Sturm-Juwel Fiete Arp ist in den Urlaub nach Kanada geflogen, eine Entscheidung über seine sportliche Zukunft steht weiterhin aus. Dem 18-Jährigen liegen mehrere Angebot vor, unter anderem auch vom FC Bayern. Dennoch hoffen die HSV-Verantwortlichen weiter darauf, dass Arp seinen Vertrag verlängert. Der Trainer, so Direktor Sport Bernhard Peters im „Abendblatt“, sei der Schlüssel: „Ich weiß, dass er zu den Spielern zählt, für die Christian Titz wirklich ein Mentor ist und dass sie gerne mit ihm weiterarbeiten wollen, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass er sie besser macht.“

Es ist bekannt, dass Christian Titz als ehemaliger U17- und U21-Coach großen Spaß daran hat, junge Spieler zu fördern und nach oben zu bringen. Im Hinblick auf die kommende Zweitliga-Serie ist sich der Coach sicher, dass ein Nobody beim HSV durchstartet: Tobias Knost. Der 18-Jährige war 2014 von Tennis Borussia Berlin nach Hamburg gekommen, unterschrieb im November einen Profi-Vertrag bis 2020. „Wenn Tobi sich nicht verletzt hätte, wäre er schon in der abgelaufenen Saison in der Bundesliga von Beginn an zum Einsatz gekommen“, sagte Titz, der bei Knost die Dynamik und Handlungsschnelligkeit schätzt.

Eine grandiose Saison wurde am Ende nicht mit der Meisterschaft in der Regionalliga Nord gekrönt. Die U21 des HSV hat hinter Weiche Flensburg (Relegation gegen Energie Cottbus) Platz zwei belegt. Eine Enttäuschung? Direktor Sport Bernhard Peters dazu: „Die wichtigste Frage bei einer ältesten Ausbildungsmannschaft ist immer, wie viele Spieler aus der U21 können in der Profimannschaft Konkurrenzdruck aufbauen? Indem wir starke qualitätsvolle Spieler aus der U21 in die Bundesligamannschaft geben konnten, haben wir unser Ziel erreicht. Wir wollen im Sinne einer guten Siegermentalität natürlich immer das Maximum erreichen, aber neben der Aus- und Weiterbildung ist alles andere nur Bonus.“ Neben einigen Talenten wurde auch Trainer Christian Titz zu den Profis hochgezogen. Bleibt sein Nachfolger Steffen Weiß jetzt U21-Coach? Peters: „Wir haben einen klar strukturierten Plan für das nächste Jahr. Mit dem Ende dieser Saison werden wir diesen jetzt im Detail ausarbeiten.“

Nun ist es auch offiziell: Christian Titz bleibt auch in der kommenden Saison Cheftrainer des HSV. Er hat heute einen Zweijahresvertrag bis 2020 unterzeichnet. „Christian Titz hat in den vergangenen Wochen und Monaten mit seiner inhaltlich geprägten Arbeit bewiesen, dass er der richtige Mann für unsere sportliche Neuausrichtung ist“, sagte Vorstand Frank Wettstein: „Wir haben uns sehr eng ausgetauscht, was die Trainerfrage betrifft. Wir alle, das heißt Direktor Sport, Aufsichtsrat und ich als Vorstand, sind überzeugt, dass Christian Titz mit seinem Team weiterhin die richtigen Impulse für den HSV setzen wird.“ Titz sagte: „Ich fühle mich wohl in Hamburg und beim HSV und habe immer gesagt, dass ich mir auch ein Engagement über diese Saison hinaus sehr gut vorstellen könnte. Wir alle wissen, dass uns jetzt nach dem Bundesligaabstieg große Herausforderungen in der 2. Bundesliga erwarten. Diesen Aufgaben gilt ab sofort unser ganzer Fokus.“

Walace und Mergim Mavraj sind Profis, die auch einen Vertrag für die nächste Saison beim HSV besitzen. Noch mal für den HSV auflaufen werden beide aber wohl kaum. Trainer Christian Titz hatte das Duo gleich zu Beginn seiner Amtszeit bei den Profis aussortiert und zur U21 geschickt. Im Sommer sollen sich beide nun einen neuen Verein suchen. Der HSV-Coach sagt: „Die Entscheidungen, die wir damals so getroffen haben, sollen auch so bestehen bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Spieler sich verändern werden.“

Nach dem erstmaligen Abstieg des HSV sorgt sich Uwe Seeler um die Zukunft seines Vereins. „Ich habe Angst, dass wir gar nicht wieder aufsteigen“, sagte der 81-Jährige der „Sport Bild“. Man müsse sich nur den 1. FC Kaiserslautern ansehen: „Die steigen jetzt sogar in die 3. Liga ab. Wenn wir nicht aufpassen und die Mannschaft nicht verstärken, kann es sein, dass wir noch mal absteigen.“
Die Weiterverpflichtung von Trainer Christian Titz hält der Ehrenbürger Hamburgs für eine gute Entscheidung: „Titz hat in den vergangenen Wochen einen sehr guten Eindruck gemacht und ich glaube, dass er der Richtige für den HSV ist.“ Der Klub müsse wieder mehr die Nähe zu Investor und Mäzen Klaus-Michael Kühne suchen: „Ich verstehe nicht, dass der Verein ihn nicht noch mehr involviert“, sagte Seeler. „Wenn wir Größeres unternehmen wollen, brauchen wir ihn.“

Mit Trainer Christian Titz in eine bessere Zukunft – so lautet zurzeit das HSV-Motto. Über seinen Weg von unten nach ganz oben sagt der 47-Jährige: „Ich bin froh, dass ich Bestandteil dieses Vereins sein darf. Es ist etwas ganz Außergewöhnliches, das nur wenigen vergönnt ist. Dazu dann auch noch dieser Weg, erst U17-Coach, dazu Individualtraining, danach die U21 und dann die Arbeit bei den  Profis. Da bleibt mir nur ein großer Dank an alle.“  Mit Blick auf die Zukunft fügt der Coach hinzu: „Ich finde, dass wir hier ein sehr interessantes Projekt gemeinsam mit vielen Leuten vor drei Jahren aufgebaut haben. Leider sind wir jetzt mit der ersten Mannschaft abgestiegen. Wenn man aber sieht, wie unsere verschiedenen Nachwuchsmannschaften die Saison beendet haben, dann sind das sehr gute Platzierungen. Ich glaube, wir haben von unten ein gutes Fundament geliefert, sodass wir dauerhaft die Profis mit guten Talenten beliefern können. Jetzt gilt es den letzten Übergangsschritt zu machen, damit wir noch mehr die Spielidee übertragen bekommen. Wir müssen ein gutes und stabiles Gebilde mit der ersten Mannschaft hinbekommen, dann können wir auch dort dauerhaft wieder erfolgreich sein.“