Das ist ganz bitter für Dennis Diekmeier. Der Rechtsverteidiger verpasst das Saisonfinale gegen Wolfsburg. Auf Schalke gab es für ihn die fünfte Gelbe Karte. „Das ist extrem ärgerlich. Ich bin der Meinung, dass ich den Ball gespielt habe. Und selbst wenn es der Schiedsrichter nicht so sieht, war es mein erstes Foul. Dafür dann gleich Gelb zu geben, ist sehr ärgerlich und schade“, so Diekmeier, der nun hofft, dass für ihn die Saison gelaufen ist. „Auf eine Relegation kann ich gerne verzichten.“ Immerhin: Bei nun 181 Bundesliga-Spielen kann er damit frühestens in der nächsten Saison zum bisher erfolglosesten Ligaspieler Markus Schuler aufschließen (182 Bundesliga-Spiele ohne Tor).

Dem früheren HSV-Profi Hakan Calhanoglu, der seit Anfang Februar eine viermonatige FIFA-Sperre wegen Vertragsbruchs zu seiner Anfangszeit beim Karlsruher SC absitzt, fällt es schwer, die Strafe zu verarbeiten. „Das hat einfach nur richtig wehgetan. Ich konnte das Urteil im ersten Moment auch nicht akzeptieren, ich war damals minderjährig“, sagte der 23-jährige Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen zu „Sport Bild“ und verriet: „Ich habe später viel mit unserem Psychologen darüber gesprochen und seine Hilfe in Anspruch genommen.“

Auch das noch! Filip Kostic sah die fünfte Gelbe Karte und wird damit am kommenden Sonntag im Keller-Kracher beim FC Augsburg fehlen. Der Serbe setzt damit erstmals überhaupt eine Gelb-Sperre in der Bundesliga ab. Für ihn könnte Bakery Jatta zu seinem Startelf-Debüt kommen.  Nach seinem Bundesliga-Einstand in Bremen feierte dieser nun auch seine Heim-Premiere. Der 18-Jährige musste hinterher auf dem Parkplatz vorm Stadion fleißig Autogramme verteilen, machte das mit großer Freude.

Der frühere St. Paulianer Matthias Lehmann muss auf den Kurztrip in die alte Heimat verzichten, er verpasst das Gastspiel beim HSV wegen einer Gelbsperre. Blöd für ihn, aber vor allem für Kölns Trainer Peter Stöger. Denn Lehmann ist für den FC ein Punkte-Garant: In den 13 Spielen mit dem Kapitän holte das Team 1,9 Zähler im Schnitt. In den zwölf Partien ohne ihn war es nur ein Punkt im Schnitt. Zudem war Lehmann zuletzt in Topform, beim 4:2 gegen Hertha BSC bereitete er zwei Tore vor.

Calhanoglu-Gipfel bei Bayer! Am Montag trafen sich die Klub-Bosse mit Berater Bektas Demirtas. Nach dem FIFA- und CAS-Urteil gegen den Ex-HSV-Profi, der wegen Vertragsbruchs 2011 zu vier Monaten Sperre verurteilt wurde, ging es um das weitere Vorgehen. In der mehrstündigen Sitzung wurde vereinbart, dass der 22-Jährige weiterhin mit der Mannschaft trainieren wird. Zudem informierte Demirtas darüber, dass Calhanoglu vor dem Zivilgericht in Lausanne Klage gegen das Arbeitsverbot eingereicht habe. Per einstweiliger Verfügung versucht der Bayer-Profi eine Spielgenehmigung zu erlangen. Sollte er mit diesem Schritt tatsächlich erfolgreich sein, könnte er wieder auflaufen. Aber: Die Erfolgsaussichten sind eher gering.

Weil sein Vater ihn im April 2011 dazu nötigte, einen Vertrag beim türkischen Erstligisten Trabzonspor zu unterschreiben, den er dann aber nicht erfüllte, wurde Ex-HSV-Profi Hakan Calhanoglu am Donnerstag für vier Monate gesperrt. Der 22-Jährige erinnert sich an die schicksalhafte Entscheidung: „Ich habe zufällig über einen Freund mitbekommen, dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft. Mein Vater kam nach Hause und sagte: ‚Hakan, Du musst den Vertrag unterschreiben.‘ In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegenzubringen. Ich war 17 Jahre alt und mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf. Ich habe meinem Vater vertraut. Mein Vater weiß heute, dass er einen schlimmen Fehler gemacht hat. Das macht ihn auch traurig. Er wird sich nie mehr in meine Karriere einmischen“, so Calhanoglu, der Bayer Leverkusen schon heute in Hamburg fehlt: „So etwas kann einen kaputtmachen. Aber ich habe in meiner Karriere schon einiges erlebt. Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen. Das Schlimmste für mich ist, dass mein Klub in Mitleidenschaft gezogen wird. Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid.“