Spannende Stunden und Tage liegen vor Sportchef Jens Todt. Noch hat der HSV in diesem Winter keine Veränderungen an seinem Kader vorgenommen, doch ein Verkauf von Walace würde vermutlich eine Kettenreaktion auslösen. Aber: Um den 22-jährigen Brasilianer, der Hamburg gern verlassen würde, entbrennt ein Berater-Zoff. Denn Interessent Atlético Mineiro hat nicht Rogerio Braun, den eigentlichen Agenten und Vertrauten des Mittelfeld-Manns, sondern Giuliano Bertolucci damit beauftragt, dem HSV ein Angebot in Höhe von 8,5 Millionen Euro zu unterbreiten. Er berät unter anderem die Nationalspieler Marquinhos (Paris St. Germain), David Luiz (Chelsea) und Oscar (Shanghai SIPG).

Wechselt Dominik Kaiser von RB Leipzig zum HSV? Die MOPO fragte bei Sportchef Jens Todt nach, der das Interesse am 29 Jahre alten Mittelfeldmann bestätigte. Todt: „Er ist ein interessanter Spieler, mit dem wir uns beschäftigen.“ Aber der Sportchef grenzte auch ein, dass Kaiser „einer von vielen Spielern sei, die der HSV auf der Liste hat“.

 

 

Die Fronten zwischen dem HSV und Streik-Profi Walace sind weiter verhärtet. Nachdem der Brasilianer mit drei Tagen Verspätung den Dienst im spanischen Jerez de la Frontera angetreten hatte, strich Coach Markus Gisdol ihn für die Testspiele gegen Malaga (2:1) und Freiburg (1:1) aus dem Kader (alle gesunden Profis waren dabei). Morgen soll der 22-Jährige zwar mit dem Team auf dem Platz stehen, doch Walace hofft weiter auf einen Winter-Transfer. Berater Rogerio Braun, der schon im Trainingslager an seiner Seite war, ist nach Hamburg gereist, um Sportchef Jens Todt in weiteren Gesprächen von einer Trennung zu überzeugen. Todt betonte zuletzt immer wieder: „Im Fußball ist wenig komplett auszuschließen. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir Walace abgeben.“ Einige brasilianische Klubs haben Interesse an einem Leihgeschäft.

Er kam im Verlauf der Hinrunde als Notlösung, schaute sich die Spiele zuletzt aber von der Tribüne aus an. Doch plötzlich gilt Sejad Salihovic (33) als ernsthafte Alternative, wurde nach auffälligen Leistungen in den Tests gegen Malaga (2:1) und Freiburg (1:1) von Sportchef Jens Todt sogar als ein Gewinner des Trainingslagers genannt. Kein Wunder, dass der Bosnier mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung zufrieden ist. Die Zeit in Spanien sei „kurz, aber intensiv“ gewesen: „Wir haben viel gemacht, gut und konzentriert gearbeitet. Jeder weiß, wie wichtig die Rückrunde für uns als Mannschaft und den ganzen Verein ist. Wir sind total fokussiert auf den Start in Augsburg“, sagte Salihovic vor der Abreise nach Hamburg.

Das sah schon ziemlich nach Startelf aus, was Markus Gisdol gegen Freiburg (1:1) zeigte. Dennis Diekmeier, Mergim Mavraj, Kyriakos Papadopolous und Douglas Santos bilden wohl auch zum Rückrunden-Start in Augsburg die Abwehrkette, im Mittelfeld dürfte Albin Ekdal gesetzt sein, um den Platz an seiner Seite kämpfen Gideon Jung, Sejad Salihovic und Vasilije Janjicic. In der Offensive kämpfen mit André Hahn, Filip Kostic, Aaron Hunt, Fiete Arp und Bobby Wood fünf Kandidaten um vier Plätze. Aber wer steht im Tor? Julian Pollersbeck zeigte eine gute Leistung, er könnte Christian Mathenia ablösen. Sportchef Jens Todt: „Beide Torhüter haben sich während der Woche gut präsentiert. Es ist sicher eine schwere Entscheidung, die Trainer Markus Gisdol treffen muss.“

Mit dem 1:1 im Test gegen Freiburg endete für den HSV das Trainingslager in Spanien. Jens Todt tritt die Heimreise nach Hamburg morgen mit einem positiven Gefühl an. „Wir sehen uns gerüstet für die schweren Aufgaben in der Rückrunde. Es wurde gut gearbeitet und die Mannschaft ist intakt.“ Als Gewinner der kurzen Vorbereitung nannte der Sportchef des HSV die beiden Mittelfeldspieler Sejad Salihovic und Vasilije Janjicic, die gezeigt hätten, dass sie „echte Optionen“ seien.