Der FC Schalke 04, der am Sonnabend im Volkspark zu Gast sein wird, tätigt einen interessanten Transfer: Der ehemalige HSV-Sportchef (2014 bis 2016) und Interimstrainer Peter Knäbel, der durch seine „Rucksack-Affäre“ 2015 in die Schlagzeilen geraten war, wird neuer Chef der Nachwuchsabteilung „Knappenschmiede“. Das berichtet die „Bild“. Knäbel soll noch in dieser Woche auf Schalke anfangen. Der 51-Jährige war zuletzt als externer Berater für den VfB Stuttgart tätig. Er gilt als Experte für Nachwuchsarbeit.

Foto: Witters

Nachdem ihm streng geheime Unterlagen wie Gehaltslisten und Prämien-Regelungen mit Profis abhandengekommen waren, stand Sportdirektor Peter Knäbel am Pranger. Ermittlungen einer vom HSV beauftragten Wirtschaftsprüfung-Firma und der Polizei haben nun ergeben, dass nicht Knäbels Fahrlässigkeit, sondern eine Straftat zum Verlust der Dokumente fühlten. Es besteht ein Anfangsverdacht gegen die Finderin. Im „kicker“ hat sich Knäbel nun dazu geäußert: „Man wird nachdenklich, wenn einem Unrecht geschieht und man dafür noch verspottet wird.“

Die Rucksack-Affäre hält den HSV weiterhin auf Trab. Der Fall um die geheimen Unterlagen (MOPO berichtete) ist weiterhin nicht aufgeklärt. Die Posse sorgte deutschlandweit für Spott. Klub-Boss Didi Beiersdorfer glaubt allerdings nicht, dass der Rucksackgate für einen grundsätzlichen Imageschaden gesorgt hat. Der „Sportbild“ sagte er: „Wir haben Anzeige erstattet und lassen den Fall des Datenklaus bekanntermaßen von einer unabhängigen Gesellschaft prüfen. Ich glaube aber nicht, dass das jetzt unserem Image grundsätzlich schadet, da festgestellt wird, dass wir professionell und zielorientiert mit dieser Sache umgehen.“  Es sei „nicht bewiesen, dass die Schuld beim HSV liegt“, so Beiersdorfer. Dies ist zweifelsohne (Stand heute) richtig. Die Sache mit dem Imageschaden sehen sicherlich viele nicht wie der Vorstandsvorsitzende.

Weiterhin berichtet der SPIEGEL, dass Peter Knäbel erklären kann, weshalb er wochenlang nichts vermisst hatte. „Die geklauten Schlüssel habe er nicht gebraucht, die Kreditkarten der Hamburger Sparkasse auch nicht, weil er die seiner Schweizer Bank benutzt habe. Das Portemonnaie, das immer noch fehlt, trage er nur im Winter bei sich.“ Darüber hinaus berichtet das Magazin über die Altenpflegerin, die den Rucksack gefunden haben soll. Sie soll am Montagvormittag laut SPIEGEL unangemeldet am Stadion vor den Büros gestanden haben, „im Schlepptau eine „Bild“-Reporterin, die beiden duzten sich. Die vermeintliche Finderin trug die Unterlagen ‚wie einen Schatz‘ vor sich her, so schilderten es Beobachter.“