Kurz vor der HSV-Präsidenten-Wahl sind gegen Bernd Hoffmann sind Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten aufgetaucht. Wie der „Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag“ berichtet, soll es während Hoffmanns Amtszeit als HSV-Vorstandschef in den Jahren 2010 und 2011 zu fragwürdigen Zahlungen gekommen sein. Laut einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG wurden Honorare von insgesamt 482.000 Euro ohne ausreichende Gegenleistung und ohne vorherige Genehmigung des Aufsichtsrats an Urs Siegenthaler gezahlt. Der Schweizer sollte Sportchef beim HSV werden. Er sagte aber ab, laut KMPG ohne vorab erhaltene Beträge erstatten zu müssen. In anderen Fällen wurden den Wirtschaftsprüfern zufolge „Jahresprämien gezahlt, die nicht vertretbar waren“. Insgesamt monierten sie sechs Zahlungsvorgänge als „zumindest anstößig“.

KPMG hatte dem Aufsichtsrat seinerzeit empfohlen, gegen Hoffmann und seine Stellvertreterin Katja Kraus in mehreren Fällen Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Es bestünden „überwiegende Erfolgsaussichten“. Das HSV-Gremium sah davon ab, trennte sich aber gleichwohl von Hoffmann und Kraus.

Seit 2004 arbeitet Urs Siegenthaler für den DFB und ist als Chefscout ein wichtiger Berater und enger Vertrauter von Bundestrainer Joachim Löw. Im Interview mit der „Berliner Morgenpost“ äußerte sich der 70-jährige Schweizer generell über entscheidende Spielertypen. Er sagte: „Wir brauchen heute Spieler, die den Abschluss suchen. Dieser Spielertyp bringt Angriffe zu Ende, obwohl er vornehmlich kein Angreifer ist. Und so machen es die großen Spieler.“ Die dann folgende Frage (Einer, der diese Abschlussqualität auch hat und im Moment für Furore sorgt, ist …) unterbrach Siegenthaler direkt und führte fort: „… Fiete Arp vom HSV. Aber auch hier möchte ich keinen Bezug auf den Spieler nehmen. Doch das Entscheidende ist, dass man mit so einem Talent täglich richtig arbeitet. Dann kann das Talent ein großer Spieler werden. Wenn ich ein Klaviertalent bin, kann ich nicht nur jeden Abend in einer Bar spielen, um Geld zu verdienen. Ich muss auch täglich die Tonleiter üben, um das sauber drin zu haben. Nur so kann ich es nach ganz oben schaffen.“