Nach Eurosport-Experte Matthias Sammer („Gebt doch dem Platzwart den Ball“) ätzte auch Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt über die Stratetie von HSV-Coach Markus Gisdol, die Kugel meist hoch, weit und schnell nach vorn zu prügeln. „In Hamburg geht es darum, Flugbälle und Konter zu verteidigen“, schwor Schmidt sein Team ein. Ein Blick auf die nackten Zahlen belegt diese These: Der HSV hatte in seinen bisherigen Heimspielen in der laufenden Saison im Schnitt nur 45,6 Prozent Ballbesitz – und ist damit Vorletzter. Nur der FC Augsburg (44,6 Prozent) hat im eigenen Stadion einen noch schlechteren Wert. Gisdol pfeift drauf, wichtig ist, dass das Ergebnis stimmt.

Die starken Auftritte von Fiete Arp haben auch Wolfsburgs Trainer Martin Schmidt beeindruckt. „Er hat eine gute Größe, ist lauf­stark und kommt sehr über die Ath­le­tik. Wenn ein Spie­ler kör­per­lich gut da­steht, ist das Alter kein Hin­der­nis. Er war be­reit für die Chan­ce und hat sie ge­packt. Man sieht, dass das Spiel auf ihn ge­steu­ert und aus­ge­rich­tet wird. Es ist schön, wenn in Deutsch­land sol­che Ta­len­te her­an­wach­sen“, sagte der VfL-Coach über den 17-jährigen HSV-Stürmer, dem er eine große Karriere zutraut: „Arp ist ein kla­rer Neu­ner, ein Mit­tel­stür­mer. Er macht in der Box kein lan­ges Fe­der­le­sen. Des­halb glau­be ich, er könn­te mal in die Fuß­stap­fen von Mario Gomez tre­ten. Sol­che Spie­ler­ty­pen gibt es ja nicht oft in Deutsch­land.“

Der VfL Wolfsburg zittert vor dem Auswärtsspiel beim HSV um die Einsätze seiner beiden Linksverteidiger Marcel Tisserand und Gian-Luca Itter. „Marcel war bis gestern krank, bei ihm wird es knapp für Samstag. Luca hat es mit einer Bronchitis richtig erwischt. Bei ihm wird es sehr eng“, erklärte VfL-Trainer Martin Schmidt bei der heutigen Pressekonferenz. Auf jeden Fall werden die Langzeitverletzten Ignacio Camacho und Jakub Blaszczykowski fehlen.

In der chinesischen Super League haben HSV-Idol Felix Magath mit seinem Klub Shandong Luneng und der frühere Leverkusen-Coach Roger Schmidt mit Beijing Guoan beim 2:2 (2:2) die Punkte geteilt. Magath bleibt Vierter, Schmidt Fünfter in der Tabelle.

Markus Schmidt wird am Sonnabend der Mann an der Pfeife sein. Der 43-jährige Referee aus Stuttgart leitet sein 17. Spiel mit HSV-Beteiligung. Die Bilanz: sechs Siege, sechs Niederlagen. Kein gutes Omen: Schmidt leitete in dieser Saison die drei Partien in Freiburg (0:1), in Ingolstadt (1:3) und in Dortmund (0:3). 

Mainz-Coach Martin Schmidt stellte mit einem Augenzwinkern fest, dass man in der Woche vor dem Abstiegskrimi in Hamburg „nicht den gepflegten Spielaufbau“ trainiert habe. Der Schlüssel zum Erfolg liege darin, den Kampf anzunehmen. Zumindest in dieser Kategorie liegen beide Teams in der Spitzengruppe: Mit 6586 Duellen „Mann gegen Mann“ ist der HSV Zweiter, Mainz steht mit 6420 geführten Zweikämpfen auf dem vierten Rang.

In der Vorwoche verlor Mainz 05 zu Hause gegen Gladbach (1:2), jetzt geht Coach Martin Schmidt davon aus, dass sein Team in Hamburg eine Reaktion zeigt. Und er sagt dem HSV den Kampf an. „Wir haben Spieler, die dahin gehen, wo es wehtut. Meine Mannschaft hat ihre Nehmerqualitäten in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Nach der Niederlage gegen Gladbach wollen wir jetzt zurückschlagen und austeilen“, sagte Schmidt.

Mit einem flammenden Appell hat Trainer Martin Schmidt seine Profis von Mainz 05 auf die Partie am Sonntag in Hamburg vorbereitet. „Wir müssen es als Endspiel sehen, so werden wir es mental und körperlich auch angehen. Es braucht von jedem noch einen Tick mehr als 100 Prozent“, sagte Schmidt und fügte hinzu: „Wir wissen, was wir zu tun haben. Wir haben eine Strategie, einen klaren Plan. Und den werden wir verfolgen. Es wird knallhart, es wird ein Krimi. Da wollen wir am Ende die Hauptrolle als Sieger haben. Wir werden uns in das Spiel reinknechten.“