie, doch dem Schiedsrichter aus Berlin stehen beim Duell HSV gegen Eintracht Frankfurt gleich zwei Video-Assistenten zur Seite. Vor den Bildschirmen in Köln wird Benjamin Cortus aus dem bayrischen Röthenbach sitzen, der dabei von Martin Petersen (Stuttgart) unterstützt wird. Kann ja nichts schiefgehen…

Es war ein Spiel, das auch in Hamburg mit Interesse verfolgt worden ist. Nach der 3:0-Führung hatte alles nach dem ersten Kölner Saisonsieg ausgesehen. Doch Freiburg schlug denkwürdig zurück, gewann durch zwei späte Petersen-Elfmeter noch 4:3! Der SC hat nun wie der HSV auch 15 Punkte, bleibt aber wegen des schlechteren Torverältnisses hinter Hamburg auf Platz 16. Bremen ist mit 14 Punkten Vorletzter, Köln bleibt mit drei Zählern abgeschlagenes Schlusslicht der Bundesliga.

Running Gag? In fast jedem Spiel bekommt es der HSV mit zumindest einem Akteur zu tun, der die Hamburger seinen Lieblingsgegner nennt. In Reihen des SC Freiburg ist das Nils Petersen. In neun Duellen war er viermal erfolgreich, drei weitere Tore bereitete der Angreifer vor. Wen wundert’s, dass dies die beste Bilanz für ihn ist gegen alle Bundesligisten. In diesen neun Spielen ging Petersen fünfmal siegreich vom Platz, hinzu gesellen sich zwei Unentschieden und nur zwei Pleiten.