Ob Fiete Arp und Tatsuya Ito auch auf Schalke in der Startelf stehen werden, ließ Trainer Markus Gisdol in der Pressekonferenz offen. „Wir wollen uns noch nicht in die Karten schauen lassen, aber wir sind froh, dass Fiete und Ito so einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Sie können die Mannschaft mit ihrer jugendlichen Leichtigkeit beleben“, sagte er, bremste aber zugleich die Ewartungen an das Überflieger-Duo. „Sie sind eine gute Ergänzung, aber getragen werden wir von der gesamten Mannschaftsleistung.“

Kürzlich verriet Markus Gisdol, dass es der Anspruch des HSV sei, in Zukunft mehr Talente aus den eigenen Reihen in den Profikader einzubauen. Aktuell sieht es in dieser Hinsicht düster aus, denn im Aufgebot für die bevorstehende Saison stehen mit André Hahn, Vasilije Janjicic, Tom Mickel, Finn Porath, Jonas Behounek, Mats Köhlert, Fiete Arp und Bakery Jatta nur acht Spieler, die zuvor schon für Nachwuchs-Teams der Rothosen zum Einsatz kamen. Für die Profi-Truppe absolvierten sie gemeinsam 13 Spiele, Hahn startete erst später in Augsburg und Gladbach durch. Damit liegt der HSV im Liga-Vergleich laut „transfermarkt.de“ auf dem vorletzten Platz. Es führt Dortmund (763 Einsätze von Eigengewächsen) vor Schalke (525) und dem FC Bayern (452). Schlusslicht ist RB Leipzig (2).

Markus Gisdol hadert mit der hohen Erwartungshaltung an den HSV und wünscht sich ein Umdenken in der Transferpolitik. Um sich aus der Negativspirale befreien zu können, müsse der Verein „Schritt für Schritt aufholen und nicht davon träumen, fünf Schritte auf einmal zu machen“, sagte er dem „Kicker“. Und weiter: „Wir müssen akzeptieren, dass es kein einfacher Weg ist. Eine nachhaltige Entwicklung braucht Zeit. Das mag nicht jedem gefallen, aber es ist eine Tatsache.“ Um mittel- und langfristig weiter oben mitmischen zu können, seien Investitionen in Top-Talente ein wichtiges Kriterium. „Natürlich müssen wir uns für die Zukunft überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, vermehrt in Jugendtalente zu investieren, um noch mehr Qualität in den Nachwuchsbereich zu bekommen.“ Zurzeit, so Gisdol, sei „das Geld, das wir dafür in die Hand nehmen müssten“, aber nicht vorhanden.