Eigentlich wollte Andrá Hahn auf der Rückreise aus Osnabrück nicht nur einen Sieg, sondern auch seinen 27. Geburtstag feiern. Doch nach Party war weder ihm noch seinen Kollegen zumute. Nach der Klatsche beim Drittliga-Vorletzten sagte der Sechs-Millionen-Euro-Einkauf aus Gladbach: „Wenn man vorne seine Chancen nicht nutzt, wird man hinten bestraft. Das Hauptproblem war, dass wir es nicht geschafft haben, nach dem Rückstand ruhig weiterzuspielen. Uns fehlt die Selbstverständlichkeit, einfach ein Tor zu schießen“

Nach der Blamage beim VfL Osnabrück hat sich Jens Todt als erster Hamburger gestellt: „Es gibt viel, was wir uns vorwerfen lassen müssen. Wir haben es in mehr als 70 Minuten nicht geschafft, das Spiel für uns zu entscheiden. Wir haben nicht gut verteidigt, das haben die Osnabrücker bei ihren wenigen Vorstößen brutal bestraft“, stellte der Sportchef ernüchtert fest.

Die MOPO hatte es vorhergesagt. Folgende Startelf schickt HSV-Trainer Markus Gisdol im Pokal beim VfL Osnabrück ins Rennen: Christian Mathenia – Gotoku Sakai, Kyriakos Papadopoulos, Mergim Mavraj, Douglas Santos – Gideon Jung, Walace – Nicolai Müller, Aaron Hunt, André Hahn – Bobby Wood.

Mit dem Drittligisten Chemnitzer FC trat Daniel Frahn gestern in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Bayern an, verlor am Ende glatt mit 0:5. Trotzdem war der 30-jährige Angreifer nach dem Abpfiff happy und zog einen Quervergleich: „Der HSV hat in den letzten Jahren bewiesen, dass man höher gegen die Bayern verlieren kann. Also können wir uns ganz glücklich schätzen, dass wir nur fünf bekommen haben“, stellte Frahn fest.

Am Freitag und Sonnabend blieben Pokal-Sensationen aus, bisher hat es keinen Bundesliga-Klub erwischt. Da will der HSV in Osnabrück natürlich nachziehen. Doch Trainer Markus Gisdol warnt vor dem VfL: „In der ersten Pokalrunde wünscht sich eigentlich kein Bundesligist ein Spiel gegen einen Zweit- oder Drittligisten, da diese Mannschaften voll im Saft stehen und im Spielrhythmus sind. Das ist nicht unbedingt ein Vorteil“, stellte der Hamburger Coach fest, betonte jedoch zugleich: „Auf der anderen Seite wird es aber auch Zeit, dass die Pflichtspiele beginnen. Wir sind total gewarnt und sehr fokussiert. Wir müssen dieses Spiel wie ein Bundesliga-Spiel angehen. Von Zuschauerseite erwarte ich einen kleinen Hexenkessel, in Osnabrück ist immer eine Menge los. Es ist eine schwere Aufgabe, der wir standhalten wollen.“