HSV-Kapitän Gotoku Sakai bekommt einen neuen Nationaltrainer. Denn Japan hat sich nur zwei Monate vor Beginn der WM von Vahid Halilhodzic getrennt. Zum Nachfolger wurde der bisherige technische Direktor Akira Nishino berufen. Unter dem 65-jährigen Bosnier Halilhodzic konnte sich Japan für die WM in Russland qualifizieren, in den vergangenen Testspielen überzeugte das Team aber nicht. Japan bestreitet sein erstes WM-Spiel am 19. Juni gegen Kolumbien, fünf Tage später steht die Partie gegen Senegal an, am 28. Juni ist Polen letzter Vorrunden-Gegner der Asiaten. Sakai hatte unter Halilhodzic nur noch eine Nebenrolle gespielt. Läuft es unter Nishino besser?

Der HSV hatte zuletzt nicht nur mit den Gegnern, sondern auch mit Teilen der eigenen Fans zu kämpfen, die sich nach all den Enttäuschungen der vergangenen Monate gegen die eigene Mannschaft stellten. Nach dem 3:2 über Schalke lobte Kapitän Gotoku Sakai das Team und die Anhänger: „Das war ein gutes Spiel von uns. Wir freuen uns über den Sieg. Es war eine tolle Atmosphäre und sehr wichtig, dass wir gemeinsam mit den Fans alle zusammenstehen. Die Leute wollen manchmal alles auf einmal haben. Aber im Fußball geht es nur Schritt für Schritt. Wir werden jetzt langsam besser. In den letzten Spielen hat immer noch ein bisschen gefehlt, aber diesmal hat alles gepasst.“ Besonders schwärmte Sakai von seinem japanischen Landsmann: „Es hat Spaß gemacht, Ito spielen zu sehen. Selbstvertrauen und Mut sind bei ihm zurückgekehrt. Er hat ein riesiges Spiel gemacht.“

Bei vielen Fans hat Gotoku Sakai einen schweren Stand. Der Japaner wird gerne als Sinnbild für den Misserfolg herausgepickt.  Beim 1:1 in Stuttgart zeigte der HSV-Kapitän eine schwache erste Halbzeit, steigerte sich im zweiten Durchgang dann aber deutlich. Heute sprach Trainer Christian Titz über Sakai.  Er sagt: „Go ist durch seine Beidfüßigkeit ein sehr interessanter Spieler. Er hat eine hohe Spielintelligenz. Und er hat eigentlich auch ein gutes Passspiel. Ich weiß allerdings auch, wie seine öffentliche Wahrnehmung ist. Das zeigt immer Wirkung bei Spielern.“ Über Sakais Auftritt in Stuttgart sagt der Trainer: „Er hatte ein paar Wackler drin. Er hat aber auch viele gute Ansätze. Man kann ihn unter Druck anspielen. Er hat Lösungsansätze für das Spiel nach vorne. Und ich finde, er hat auch im Defensiv-Verbund viele Dinge sehr gut gemacht.“

Schon im Verlauf der Woche trainierte Stephan Ambrosius im A-Team an der Seite von Gideon Jung im Abwehrzentrum. Als Platzhalter? Schließlich fehlten mit Rick van Drongelen, Kyriakos Papadopoulos und Mergim Mavraj drei Innenverteidiger. Doch wie es aussieht, ist Ambrosius für HSV-Coach Christian Titz ein Kandidat für die Startelf in Stuttgart. Im Training bildet er gemeinsam mit Gotoku Sakai (rechts), Jung und Douglas Santos (links) bei den Übungen die Abwehrkette.

Harter Tobak aus Stuttgart! Vor dem Duell der Schwaben mit dem HSV am Sonnabend geht VfB-Legende Hansi Müller auf Hamburgs Kapitän Gotoku Sakai los, den er als Sinnbild für den sportlichen Niedergang des Liga-Dinos ansieht. „Den Jungen habe ich als VfB-Profi zwei Jahre lang alle zwei Wochen im Stadion spielen sehen. Ich habe immer gewusst, dass mit Sakai keinen Blumentopf gewinnen wird. Und so ein Spieler wird Kapitän des HSV. Das ist bezeichnend“, sagte der 61-Jährige der „Bild“. Müller traut dem nächsten Gegner die Wende auch nicht mehr zu. „Es ist an der Zeit, dass der HSV sich in der Zweiten Liga neu aufstellt. Zu oft haben sich die Hamburger am Ende noch gerettet und anscheinend nichts aus den Krisen gelernt, ihre Hausaufgaben augenscheinlich immer wieder nicht gemacht.“