Das Bundesland Bremen will der DFL bis zu 450.000 Euro für den Polizeieinsatz bei der Partie Werder gegen den HSV am 24. Februar in Rechnung stellen. Das Nordderby wird als Hochrisikospiel mit viel Konfliktpotenzial zwischen den Fans eingestuft. In einem entsprechenden Schreiben sei die DFL über die voraussichtliche Gebührenpflicht unterrichtet worden, hieß es vom zuständigen Innenressort. Das Land Bremen und die DFL befinden sich seit Jahren im Rechtsstreit um die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen. Erstmals stellte das Land der DFL mit Gebührenbescheid vom 19. April 2015 die Kosten für einen Polizeieinsatz in Rechnung, auch damals war ein Nordderby der Anlass. Seitdem haben sich die Forderungen Bremens nach mehreren Hochrisikospielen inzwischen auf rund 1,9 Millionen Euro summiert.

Bei den Ausschreitungen rund um den Bahnhof Holstenstraße hat es offenbar keine Verletzten gegeben. Das teilte ein Polizeisprecher der MOPO mit. An der Stresemannstraße seien rund 60 HSV-Fans festgesetzt worden, am Bahnhof Holstenstraße 80 Köln-Fans. Die Auseinandersetzungen habe man inzwischen unter Kontrolle gebracht, hieß es.

Die Lage rund um die Holstenstraße scheint sich zuzuspitzen. Nachdem die Polizei vor einer knappen Stunde begonnen hatte, Fan-Gruppen voneinander zu trennen, gibt es nun dort offenbar dennoch Schlägereien zwischen HSV- und Köln-Anhängern. Der Bahnhof Holstenstraße ist vorübergehend gesperrt.

Vor dem „Endspiel“ gegen den 1. FC Köln befürchtet die Polizei Randale zwischen den Fan-Gruppen. Es seien deutlich mehr FC-Fans angereist als erwartet, erklärte ein Polizeisprecher der MOPO. Man habe daher vorsichtshalber Anhänger der Vereine an der Holstenstraße voneinander getrennt, um ein Aufeinandertreffen zu verhindern. Es habe allerdings keine Ausschreitungen gegeben. Die Polizei ist mit zwei Hundertschaften und einer Reiterstaffel im Einsatz.

Das Präsidium des SV Werder Bremen hat eine Aktion der Hamburger Polizei vor dem Nordderby beim HSV als „überzogen und nicht nachvollziehbar“ bewertet. „Dieser Einsatz wirft sehr viele Fragen auf. Nach unseren Nachfragen kann es nicht ausgeschlossen werden, dass in dieser Polizeikontrolle auch völlig unbescholtene Fans hängen geblieben sind“, sagte Präsident und Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald. Die Beamten hatten vor der Partie 171 Anhänger in 31 Fahrzeugen auf einem Parkplatz in der Nähe des Volksparkstadions eine Stunde über das Spielende hinaus festgehalten. Begründet wurde die Maßnahme mit einer sogenannten „konspirativen Anreise“ im PKW statt im Bus. Hess-Grunewald dazu: „Die individuelle Anreise zu einem Bundesligaspiel ist nicht verboten.“