Der frühere Nationalspieler Thomas Strunz nimmt in seiner „Sport1“-Kolumne den HSV aufs Korn. „Dass die Hamburger nach dem Spiel den Schiedsrichtern die Schuld am Gegentor gaben, fand ich eine Frechheit. Die Situation vor dem Eigentor von Rick van Drongelen war knifflig, das stimmt. Und man kann darüber geteilter Meinung sein. Aber die HSV-Verantwortlichen müssen auch darüber reden, dass Bobby Wood sich vorher anstellt wie ein Anfänger – oder über das Zweikampfverhalten von Papadopoulos, das auch nicht in Ordnung war. Stattdessen wird über den Schiedsrichter diskutiert“, schreibt Strunz. Er fordert: „Die Hamburger sollen sehen, wie sie selber zu Punkten kommen und nicht auf anderen rumhacken.“ Und weiter: „Unglaublich auch, dass André Hahn sich nach der Partie hinstellt und sagt: ‚Wir sind der HSV, wir haben es immer geschafft.‘ Bevor ich so einen Unsinn erzähle, gebe ich gar kein Interview, dann gehe ich in die Kabine.“

Heribert Bruchhagen wird seine Koffer in Jerez de la Frontera vorzeitig packen, am Sonntag ist der Vorstandsvorsitzende des HSV zu Gast im „Doppelpass“ bei Sport1. Dort trifft er auf Fredi Bobic, den Sportchef von Eintracht Frankfurt, sowie Thomas Strunz, Mario Basler, Peter Neururer und Ex-Boxer Axel Schulz. Moderiert wird die Sendung von Thomas Helmer.

In seiner Sport1-Kolumne beschäftigt sich Ex-Nationalspieler Thomas Strunz mit dem Video-Assistenten und kritisiert, dass dieser zu oft eingreifen würde. Zurecht habe er sich aus seiner Sicht am Freitag in Köln gemeldet. Strunz: „Gut finde ich allerdings, dass der Video-Schiri bei der Einlage von Hamburgs Kyriakos Papadopoulos eingegriffen hat. Aber ich finde Gelb viel zu wenig. Für mich ist das Strafmaß nicht okay. Das ist eine Rote Karte, das ist grob unsportlich, das ist total unkollegial! Ich finde, er gehört nachträglich gesperrt.“

Am Morgen nach dem Liga-Start gegen den FC Augsburg ist Heribert Bruchhagen zu Gast in der Sport1-Sendung „Doppelpass“. Am Sonntag ab 11 Uhr stellt er sich den Fragen von Moderator Thomas Helmer sowie der Experten Armin Veh und Thomas Strunz. Ebenfalls dabei: Sportdirektor Ralf Rangnick von RB Leipzig sowie Ex-FIFA-Schiedsrichter Berne Heynemann.

Thomas Strunz, Ex-Bayern-Profi und 1996 Europameister mit der DFB-Auswahl, lässt in seiner Experten-Kolumne für Sport1 kein gutes Haar am HSV. „Wenn man die ganze Saison anschaut, muss man festhalten, dass der HSV zu Recht dort steht, wo er steht – nämlich im tiefsten Tabellenkeller“, schrieb er und fügte hinzu: „Es ist eigentlich Wahnsinn, dass sie den Klassenerhalt schon wieder schaffen können. Das beste Beispiel war der Ausgleichstreffer gegen Schalke: Wenn Pierre-Michel Lasogga den Ball normal nimmt, trifft er wahrscheinlich Sead Kolasinac auf der Torlinie. So schießt er sich irgendwie selbst an und deswegen über den Verteidiger drüber. Damit haben sie wieder zumindest die Relegation sicher. Das ist Wahnsinn – aber an das HSV-Glück hat man sich mittlerweile schon gewöhnt.“

Berater Thomas Strunz hatte sich öffentlich darüber beklagt, dass der HSV für seinen Klienten Kerem Demirbay eine Ablöse in Höhe von zwei Millionen Euro fordert. Diese Kritik lässt Vereinsboss Dietmar Beiersdorfer kalt, zumal er sie nicht nachvollziehen kann: „Ich verstehe nicht, worüber sich Thomas Strunz so aufregt. Der Spieler steht bis 2017 beim HSV unter Vertrag. Wenn es ein aus unserer Sicht attraktives Angebot gibt, sind wir gesprächsbereit. Wenn nicht, bleibt Kerem ein Spieler des HSV“, sagte Beiersdorfer der MOPO. Zuletzt war der 22-Jährige an Zweitligist Düsseldorf verliehen.

Es ist eigentlich beschlossene Sache, dass Kerem Demirbay und der HSV endgültig getrennte Wege gehen. Zwei Mal in Folge wurde der 22-Jährige in die Zweite Liga verliehen, erst nach Kaiserslautern und in der vergangenen Saison nach Düsseldorf. Trotz Vertrags bis 2017 ist eine Rückkehr nach Hamburg ausgeschlossen, es passt einfach nicht zwischen Demirbay und Coach Bruno Labbadia, der dem Mittelfeldspieler offen vorwirft, den Konkurrenzkampf beim Liga-Dino zu scheuen. Doch HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer mag den Deutsch-Türken nicht verschenken, verlangt zwei Millionen Euro Ablöse, was Demirbay-Berater Thomas Strunz mächtig auf die Palme bringt. „Es irritiert mich doch schon sehr, dass der HSV für einen Spieler, um den man sich in den letzten zwei Jahren nicht ansatzweise gekümmert hat, noch solche Beträge verlangt. Für die intern und in der Öffentlichkeit genannten Ablösesummen gibt es keine Interessenten. Dies ist den Verantwortlichen auch so bekannt“, sagte Strunz der „Bild“ und stellte klar, dass ein Neustart beim HSV auszuschließen sei: „Kerem sieht aufgrund der Vorkommnisse in der Vergangenheit für sich keine Chance, beim HSV Bundesligaspieler zu werden und möchte die Möglichkeit bekommen, einen anderen Weg zu gehen.“

Kerem Demirbay will den HSV endgültig verlasssen. (Foto: Witters)