Am Sonnabend (15.30 Uhr) geht es für den HSV mal wieder um alles. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Statistik. In der Bundesliga konnte der HSV bereits 41 Mal gegen Frankfurt gewinnen, nur gegen Stuttgart (44) wurde häufiger gesiegt. Mit 161-Liga-Treffern stellen die Hessen zudem einen Lieblingsgegner der Rothosen dar. Nur gegen Dortmund konnte der HSV  häufiger (179 Tore) treffen.  Am Sonnabend soll diese Bilanz mit positiven Ergebnissen weiter ausgebaut werden.

 

 

Sie kommen nicht gerade mit breiter Brust nach Hamburg. Der SC Freiburg hat in den vergangenen zehn Spielen nur vier Tore geschossen, hat mit insgesamt 26 Treffern die zweitschwächste Ausbeute der Bundesliga – nur der HSV (23 Tore) steht noch schlechter da. Die Hälfte aller Freiburger Tore schoss in dieser Saison Nils Petersen. Der 29-Jährige spielt übrigens auch besonders gern gegen den HSV. In zehn Spielen gegen die Hamburger war er an sieben Toren beteiligt. Zu den vier Treffern, die er selbst erzielte, kommen drei Vorlagen hinzu. Gegen keinen anderen Bundesliga-Verein hat Petersen eine bessere Scorer-Statistik. Geradezu kurios aber ist folgender Fakt: Außer Petersen hat kein anderer Freiburger Spieler aus dem aktuellen Kader bisher ein Tor gegen den HSV erzielt. Aus Sicht der HSV-Fans darf das über den Sonnabend hinaus sicher gerne so bleiben.

Wenn der HSV am Sonnabend den SC Freiburg empfängt, treffen die beiden schwächsten Rückrunden-Teams der Bundesliga aufeinander. Ein paar Zahlen gefällig? Die Rothosen gewannen mit dem 3:2 gegen Schalke nur eines der letzten acht Heimspiele, in denen sie insgesamt sechs Zähler holten. Dieser Dreier war auch der einzige in den letzten 17 Partien der Hamburger, die mit sieben Punkten Schlusslicht der Rückrundentabelle sind. Auch ihre acht Tore und 23 Gegentreffer sind in diesem Jahr die schlechtesten Ligawerte. In den letzten 15 Runden spielte der HSV nur einmal zu Null: am 3. März beim 0:0 gegen Mainz. Die Freiburger verloren vor dem Duell der erfolglosesten Angriffsreihen ihre letzten vier Spiele und sind seit sieben Runden sieglos, in denen sie nur zwei Punkte holten. In den letzten neun Stunden erzielten sie nur ein einziges Tor: durch Nils Petersen, der fünf der letzten sechs Freiburger Tore schoss. Das Hinspiel der beiden Teams endete übrigens 0:0.

Nur 19 Tore schoss der HSV in 27 Bundesliga-Spielen. Es ist der schlechteste Wert aller Bundesliga-Vereine. So viel ist bekannt. Fast schon erschütternd aber ist, dass beim HSV in der gesamten Saison nur drei (!) Tore über die linke Seite eingeleitet wurden. Über die rechte Seite waren es sechs Tore, hier kann der HSV zumindest Freiburg (vier) und Köln (fünf) hinter sich lassen. Zehn Tore fielen durch die Mitte, mit Augsburg (neun) ist in dieser Statistik zumindest ein Team schlechter.

Will der HSV nach der Länderspielpause beim VfB Stuttgart punkten, wird es ein Schlüssel des Spiels sein, Mario Gomez in den Griff zu bekommen. Seit seinem Wechsel zum VfB blüht der Nationalstürmer auf. In Stuttgart braucht er nur vier Torschüsse für einen Treffer, 60 Prozent seiner Großchancen hat er genutzt. Mit sechs Toren und zwei Vorlagen ist er schon jetzt Topscorer der Schwaben – und das, obwohl er erst im Winter zum Team gestoßen war. Im Schnitt braucht Gomez übrigens in der Bundesliga nur 126 Minuten pro Tor. In der ewigen Hitliste ist der 32-Jährige damit die Nummer sechs. Vor ihm stehen nur Gerd Müller (105 Minuten), Robert Lewandowski (113), Pierre-Emerick Aubameyang (116), Marcio Amoroso (124) und Timo Konietzka (125). Was dem HSV aber ein bisschen Hoffnung machen könnte: Die Hamburger sind nicht gerade Gomez‘ Lieblingsgegner. „Nur“ sechs Tore gelangen ihm gegen den HSV. Gegen zwölf andere aktuelle Bundesligisten und gegen den 1. FC Kaiserslautern traf er häufiger.

Der noch bis 2019 an die SpVgg Unterhaching verliehene Finn Porath hat die Oberbayern in der 3. Liga zum 3:2 (2:0)-Erfolg gegen Bernd Hollerbachs Ex-Klub Würzburger Kickers geführt. Der 21-jährige Mittelfeldspieler erzielte in der 63. Minute das vorentscheidende und sehenswerte Tor zum 3:1. Es war schon Poraths viertes Tor in den vergangenen fünf Wochen.

Der HSV und Hertha BSC sind nicht nur die beiden Teams mit den wenigsten Treffern der Rückrunde, die Hamburger und Berliner gehören auch zu den Mannschaften, die sich die wenigsten Chancen in dieser Saison erarbeiten. Der HSV ist mit 91 Chancen Schlusslicht der Bundesliga, gefolgt vom VfL Wolfsburg (93) und Hertha (99). Diese drei Teams sind die einzigen Mannschaften, die auf weniger als 100 Chancen in dieser Saison kommen.

Wenn es am Sonnabend für den HSV gegen Hertha BSC geht, werden bei Fiete Arp Erinnerungen hochkommen. Beim 1:2 im Hinspiel erzielte der damals noch 17-Jährige sein erstes Tor in der Bundesliga. In der 73. Minute hatte Arp zum 1:2-Endstand aus Hamburger Sicht getroffen. Eine Woche später hatte der Junioren-Nationalstürmer gegen Stuttgart nachgelegt. Seither wartet Fiete aufs nächste Tor.

Wenn der HSV am Sonnabend Hertha BSC im Volksparkstadion empfängt, treffen die beiden torungefährlichsten Teams der Rückrunde aufeinander. Die Berliner erzielten in diesem Jahr vier Treffer, der HSV sogar nur drei. Herthas aktuelle Torflaute dauert allerdings sogar noch länger an als die der Hamburger. Das Team von Trainer Pal Dardai hat seit 393 Minuten nicht mehr getroffen, die Hamburger warten seit 289 Minuten auf ein Tor. Beide erzielten übrigens ihren bisher letzten Treffer gegen Bayer Leverkusen. Beim HSV hatte André Hahn zum 1:2 getroffen, bei Hertha Salomon Kalou zum 2:0-Sieg. Es war für die Berliner das einzige der bisherigen fünf Auswärtsspiele in der Rückrunde, in der man überhaupt einen Treffer erzielt hatte.