Mit dem HSV ging René Adler in den vergangenen Jahren immer als Sieger aus dem Kampf gegen den Abstieg hervor. Jetzt soll der 33-jährige Torwart bei Mainz 05 das Team zum Klassenerhalt führen. Sandro Schwarz sieht ihn als entscheidenden Mann an: „René kennt die Situation aus Hamburg. Er lenkt und führt die Gruppe“, sagte der FSV-Trainer, der Adler als seinen verlängerten Arm auf dem Platz ansieht: „Es ist extrem wichtig, dass er die Jungs coacht.“

Mit einem psychologischen Trick will Mainz-Coach Sandro Schwarz die Köpfe seiner Profis für das Saisonfinale freibekommen. Nach dem Motto: Vergesst, was war! Es geht neu los. So rief er für die letzten sieben Spiele eine „Endrunde“ aus, mit dem Ziel, die anderen Kellerkinder HSV, Köln und Wolfsburg in dieser Phase hinter sich zu lassen. Für die 05er begann es mit einem Punkt gegen Gladbach (0:0). Schwarz: „Jetzt haben wir unser erstes Auswärtsspiel in Köln, wo wir antreten, um zu gewinnen.“ Dass dies in der Fremde bei 14 Versuchen nur einmal gelang, interessiert ihn nicht. Deshalb, so Schwarz, „haben wir einen Neustart ausgerufen.“

Mit sieben Punkten Vorsprung auf den HSV belegt Mainz 05 sieben Spieltage vor dem Saisonende den Relegationsplatz. Dennoch liegen beim FSV die Nerven blank. Nun verhängte Trainer Sandro Schwarz für seine Profis ein Instagram-Verbot. „Dinge in unserem Alltag sollen sich verändern“, so Schwarz. Und weiter: „Der Weg ist, bewusster miteinander zu leben. Das ist die Überschrift.“

Nicht nur in Hamburg hängt der Haussegen nach 14 Spielen in Folge ohne Sieg, der Kritik von Kyriakos Papadopoulos an Trainer Christian Titz und der Suspendierung von Walace schief. Bei Mainz 05, derzeit sieben Punkte voraus auf dem Relegationsplatz, geht Coach Sandro Schwarz nach dem 0:3 in Frankfurt auf seine Profis los. „Man kann Spiele verlierenaber die Art und Weise war fürchterlich und frustrierend.“ Er nimmt seine Kicker in die Pflicht: „Wenn ich mich hinterfrage, müssen die Spieler das auch tun, ich vermisse Selbstreflexion, Ehrgeiz, Engagement und Widerstandsgeist.“ Die Kritik am Auftreten der Mannschaft sei nachvollziehbar: „Ich kann die Leute verstehen, die fragen: Was spielen die eigentlich? Was trainieren die eigentlich?“ Auf der Zielgeraden der Saison werde er knallhart durchgreifen: „Wir brauchen Mentalitätsspieler, Zuverlässigkeit, eine viel höhere Aktivität in der Arbeit gegen den Ball. Wenn wir eine Emotionalität hätten, würden unsere Spiele nicht so aussehen wie in Frankfurt.“

Seit Oktober vergangenen Jahres bestritt René Adler nur ein Pflichtspiel für Mainz 05, nun steht er ausgerechnet vor dem Duell mit dem HSV vor dem Comeback. „René hat alle Trainingseinheiten in dieser Woche mitgemacht. Er ist gesund, dementsprechend hoffen wir, dass es bis Samstag anhält“, sagte FSV-Coach Sandro Schwarz. Weniger optimistisch klingt er in der Personalie Emil Berggreen: „Stand jetzt steht er nicht zur Verfügung“, sagte Schwarz über den Angreifer, der unter einer Grippe leidet.

Der HSV hat das Duell mit Mainz 05 zum Endspiel ausgerufen, doch die Mainzer wollen mit kühlem Kopf in Hamburg auftreten und nicht alles darauf ausrichten, möglichst früh eine Entscheidung herbeizuführen. „Es darf nicht nur darum gehen, alles auf die Anfangsphase zu setzen und drauflos zu stürmen. Wir brauchen alle Phasen, müssen schlau agieren“, sagte Trainer Sandro Schwarz und betonte: „Nur Schaum vorm Mund wäre der falsche Ansatz. Aber es gilt, immer wieder selbst Pfeile abzuschießen.“

Von 2012 bis 2017 stand René Adler beim HSV unter Vertrag, seit Saisonbeginn spielt er für Mainz 05. Dort hatte der Torwart viel Pech, wegen verschiedener Verletzungen absolvierte er seit dem 20. Oktober nur ein Spiel für den FSV. Nun steht er ausgerechnet vor dem Keller-Kracher im Volkspark vor dem Comeback. „Wir müssen mal abwarten, wie er die Belastung wegsteckt, wie er sich fühlt. Hamburg ist für ihn natürlich ein spezielles Spiel. Jetzt hat er sein erstes Training gemacht. Mal sehen, ob er zu seinem Rhythmus findet. Wenn er bei 100 Prozent ist, dann ist er unsere Nummer eins“, sagte Mainz-Coach Sandro Schwarz.

Obwohl der HSV seit fünf Spielen nicht mehr gewinnen konnte und in der Tabelle nach unten durchgereicht wurde, hält der Mainzer Trainer Sandro Schwarz große Stücke auf den heutigen Gegner. „Wir wissen, dass der HSV nach vorne eine sehr gute Qualität hat, auch eine gute Struktur in der Arbeit gegen den Ball“, sagte er. Den Abwärtstrend hängt der FSV-Coach daher nicht hoch: „Wir sehen den HSV als Gesamtpaket, nicht nur die Leistungen der letzten Spiele. Sie werden die Pause auch genutzt haben.“