Im Vergleich zur letzten Schlappe unter Bernd Hollerbach beim FC Bayern (0:6) nimmt Christian Titz in der Startelf fünf Veränderungen vor. Torwart Christian Mathenia, Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier, Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos, Mittelfeld-Mann Walace und Angreifer Sven Schipplock fliegen raus, Julian Pollersbeck, Matti Steinmann, Tatsuya Ito, Lewis Holtby und Fiete Arp kommen rein. Für das Spiel der letzten Hoffnung ändert der neue Trainer zudem das System: Erstmals wird der HSV gegen Hertha BSC in einer 4-1-4-1-Formation auflaufen.

In vier Spielen war Bernd Hollerbach bislang als HSV-Chefcoach verantwortlich, dabei wählte er zumindest für die Anfangsformation stets eine Dreier- bzw. Fünferkette in der Abwehr. Für das Derby in Bremen hat er andere Pläne. Hollerbach will auf eine Viererkette setzen. Mit dieser Startformation holte der HSV auch seine bislang vier Saisonsiege.

Nach der Niederlage in Hannover (0:2) wird Trainer Markus Gisdol heute gegen Dortmund vermutlich sowohl das System als auch die Startelf ändern. Aus dem Team fliegen Douglas Santos, Sven Schipplock und Bakery Jatta, zudem muss wohl Albin Ekdal (Rückenprobleme) passen. Für sie rutschen Mergim Mavraj, Gotoku Sakai, Sejad Salihovic und Bobby Wood in die Mannschaft. Statt im 4-4-2-System, wie in Nordderby, stellt er auf eine 4-3-3-Formation um.

In der vergangenen Saison war Lewis Holtby eine feste Größe, der 26-Jährige wurde von Markus Gisdol im 4-2-3-1-System zentral in der Offensivreihe eingesetzt. Doch der Trainer des HSV studiert in der Vorbereitung das 4-4-2-System ein und schon in den bisherigen Testspielen wurde deutlich, dass es für Holtby schwer wird, einen Platz im Team zu finden. Sportchef Jens Todt betonte: „Es kann sein, dass es die Zehnerposition in unserem Spielsystem gar nicht mehr gibt. Unser Kader ist auf Pressing und schnelles Umschalten ausgerichtet.“ Holtby müsste mit Albin Ekdal, Walace, Gideon Jung und Vasilije Janjicic den Konkurrenzkampf um die beiden Mittelfeld-Plätze vor der Abwehr aufnehmen – oder den HSV verlassen.

Seit Markus Gisdol seinen Dienst beim HSV im September vergangenen Jahres antrat, verzichtete er auf taktische Experimente. Der Trainer setzte (fast) immer auf das 4-2-3-1-System, als eine Viererkette in der Abwehr, zwei Abräumer im defensiven Mittelfeld, einer offensiven Dreierreihe und einer Spitze. Im Hinblick auf die kommende Saison will der 47-Jährige ein weiteres System einstudieren: 4-4-2. „Das ist der Hintergedanke, warum wir André Hahn geholt haben“, so der Hamburger Coach. Der Vier-Millionen-Einkauf aus Gladbach könnte als zweite Spitze sowie auf der rechten Außenbahn zum Einsatz kommen.

In Sachen Aufstellung und Formation ließ sich Markus Gisdol in den vergangenen Tagen nicht in die Karten schauen. Gut möglich, dass der HSV-Coach beim FC Bayern auf die „Tannenbaum“-Taktik, also ein 4-3-2-1-System setzt. Dann würden vor Torwart René Adler wohl Gotoku Sakai, Johan Djourou, Mergim Mavraj und Matthias Ostrzolek die Abwehrkette bilden, davor kämen Walace, Gideon Jung und Lewis Holtby im Zentrum sowie Nicolai Müller und Filip Kostic auf den Außenbahnen und Bobby Wood im Sturm zum Einsatz.

Der frühere HSV-Angreifer Erik Meijer, der von 2001 bis 2003 in Hamburg unter Vertrag stand und in 58 Liga-Spielen elf Tore erzielte, freut sich für seinen alten Klub über die Verpflichtung von Filip Kostic. Mittlerweile arbeitet der Niederländer als Taktik-Experte für Sky und empfiehlt Bruno Labbadia via Twitter die Umstellung auf das 4-4-2-System mit zwei Spitzen. Bisher favorisierte der HSV-Coach aber das 4-2-3-1-System mit einem zentralen Stürmer.