Nach 14 Saisonspielen lässt sich beim HSV folgende Faustregel erkennen: Das erste Tor entscheidet über den Ausgang des Spiels. So gab der HSV als einziges Team nach einer Führung keinen Punkt mehr ab. Viermal ging man mit 1:0 in Front, viermal wurden alle Zähler eingesackt. Gleichzeitig konnte der HSV nach einem Rückstand aber auch keinen Punkt mehr gewinnen. Achtmal fiel das 0:1 und achtmal ging das Team von Markus Gisdol als Verlierer vom Platz.

In Duellen zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg sind Treffer garantiert. Das belegen die nackten Zahlen: Noch nie endete ein Spiel zwischen den beiden Nordklubs torlos. Bisher gab es 42 Partien mit insgesamt 120 Treffern. In der Bundesliga trafen beide Teams dabei 40 Mal aufeinander. Der HSV konnte zehn Spiele gewinnen, die Wölfe 16. Zudem kam es 14 Mal zu einer Punkteteilung.

Was fällt auf beim Blick auf die nackten Zahlen? Der HSV hat in den bisherigen 14 Saisonspielen 13 Tore erzielt, der VfL Wolfsburg, nächster Gegner am Sonmnabend, kommt in diesem Zeitraum auf 20 Treffer. Dabei haben sich die Niedersachsen auch nur 59 Chancen erarbeitet, lediglich eine mehr als die Hamburger (58). Doch der VfL ist viel effektiver, nutzt 33,9 Prozent der Möglichkeiten, was in diesem Bereich den dritten Platz hinter Dortmund (34,7 Prozent) und Hertha BSC (33,9 Prozent) bedeutet. Der HSV belegt Rang zehn.

Und noch eine Statistik: Die Mannschaft von TSG-Coach Julian Nagelsmann erspielte sich im bisherigen Verlauf der Saison zwölf Großchancen und brachte davon 58 Prozent im gegnerischen Tor unter (Rang drei in der Liga). Der HSV bringt es fast auf ebenso viele hochkarätige Möglichkeiten (elf), verwertet aber nur 36 Prozent, was nur Rang 16 bringt – wie in der echten Tabelle auch.

Wenn man es positiv betrachten will, dann steht der HSV in Sachen Toreschießen über dem Strich: Sieben Treffer gelangen in zehn Partien und damit mehr als Bremen (3), Köln (4) sowie Freiburg (6). Doch von allen 18 Teams erspielen sich die Hamburger am wenigsten Chancen heraus, nämlich bislang nur 33. Zum Vergleich die anderen Kellerkinder: Köln (52), Freiburg (42) und Bremen (40). Immerhin nutzt der HSV 21,2 Prozent zu Toren, Rang 13 im Liga-Vergleich. Ganz unten hier: Bremen (7,5 Prozent), Köln (7,8) und Freiburg (14,3).

Der HSV hat in den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen nur zweimal getroffen – beim letzten Auswärtsspiel in Mainz (2:3). Hertha BSC ist mit lediglich 70 Torschüssen die Mannschaft mit den wenigsten Abschlüssen. Neun der 70 Versuche waren erfolgreich, was zugleich die schwächste Ausbeute der Berliner seit der Abstiegssaison 2009/10 (damals sieben Treffer) darstellt.

Auch die fehlende HSV-Tore sind auf der Pressekonferenz ein Thema. Dabei spricht Trainer Markus Gisdol auch über Bobby Wood. „Bobby arbeitet unglaublich hart. Er tut alles dafür, um wieder in die Spur zu bekommen“, so Gisdol, der den US-Stürmer in seinem Fleiß fast schon Bremsen muss. „Er darf auch nicht die Lockerheit verlieren.“

Noch ein Fakt aus der Statistik: HSV gegen Borussia Dortmund ist die torreichste Paarung in der Geschichte der Fußball-Bundesliga: In den 100 Duellen erzielten beide Klubs insgesamt 358 Treffer, also 3,58 im Schnitt pro Spiel. Die Tendenz ist zudem steigend: In den zurückliegenden zehn Partien fielen 39 Tore, 3,9 im Schnitt.

Mit zuletzt drei Siegen in Serie – 3:0, 5:2 und 3:0 – hat Borussia Dortmund sowohl nach Siegen (36) als auch nach Toren (179) mit dem HSV gleichgezogen. 28 der bislang 100 ausgetragenen Duelle in der Bundesliga zwischen dem Liga-Dino und dem BVB endeten mit einen Unentschieden.