Die meisten Anhänger des HSV haben den ersten Schock überwunden, nach dem Abstieg aus der Bundesliga richtet sich der Blick wieder in die Zukunft. Das gilt auch für Timo Horn, den Chef des Supporters Clubs. Bei Facebook gewährte der Fan-Boss einen Einblick in seine Gefühlswelt, schrieb: „Die Tränen sind getrocknet, irgendwie wirkt es fast ein bisschen befreiend, dass der ewig andauernder Albtraum Abstiegskampf endlich zu Ende ist. Ab heute wird nach vorne geguckt.“

Alles für den HSV! Der Supporters Club ruft heute ab 13.45 Uhr zum Empfang des Mannschaftsbusses in der Einfahrt an der Sylvesterallee an. Und: Gestern wurden im Stadion 50.000 (!) Pappen mit der HSV-Raute im Stadion ausgelegt. Die werden beim Einlaufen der Teams zu einer gigantischen Choreografie hochgehalten. Klasse: Lewis Holtby half bei den Vorbereitungen, auch Trainer Christian Titz schaute vorbei. Der HSV steht zusammen!

Neben Marcell Jansen war auch Supporters-Chef Tim-Oliver Horn bei NDR 90,3 zu Gast. Und er sprach vielen Anhängern des Liga-Dinos aus der Seele: „Eigentlich sollte man als HSV-Fan in Sachen Abstiegskampf Routine haben, aber ich bin noch zappelig. Gefühlt waren wir schon abgestiegen, jetzt rechnet man sich wieder etwas aus. Die Grundstimmung? Nervös!“ Horn erzählte, dass wohl bis zu 6000 Hamburger am Sonnabend in Wolfsburg dabei sein werden, um das Team zu unterstützen: „Alle wissen, worum es geht. Wir werden alles geben, um den nächsten Sieg zu holen.“

Auf der Facebook-Seite hat der Supporters Club im Hinblick auf das wichtige Heimspiel gegen Hertha BSC im Volkspark am Sonnabend einen Appell an die HSV-Fans gerichtet:

Es geht IMMER weiter!

Es ist nicht einfach, das wissen wir. Wut, Trauer, Enttäuschung und Verzweiflung machen sich breit. Sie kanalisieren sich bei einigen Wenigen in Aktionen, welche die Grenzen bei weitem überschreiten. Bei allem Verständnis für die unterschiedlichen Gefühlslagen, verurteilen wir scharf die überzogenen Reaktionen und appellieren an alle HSV-Fans, nicht die Nerven zu verlieren und ihre Energien in die Unterstützung des HSV zu investieren.

Es ist der Zusammenhalt, der uns in den letzten Jahren stark gemacht hat und der oft genug für die letzten Prozente im Abstiegskampf gesorgt hat. Allerdings sollte dieser Zusammenhalt nicht nur in brenzligen Situationen für den HSV und sein Umfeld gelten, sondern eine generelle Tugend darstellen, im Verein und um den Verein herum. Ist es doch für viele von uns gerade die Gemeinschaft, die unser HSV-Fansein zu einem einmaligen Erlebnis macht.

Aufgeben kann für uns HSVer keine Option sein, das haben die letzten Jahre ebenfalls gezeigt. Die neuerlichen Veränderungen der letzten Tage können ebenfalls noch einmal Hoffnung geben, das scheinbar Unmögliche doch noch möglich zu machen. „Im März ist noch keiner abgestiegen“ heißt es doch so schön und mit einem Sieg gegen Hertha könnten wir ganz schnell wieder im Rennen sein. Das geht aber nur über den oben beschworenen Zusammenhalt. Lasst uns ALLE zusammenstehen und gemeinsam alles dafür tun, diesen so dringend benötigten Sieg gegen die alte Dame aus Berlin zu holen.

Dafür fordern wir aber auch von der Mannschaft: KÄMPFT! Für uns, für euch, für Hamburg, für den HSV! Wir verlangen, dass ihr euch zusammenreißt, dass auch ihr als Einheit auf dem Platz zusammensteht, dass ihr alles gebt, was in eurer Macht steht, um die Punkte in Hamburg zu behalten.

Und für den Zusammenhalt appellieren wir an die Vereinsführung: Vertraut euren Fans! Nehmt die zum „Sicherheitsspiel“ gegen Mainz eingeführten Maßnahmen nach und nach wieder zurück! Das ist ein wichtiger Schritt für den Zusammenhalt und für eine gute und positive Stimmung im Volksparkstadion. Es geht schließlich nur gemeinsam.

Lasst uns ALLE zusammenstehen und zusammenhalten! Die Mitglieder, die Fans, die Spieler, der Trainerstab, die Mitarbeiter. WIR müssen gemeinsam alles dafür tun, das gemeinsame Ziel zu erreichen. Und gegen Hertha fangen wir genau da an!

Erst das Drohplakat („Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt“) einiger Fans auf der Nordtribüne, dann der Versuch eines Platzsturms, der von Polizisten mit Hunden verhindert wurde. Im Rahmen der Pleite gegen Leverkusen stellten sich Anhänger des HSV in sehr aggressiver Weise gegen die Profis. Supporters-Chef Timo Horn bringt dafür Verständnis auf: „Ich kann verstehen, dass Teile unserer Fans auf Provokation umgestellt haben. Ob es was hilft, weiß ich leider nicht“, sagte er dem „Abendblatt“.