HSV-Idol Uli Stein, der von 1980 bis 1987 und 1994/95 beim Liga-Dino zwischen den Pfosten stand, hat im Verlauf seiner Torwart-Karriere auf exotische Hilfsmittel zurückgegriffen. „Ich bekam auch Mixturen aus Schlangen- und Ameisengift in den Fuß gespritzt, als der übel angeschwollen war“, sagte der bis heute älteste Torhüter der Bundesliga-Geschichte der „Sport Bild“. Nach seiner aktiven Laufbahn hätte er gern einen Job im Profifußball übernommen, aber „in den Vereinen sind keine Leute gefragt, die eine eigene Meinung haben. Die werden nicht gesucht“, so Stein, der 1997 mit 42 Jahren sein letztes Bundesligaspiel für Arminia Bielefeld absolvierte.

Im letzten Spiel unter Ernst Happel gewann der HSV am 20. Juni 1987, also heute vor genau 30 Jahren, seinen letzten großen Titel. Alles zum 3:1 im Pokalfinale gegen die Stuttgarter Kickers, die zwölf Finalhelden im Gespräch und was sonst noch so 1987 in Deutschland passiert ist – das gibt’s auf fünf Sonderseiten in der heutigen MOPO. Es lohnt sich! 

Nachdem Ex-HSV-Meisterkeeper Uli Stein am Sonntag im Rahmen der Sendung „sky 90“ schwere Vorwürfe gegen den HSV erhob, folgte prompt die Replik von Seiten Dietmar Beiersdorfers. „Das letzte Wort bei Transfers hat immer Bernhard Peters“ wollte Stein „aus berufenem Munde“ wissen. Beiersdorfer dazu: „Das ist eine völlige Unwahrheit. Bernhard Peters ist als Direktor Sport für den Nachwuchs, den Übergang zu den Profis, den Campus und Planungen in diesem Bereich verantwortlich. Er ist in keine einzige Transfer-Entscheidung involviert, nicht mal im Jugendbereich.“

HSV-Legende Uli Stein schätzt die Lage als „sehr bedrohlich“ ein. Der ehemalige Nationalkeeper  rechnet aber mit der neuerlichen Rettung der Nordlichter in letzter Sekunde. „Ich glaube, dass der HSV das Glück hat, dass es zwei Mannschaften gibt, die noch blutleerer sind. Ingolstadt und Darmstadt“, sagte der 62-jährige. Uwe Bein (56) glaubt derweil an den Abstieg. „Es spricht alles dafür, denn die anderen Mannschaften kämpfen wenigstens. Das ist beim HSV ja nicht einmal sichtbar“, kritisierte der Weltmeister von 1990. Der frühere Spielmacher, der selbst zwischen 1987 und 1989 beim HSV unter Vertrag stand, zeigte sich äußerst besorgt: „Das, was in Hamburg abgeht, ist sehr, sehr traurig und macht einen nachdenklich.“

Uli Stein (61) traut dem neuen HSV die baldige Rückkehr in den Europapokal zu. „Ohne zu große Euphorie zu verbreiten: Die internationalen Plätze sollten in Reichweite liegen“, schrieb der frühere Torwart des HSV in seiner „Kicker“-Kolumne. „Investor Kühne macht es möglich, und es ist doch legitim, sich solcher Quellen zu bedienen. Entscheidend ist, dass das Geld diesmal sinnvoll eingesetzt worden ist“, urteilte Stein, der die Klub-Verantwortlichen in der Vergangenheit wiederholt kritisiert hatte.