In der A-Junioren-Bundesliga steht für die U19 des HSV heute das erste Spiel im Jahr 2018 an. Das Team von Trainer Daniel Petrowsky, das die Tabelle nach 14 Spieltagen mit sechs Punkten Vorsprung anführt, empfängt ab 11 Uhr am Campus den Tabellenfünften RB Leipzig. Mit einem Sieg könnte der HSV einen Riesenschritt Richtung Nord-Meisterschaft und der damit verbundenen Teilnahme am Halbfinale um die deutsche Meisterschaft machen.

Unter unschönen Begleitumständen hatte Hakan Calahanoglu den HSV 2014 für eine Ablöse in Höhe von 14,5 Millionen Euro in Richtung Leverkusen verlassen. Vor der aktuellen Saison wechselte der Spielmacher für 22 Millionen Euro zum AC Mailand, wo der 23-Jährige noch einen Vertrag bis 2021 besitzt. Laut „Sport Bild“ arbeitet RB Leipzig nun daran, Calhanoglu im Sommer zurück in die Bundesliga zu holen. Sportdirektor Ralf Rangnick sei seit Monaten mit dem Deutsch-Türken in Kontakt. Die Roten Bullen müssten allerdings mindestens 25 Millionen Euro auf den Tisch legen.

Für den HSV war es ein Feiertag, für RB Leipzig eine ganz bittere, weil unerwartete Pleite. Den Hamburger 3:0-Sieg bei den Bullen am 11. Februar 2017 haben beide Seiten nicht vergessen. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dient die Niederlage, um seine Stars vor dem vermeintlich angeschlagenen Gegner zu warnen. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, sagt er. „Und wir haben einen Plan.“ Dazu gehört eine spezielle Form der Motivation. In der RB-Kabine will der Österreicher heute einen Zeitungs-Ausschnitt vom Februar-Spiel aufhängen.

In der vergangenen Saison reiste der HSV ebenfalls als klarer Außenseiter nach Sachsen, gewann aber mit 3:0. Nun sind die „Roten Bullen“ heiß auf die Revanche. „Hamburg ist der Sieg über uns hier in Leipzig sicher noch in guter Erinnerung – uns allerdings auch. Wir wollen das auf jeden Fall besser machen“, sagte Coach Ralph Hasenhüttl, der aber warnt: „Beim HSV wird sich mit dem neuen Trainer wahrscheinlich einiges ändern. Das kann ein anderes System sein, eventuell auch eine neue Zusammenstellung der Mannschaft – alles ist möglich. Das macht es schwer, uns optimal auf den HSV vorzubereiten.“ Er geht von einem defensiven Kontrahenten aus. „Ich erwarte mit Hamburg einen Gegner, der sehr tief steht und uns wenig Räume lassen wird. Ich gehe davon aus, dass der erste Schritt des neuen Trainers ist, Stabilität in die Mannschaft zu bekommen.“

Im vergangenen Sommer ließ Ralph Hasenhüttl seinen Kumpel während des Trainingslagers in Seefeld (Österreich) über die Schulter schauen, am Sonnabend steht Bernd Hollerbach ihm als Coach des HSV als Gegner gegenüber. Leipzigs Trainer: „Wir kennen uns sehr gut. Bernd hat in Würzburg einen super Job gemacht und war mit seiner Mannschaft sehr erfolgreich. Ich finde, er ist ein toller Typ und ich freue mich auf ein Wiedersehen.“

Für Bernd Hollerbach ist RB Leipzig eine Mannschaft, „die immer in die Champions League gehört“, doch der neue Trainer sieht durchaus eine Chance für sein Team beim Vizemeister: „Wenn wir als Einheit auftreten, sind wir schwer zu schlagen.“ Dabei setzt er auf ein Abwehr-Bollwerk – und denkt an eine Fünferkette mit drei Innen- und zwei Außenverteidigern. „Ich habe schon einige Ideen im Kopf – aber die werde ich meinem Freund Ralph Hasenhüttl jetzt nicht verraten“, lässt sich Hollerbach nicht in die Karten blicken.