Einige Fans vermuteten direkt, er habe eine Wette verloren. Julian Pollersbeck aber tat es wohl freiwillig. Der Ersatztorhüter kam heute frisch erblondet oder auch ergraut (je nach Sichtweise) zum Training. Schon gestern zeigte der erneut auf die Bank beorderte Keeper in einem Restaurant seinen neuen Haarschnitt, den Bayern-Stürmer Robert Lewandowski offenbar zum neuen Trend in der Bundesliga hat werden lassen.

Der langjährige HSV-Keeper René Adler stellt zeitgleich mit seinem Wechsel zum FSV Mainz 05 auch die Weichen für seine berufliche Zukunft nach der Karriere. Der 32-Jährige steigt als Gesellschafter beim Torwarthandschuh-Startup T1TAN aus Freiburg ein. In der kommenden Saison wird Adler sein erstes eigenes Modell „Rebel Pro“ (59,99 Euro), an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt war, in den Spielen tragen. „Das Engagement bei T1TAN ist für mich eine großartige Möglichkeit, mein Wissen direkt in die Entwicklung und Produktion der Torwarthandschuhe einfließen zu lassen. Ich möchte helfen, T1TAN als Marke weiterzuentwickeln und bekannter zu machen“, so Adler.

Der Wechsel vom großen HSV zum kleinen FSV Mainz 05 fühlt sich für René Adler auch nach den ersten Trainingstagen richtig an. „Ich fühle mich hier pudelwohl. Hier ist alles familiärer“, sagte der 32-Jährige am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Adler weiß um seine Wichtigkeit für den Klub. „Aber es geht nur im Kollektiv. Ich bin ein offener Charakter und helfe, wo ich kann“, erklärte der Neu-Mainzer, der sich von seinen Mannschaftskollegen bestens angenommen fühlt. Sportlich hofft Adler, noch einmal einen Leistungssprung machen zu können.

Am Mittwochabend trafen sich HSV-Boss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt mit den Aufsichtsräten. Diese drängten die sportlich Verantwortlichen dazu, den Gehalts-Etat drastisch zu senken – von 56 auf 48 Millionen Euro. Erst wenn dieses Ziel erreicht oder annähernd erreicht ist, sollen neue Spieler verpflichtet werden. Nicht davon betroffen ist allerdings der geplante Transfer von Torwart Julian Pollersbeck. Der HSV hat dem 1. FC Kaiserslautern bereits ein erstes Angebot unterbreitet, ist damit aber nach Informationen der Fachzeitschrift „Kicker“ bei den Pfälzern abgeblitzt. 3,5 Millionen Euro plus erfolgsabhängige Bonuszahlungen wollen die Lauterer für den U21-Nationaltorhüter mindestens einstreichen, heißt es. Neben dem HSV zeigen auch Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg Interesse an einer Verpflichtung. Auch der Aufsichtsrat der Hamburger ist sich daher bewusst, dass ein Zurückziehen aus den Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt die Chancen auf eine Verpflichtung des 22-Jährigen dramatisch verschlechtern würde.

Ob sich das nicht mal rächen wird? Nach seiner „Eier-Aussage“ wird der HSV Drobny im letzten Bundesliga-Saisonspiel wohl kaum ins Tor lassen. Scheint so, als würde Tom Mickel zu seinem ersten Einsatz im Oberhaus kommen. Denn: für Adler (Hüfte) ist die Saison ebenso gelaufen wie für Hirzel.

Trainingslager Hamburger SV

Tom Mickel steht bereits zum zweiten Mal beim HSV unter Vertrag. Er ist noch ohne Bundesliga–Einsatz. (Foto: Witters)