Douglas Santos sah bei 1899 Hoffenheim seine fünfte Gelbe Karte, er muss also am kommenden Sonnabend gegen Freiburg gesperrt zuschauen. Wie löst Christian Titz dieses Problem? Der Brasilianer ist auf der Position des Linksverteidigers im HSV-Kader alternativlos. Variante eins: Josha Vagnoman (17) feiert sein Startelfdebüt. Variante zwei: Gotoku Sakai wechselt die Seiten und Dennis Diekmeier, zuletzt nicht mal im Kader, rückt ins Team. Variante drei: Young Jae Seo erhält seine erste Profi-Chance. Allerdings saß er gestern bei der U21 gegen Lüneburg (2:3) angeschlagen nur auf der Tribüne.

Immerhin zwei Spieler, die er zuletzt zu den Profis abgestellt hatte, kann U21-Coach Steffen Weiß heute im Regionalliga-Heimspiel gegen Drochtersen/Assel einsetzen: Momo Kwarteng und Young Jae Seo. Verzichten muss er auf Mohamed Gouaida, Bakery Jatta, Tatsuya Ito, Leon Mundhenk und Stephan Ambrosius, die allesamt mit den Profis trainieren.

Gut möglich, dass Christian Titz gleich bei seiner Premiere heute gegen Hertha BSC zwei Spielern aus der U21 zum Saison-Debüt verhilft. Denn neben Matti Steinmann (23), der wohl im Mittelfeld zum Einsatz kommt, könnte auch Young-Jae Seo in die Startformation rutschen. Der 22-Jährige ist Linksverteidiger, dann würde Douglas Santos auf die rechte Abwehrseite wechseln.

Im Training ließ sich Christian Titz in den vergangenen Tagen im Hinblick auf die Startelf morgen gegen Hertha BSC nicht in die Karten blicken. Doch eine Überraschung deutet sich zumindest an, Young-Jae Seo (22) könnte auf der linken Abwehrseite sein Debüt feiern. Der Südkoreaner würde dann den Job von Douglas Santos übernehmen, den Titz auf der rechten Seite testete. Offenbar, weil der neue Coach weder mit Gotoko Sakai noch mit Dennis Diekmeier als Rechtsverteidiger restlos zufrieden war. Ein Fingerzeig für Berlin?

Im Sommer 2015 trainierte Young-Jae Seo zur Probe beim HSV mit, entschied sich dann trotz Offerten von Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim für den Wechsel von der Hanyang Universität in Seoul nach Hamburg. Auf den Durchbruch bei den Profis wartete der 22-jährige Koreaner bisher vergeblich, doch jetzt will der 1,82 Meter große Linksverteidiger seine Chance nutzen. In der U21 war er bei Christian Titz gesetzt.

Sechs Spieler hatte Christian Titz mit Beginn seiner Tätigkeit als Trainer der HSV-Profis aus dem Nachwuchs hochgezogen, vier von ihnen müssen morgen wieder bei der U21 oder der U19 antreten: Arianit Ferati, Mohamed Gouaida, Momo Kwarteng und Marco Drawz. Zudem ist auch für Josha Vagnoman, dem Titz-Vorgänger Bernd Hollerbach am vergangenen Sonnabend beim FC Bayern (0:6) zum Bundesliga-Debüt verholfen hatte, kein Platz im Kader für das Duell mit Hertha BSC. Zwei Talente dürfen dagegen weiter hoffen: Mittelfeld-Mann Matti Steinmann (23) und Linksverteidiger Young-Jae Seo (22).

Mit Linksverteidiger Young Jae Seo, den Mittelfeldspielern Arianit Ferati, Momo Kwarteng, Mohamed Gouaida und Matti Steinmann sowie Angreifer Marco Drawz waren gestern sechs Talente aus dem Nachwuchs beim Trainingsdebüt von Christian Titz dabei. Auch heute werden sie bei den Profis mitmischen. Aber haben Sie auch eine Chance, am Sonnabend gegen Hertha BSC eine Rolle zu spielen? Der neue HSV-Coach hält sich alles offen: „Die Jungs wissen, dass sie dies als Chance sehen müssen und am Ende entscheiden sie selbst mit ihrer Trainingsleistung, ob sie den Sprung in den Kader schaffen.“

Christian Titz hat gleich ein halbes Dutzend neue Spieler mitgebracht. Aus „seiner“ U21 sind Young-Jae Seo (22), Arianit Ferati (20), Moritz-Broni Kwarteng (19), Mo Gouaida (24) und Matti Steinmann (23) dabei. Aus der U19 Angreifer Marco Drawz (19). Nicolai Müller ist mit dem Reha-Coach auf dem Platz und dreht fleißg seine Runden, Albin Ekdal trainkert individuell.