In Stuttgart (1:1) setzte Trainer Christian Titz auf Lewis Holtby und Mohamed Gouaida im offensiven Mittelfeld, Aaron Hunt kam meist über die Außenbahn und rutschte erst nach der Einwechselung von Tatsuya Ito für Gouaida Mitte der zweiten Hälfte ins Zentrum. Nun sieht es danach aus, als würde der HSV-Coach gegen Schalke von Beginn an auf Holtby und Hunt als Herzstück sowie auf Ito auf dem Flügel bauen. Gouaida bleibt diesmal wohl nur die Reservistenrolle.

Etwas überraschend fehlte Bakery Jatta in Stuttgart im HSV-Aufgebot. Christian Titz begründete die Maßnahme gegenüber der MOPO. „Es war eine ganz knappe, schwierige Entscheidung“, so der Trainer. „Wir haben selbst nach dem Trainingsende vor der Kader-Bekanntgabe noch diskutiert und grübelnd zusammengesessen. Aber wir waren der festen Überzeugung, dass wir mit Josha Vagnoman einen Außenverteidiger dazu nehmen mussten.“ Neben einem Sechser (Janjicic) und einem weiteren Innenverteidiger (van Drongelen) wollte der trainerstab „Fiete Arp dabei haben. Und André Hahn hatte eine gute Trainingswoche. Wir hätten Bakery auch gern mitgenommen aber am Ende mussten wir uns entscheiden.“ Allerdings sei klar: „Es hat ihn jetzt einmal getroffen – aber das hat keine Aussagekraft für das nächste Spiel.“ Möglich, dass Jatta am Sonnabend gegen Schalke ins Aufgebot zurückkehrt.

 

Sportlich läuft es für Dennis Diekmeier beim HSV gerade nicht gut. Auch für das Spiel in Stuttgart wurde er wie schon zuvor nicht für den Kader berücksichtigt. Das Osterwochenende ließ er sich dadurch aber nicht vermiesen. Mit der Familie verbringt der Rechtsverteidiger die Feiertage an der Ostsee in Travemünde.

Luca Waldschmidt sieht den HSV unter Trainer Christian Titz auf dem richtigen Weg. Nach dem 1:1 in Stuttgart sagte er: „Das war wieder ein Schritt nach vorne. Wir haben einen Punkt geholt, auch wenn wir natürlich drei wollten. Wir sind jetzt wieder einen Punkt näher dran. Mal schauen, was die anderen Mannschaften machen. Wir haben jetzt noch sechs Spiele, in denen wir so kräftig wie möglich punkten wollen. Dann schauen wir mal.“

Wie schon im ersten Spiel unter Christian Titz zeigten die Hamburger vor allem in der ersten Hälfte eine ansprechende Leistung mit einem guten Spielaufbau und – mit einer Ausnahme – sehr stabilen Defensive. Genau diese eine Unsicherheit nutzten die Schwaben jedoch aus und nach der Pause war der VfB dann auch etwas besser im Spiel, während der HSV gerade in Sachen Ballsicherheit nachließ (21 Prozent Fehlpassquote nach nur 14 Prozent im ersten Durchgang).

Bei vielen Fans hat Gotoku Sakai einen schweren Stand. Der Japaner wird gerne als Sinnbild für den Misserfolg herausgepickt.  Beim 1:1 in Stuttgart zeigte der HSV-Kapitän eine schwache erste Halbzeit, steigerte sich im zweiten Durchgang dann aber deutlich. Heute sprach Trainer Christian Titz über Sakai.  Er sagt: „Go ist durch seine Beidfüßigkeit ein sehr interessanter Spieler. Er hat eine hohe Spielintelligenz. Und er hat eigentlich auch ein gutes Passspiel. Ich weiß allerdings auch, wie seine öffentliche Wahrnehmung ist. Das zeigt immer Wirkung bei Spielern.“ Über Sakais Auftritt in Stuttgart sagt der Trainer: „Er hatte ein paar Wackler drin. Er hat aber auch viele gute Ansätze. Man kann ihn unter Druck anspielen. Er hat Lösungsansätze für das Spiel nach vorne. Und ich finde, er hat auch im Defensiv-Verbund viele Dinge sehr gut gemacht.“

HSV-Torwart Julian Pollersbeck war wie schon gegen Hertha BSC eine wichtige Anspielstation im Aufbau und deutlich öfter am Ball (81 Mal) als Ron-Robert Zieler (53), dabei musste der VfB-Keeper allerdings doppelt so viele Torschüsse abwehren wie sein Gegenüber, nämlich sechs.

Mit starken Schmerzen und großen Sorgen hatte sich Rick van Drongelen auf die Rückreise von Stuttgart nach Hamburg gemacht. Kurz vor Spielschluss hatte sich der Holländer am Knie verletzt. Es gab die Befürchtung, dass er sich das Kreuzband verletzt hat. Heute morgen ging es für van Drongelen in Hamburg zum Arzt. Nach der genauen Untersuchung konnte zumindest eine schlimme Verletzung ausgeschlossen werden. „Das Kreuzband ist zum Glück nicht beschädigt“, so Trainer Christian Titz. Ob van Drongelen bis zum Schalke-Spiel wieder fit wird, ist trotzdem unklar.