Neben der U19 hofft auch die U17 des HSV noch auf die Nord-Meisterschaft und die damit verbundene Teilnahme am Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Bevor das Team von Trainer Pit Reimers morgen gegen Hannover 96 antritt, hatte man vielleicht insgeheim auf einen Ausrutscher von Tabellenführer RB Leipzig gehofft. Daraus aber wurde nichts. Die Leipziger gewannen 6:0 bei Holstein Kiel, haben nun zehn Punkte Vorsprung auf den HSV, der allerdings drei Spiele weniger absolviert hat. Bei der U19 steht es im Top-Spiel des HSV gegen Hertha BSC übrigens nach 18 Minuten noch 0:0.

Der Fußball-Sonnabend geht gut los für den HSV. In der Junioren-Bundesliga hat die U17 bei Tabellenführer RB Leipzig mit 2:1 (1:1) gewonnen. Die Tore für das Team von Trainer Pit Reimers erzielten Kokou Amorin und Faride Alidou. Damit mischt der HSV wieder kräftig mit im Rennen um die Meisterschaft.

Er stand im Winter kurz vor einem Wechsel zum HSV. In diesem Sommer wäre Dominik Kaiser ablösefrei zu haben sein. Nach sechs Jahren mit dem Durchmarsch von der Regionalliga bis in die Champions League verlässt Kaiser am Ende der Saison RB Leipzig. Diesen erwarteten Schritt verkündete der ehemalige Kapitän bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Um die Dienste des Mittelfeldspielers zu würdigen, wird es am 13. Mai in der Leipziger Arena ein Abschiedsspiel für den 29-Jährigen geben. „Natürlich ist es schade für mich, dass die Zeit in Leipzig nun zu Ende geht“, sagte Kaiser, „aber ich freue mich auf neue Herausforderungen und bin gespannt, was dort auf mich zukommt.“ Seine Trennung von RB sei „kein Abschied vom Profifußball“, betonte Kaiser. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga kam Leipzigs Rekordspieler (165 Pflichtspiele) kaum noch zum Zuge, für den mannschaftlichen Zusammenhalt war er aber nach wie vor ein wichtiges Element. Im letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen Besiktas Istanbul (1:2) bedankte sich Trainer Ralph Hasenhüttl bei Kaiser auch für dessen Loyalität mit einem Kurzeinsatz.

Beim HSV kann sich kaum einer der führenden Figuren sicher sein, seinen Job noch über mehrere Wochen oder gar Monate in Hamburg ausüben zu können. Chefscout und Kaderplaner Johannes Spors steht nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ aber nicht zur Disposition. Der 35-Jährige, der von RB Leipzig zum HSV kam und seine Arbeit erst am 1. Februar begonnen hatte, traf sich bereits mit Vereins-Präsident Bernd Hoffmann. „Das war ein sehr guter Austausch“, sagte Spors. Hoffmann soll eine hohe Meinung von dem studierten Sport- und Politiklehrer haben, der in Leipzig an der Entdeckung und Verpflichtung von Rohdiamanten wie Timo Werner, Jean-Kévin Augustin und Ibrahima Konaté beteiligt gewesen ist. Spors ist daher bereits damit beauftragt, einen adäquaten für die 2. Liga zusammenzustellen. „Grundsätzlich müssen wir nach Spielern suchen, für die der HSV in ihrer persönlichen Entwicklung ein logischer nächster Karriereschritt ist“, sagte er dem „Abendblatt“ und machte Hoffnung. „Trotz aller Untergangsszenarien: Der HSV ist weiterhin ein spannender Klub für viele Spieler.“ Beim Scouting sei „vor allem Tempo entscheidend“: „Wir werden nicht erst am 13. Mai entscheiden, welchen Spieler wir wollen.“

In der A-Junioren-Bundesliga steht für die U19 des HSV heute das erste Spiel im Jahr 2018 an. Das Team von Trainer Daniel Petrowsky, das die Tabelle nach 14 Spieltagen mit sechs Punkten Vorsprung anführt, empfängt ab 11 Uhr am Campus den Tabellenfünften RB Leipzig. Mit einem Sieg könnte der HSV einen Riesenschritt Richtung Nord-Meisterschaft und der damit verbundenen Teilnahme am Halbfinale um die deutsche Meisterschaft machen.

Unter unschönen Begleitumständen hatte Hakan Calahanoglu den HSV 2014 für eine Ablöse in Höhe von 14,5 Millionen Euro in Richtung Leverkusen verlassen. Vor der aktuellen Saison wechselte der Spielmacher für 22 Millionen Euro zum AC Mailand, wo der 23-Jährige noch einen Vertrag bis 2021 besitzt. Laut „Sport Bild“ arbeitet RB Leipzig nun daran, Calhanoglu im Sommer zurück in die Bundesliga zu holen. Sportdirektor Ralf Rangnick sei seit Monaten mit dem Deutsch-Türken in Kontakt. Die Roten Bullen müssten allerdings mindestens 25 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Für den HSV war es ein Feiertag, für RB Leipzig eine ganz bittere, weil unerwartete Pleite. Den Hamburger 3:0-Sieg bei den Bullen am 11. Februar 2017 haben beide Seiten nicht vergessen. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dient die Niederlage, um seine Stars vor dem vermeintlich angeschlagenen Gegner zu warnen. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, sagt er. „Und wir haben einen Plan.“ Dazu gehört eine spezielle Form der Motivation. In der RB-Kabine will der Österreicher heute einen Zeitungs-Ausschnitt vom Februar-Spiel aufhängen.