Sportchef Jens Todt hat im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, auf der Besetzung der Torwartposition keinen Fehler gemacht zu haben. Man habe den Verlust von René Adler nicht unterschätzt, sagte Todt: „Christian Mathenia hat in der Endrunde der Vorsaison hervorragende Spiele gemacht. Die Hinrunde war sicherlich nicht seine beste, aber wir glauben an ihn und haben ja auch noch einen jungen Herausforderer, der sich zuletzt gut entwickelt hat.“ Vom neu ausgerufenen Konkurrenzkampf mit Julian Pollersbeck erhofft sich Todt eine Leistungssteigerung. „Es kann sein, dass beide sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.“

Torwart-Duell in Spanien: Christian Mathenia (l.) und Julian Pollersbeck (Foto: Witters)

Der „Kicker“ hat nach Abschluss der Hinrunde seine „Rangliste des deutschen Fußballs“ präsentiert. Dort sortiert das Sportmagazin in den Kategorien „Weltklasse“, „Internationale Klasse“, „Im weiteren Kreis“ und „Im Blickfeld“ die Bundesliga-Spieler auf. Während sich 16 der 18 Stamm-Torhüter in einer dieser Güteklassen wiederfinden, fiel HSV-Torwart Christian Mathenia als einer von nur zwei Keepern durchs Raster. „Dass der HSV auf einem Abstiegsplatz überwintert, ist auch Ausdruck seines Torhüterproblems“, begründet das Fachmagazin. „Mathenia, im Vorjahr als Adler-Vertreter noch überzeugend, konnte den Status als neue Nummer 1 nicht rechtfertigen, leistete sich mehrere spielentscheidende Fehler.“ Auch im Noten-Ranking des „Kicker“ rangiert Mathenia mit einer Durchschnittsnote von 3,35 abgeschlagen an letzter Stelle. Der zweite Torwart, der es nicht in die Kicker-Hitliste schaffte, ist übrigens Ex-St. Pauli-Keeper Philipp Tschauner von Hannover 96. Angeführt wird das Ranking von Peter Gulácsi, der es als notenbester Torwart auch in die MOPO-Elf der Hinrunde geschafft hatte.

Christian Mathenia zeigte sich nach seinen zwei Fehlern, die beim 0:2 in Hannover zu Gegentoren führten, sehr selbstkritisch. Trainer Markus Gidsol rechnet das seinem Torhüter hoch an. „Das zeichnet ihn aus, dass er dazu steht. Aber jetzt geht es auch weiter“, sagte Gisdol. „Er muss das jetzt abhaken. Er hat in dieser Saison schon sehr gute Leistungen für uns gebracht. In den ersten beiden Saisonspielen war er herausragend gut. Gestern hat er in zwei Szenen mal nicht so gut ausgesehen, aber das gehört auch dazu.“ Klingt nicht so, als würde ein Torwartwechsel am Mittwoch gegen Dortmund geplant sein. Julian Pollersbeck scheint sich weiter gedulden zu müssen.

 

Spielt Julian Pollersbeck (22), der zur kommenden Saison von Kaiserslautern zum HSV wechselt, bald in der Nationalmannschaft? Gerry Ehrmann, legendärer Torwarttrainer des FCK, traut das seinem bisherigen Schützling zumindest zu. „Ja, warum nicht? Wenn einer die Nummer eins in der U21 ist, heißt das, dass er außergewöhnliche Fähigkeiten hat“, sagt Ehrmann in einem Interview mit T-Online. „Es kommt dann immer darauf an, dass er mit der Aufgabe wächst und seine Persönlichkeit weiterentwickelt. Wenn er die Spielpraxis hat, sind da viele Dinge möglich. Wichtig ist, dass er nicht die Bodenhaftung verliert und abhebt.“ Eine Gefahr, dass dem so sein könnte, sieht der 58-Jährige nicht. „Julian wird mit der Aufgabe wachsen, so wie er es immer tut. Ich glaube nicht, dass der Wechsel zu früh kommt.“

Nach dem bevorstehenden Abgang von René Adler wird es spannend im HSV-Tor: Mit Christian Mathenia (bis 2019) und Andreas Hirzel (bis 2018) stehen derzeit nur zwei Torhüter für die kommende Saison unter Vertrag. Der Kontrakt von Tom Mickel soll allerdings verlängert werden. Die Frage ist, ob dann noch ein weiterer Keeper verpflichtet wird. Der Schwede Robin Olsen (FC Kopenhagen) ist ebenso im Gespräch wie Kaiserslauterns Julian Pollersbeck..

Knapp eine Stunde hat das Abschlusstraining gedauert. Mit guten Nachrichten ging es gerade zurück in die Kabine. Rene Adler und Christian Mathenia, die beide am Donnerstag noch mit dem Training aussetzen mussten, konnten alles mitmachen. Die Torwartsorgen dürften damit erst mal vom Tisch sein.

Große Torwart-Sorgen beim HSV. Fallen Christian Mathenia und René Adler am Sonnabend gegen Dortmund aus? Fest steht, beide fehlen heute im Teamtraining. Adler hat Rücken-Probleme, Mathenia ist krank. Gleichbedeutend mit einem Aus für das Dortmund-Spiel ist das aber laut HSV noch nicht. Das Problem: Auch Andreas Hirzel (Muskelfaserriss), der etatmäßige dritte Keeper, ist verletzt. Zur Sicherheit trainiert neben Tom Mickel auch noch Nachwuchs-Toehüter Morten Behrens bei den Profis mit.

Mit drei Torhütern macht sich der HSV gleich auf den Weg nach Mainz. Neben René Adler und Jaroslav Drobny ist auch Tom Mickel dabei. Laut HSV ist es nur eine Vorsichtsmaßahme, denn Adler hat leichte Hüftprobleme. Ein Einsatz ist stand jetzt allerdings nicht gefährdet.