Für den HSV war es ein Feiertag, für RB Leipzig eine ganz bittere, weil unerwartete Pleite. Den Hamburger 3:0-Sieg bei den Bullen am 11. Februar 2017 haben beide Seiten nicht vergessen. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dient die Niederlage, um seine Stars vor dem vermeintlich angeschlagenen Gegner zu warnen. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, sagt er. „Und wir haben einen Plan.“ Dazu gehört eine spezielle Form der Motivation. In der RB-Kabine will der Österreicher heute einen Zeitungs-Ausschnitt vom Februar-Spiel aufhängen.

Wenn der HSV heute Nachmittag mit dem Charterflieger nach Leipzig abhebt, wird das für die Profis die vorerst letzte derart luxuriöse Art des Reisens zu einem Gegner sein. Trainer Bernd Hollerbach hat nach Informationen der „Bild“ veranlasst, dass künftig eine vernünftige Balance zwischen Leistung und Kosten gefunden wird. Heißt: Die Spieler werden in Zukunft vermehrt mit der Bahn anreisen. Zudem soll auch bei der Hotelwahl stärker auf das Budget geachtet werden. Statt nobler Fünf-Sterne-Hotels geht es dann in Herbergen am Stadtrand oder im Grünen.

Heribert Bruchhagen hat sich vor der versammelten Presse zur Entlassung von Markus Gisdol geäußert: „Die Entscheidung war alternativlos und einstimmig. Wir haben die jetzige Situation, so wie sie ist, nicht vorhergesehen und müssen uns nun auch selbst hinterfragen. Ein neuer Trainer soll als Impuls wirken und unserer Mannschaft die Unsicherheit nehmen.“ Und Gisdols Nachfolger steht bereits fest! Bruchhagen: „Wir werden zeitnah einen neuen Trainer vorstellen. Es müssen auch Dinge formal umgesetzt werden – wir wissen bereits, wer neuer Trainer ist. Wir haben unsere Kriterien angewendet und unsere Entscheidung getroffen.“ Morgen soll der Coach anfangen und um 15 Uhr das Training leiten. „Er konnte sich bereits ein intensives Bild von der Mannschaft machen.“ Namen kommentierte der HSV-Boss nicht.

Wer wird der Nachfolger von Markus Gisdol? Viele Namen kursieren derzeit, der HSV hat eine „sehr zeitnahe Entscheidung“ angekündigt. Ein Kandidat soll Bernd Hollerbach sein. Der 48-Jährige hat seinen Heimatverein Würzburger Kickers als Trainer und Sportchef ab 2014 von der 4. in die 2. Liga geführt. Im Mai 2017 war „Holler“ dann zurückgetreten, Würzburg stieg wieder ab. Zuvor hatte er als Co-Trainer von Felix Magath in Schalke und Wolfsburg gearbeitet. Für den HSV hat der beinharte Linksverteidiger von 1996 bis zu seinem Karrierende 2004 insgesamt 198 Bundesliga-Spiele absolviert und wurde zum Publikumsliebling. Kommt Hollerbach jetzt zurück? Laut „Bild“ und „Sky Sports News HD“ soll er derzeit „der heißeste Kandidat“ auf die Gisdol-Nachfolge sein.

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Wer wird Markus Gisdols Nachfolger, sollte dieser heute entlassen werden? Trainer wie Thomas Doll, Gisdols Vorgänger Bruno Labbadia, Markus Weinzierl oder Jens Keller gelten als Kandidaten, noch aber ist all das nicht mehr als Getuschel ohne konkrete Hinweise. Die derzeitigen Co-Trainer Frank Kaspari und Frank Fröhling würden wohl mit Gisdol gehen müssen. Die U21 wird seit dem Sommer erfolgreich von Christian Titz trainiert. Der 46-Jährige war zuvor bei der U17 des HSV tätig, er gilt als Talenteförderer und hat auch schon als Individualtrainer (u.a. von Lewis Holtby) gearbeitet. Der HSV II ist momentan Tabellenführer der Regionalliga Nord. Kommt Titz, der übrigens mehrere Fußball-Fachbücher geschrieben hat, vielleicht als interne Lösung ins Spiel?Foto: Witters

Nach dem gruseligen Auftritt des HSV in Augsburg (0:1) zum Auftakt der Rückrunde und dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg wächst auch der Druck auf Markus Gisdol. Sollte sein Team am kommenden Sonnabend zu Hause gegen das abgeschlagene Schlusslicht Köln verlieren, wäre er kaum noch zu halten. Doch welche Trainer und Nachfolge-Kandidaten sind eigentlich auf dem Markt? Die MOPO hat folgende Retter-Aspiranten ausgemacht: Peter Bosz (54, zuletzt Dortmund, seit Dezember ohne Job), Tayfun Korkut (43, zuletzt Leverkusen, seit Juni ohne Job), Slaven Bilic (49, zuletzt West Ham United, seit November ohne Job), Markus Weinzierl (43, zuletzt Schalke 04, seit Juni ohne Job), Andries Jonker (55, zuletzt Wolfsburg, seit September ohne Job).

Der Star des FC Malaga ist der Trainer: Míchel ist eine Legende bei Real Madrid, absolvierte zwischen 1982 und 1996 in der Primera Division 404 Spiele für die Königlichen und erzielte 96 Tore. Er wurde mit dem spanischen Topklub sechsmal Meister, zweimal Pokalsieger und zweimal UEFA-Cup-Sieger. Er bestritt 66 Länderspiele (21 Treffer). Als Chefcoach war er anschließend bei Rayo Vallecano, Real Madrid II, FC Getafe, FC Sevilla, Olympiakos Piräus und Olympique Marseill tätig, ehe er im März 2017 beim FC Malaga anheuerte.